Paulas Nachrichten

Superteleskop „Herschel“ erspäht tolle Dinge im Weltall

23.07.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Sterne am Himmel sind nur ein winziger Teil des Universums. Mit einem besonderen Riesenteleskop können Astronomen viel tiefer ins All schauen als wir mit unseren Augen. Das Teleskop heißt „Herschel“. Es funkt seit mehr als einem Jahr geniale Bilder zur Erde.

Das Geheimnis steckt im Licht: Das Weltraumteleskop „Herschel“ kann Lichtstrahlen sehen, die für uns unsichtbar sind – sogenannte Infrarotstrahlen. Das Teleskop hat einen riesigen Spiegel, mit dem es sogar diese Strahlen auffangen kann. Und so kann es Dinge erspähen, die kein sichtbares Licht aussenden – und deshalb für uns unsichtbar sind: zum Beispiel Staub- und Gaswolken. Diese Wolken sind total spannend, weil sie oft das Baumaterial für neue Sterne liefern. Sie verraten also etwas darüber, wie Sterne und Galaxien entstanden sind. Manche Beobachtungen, die „Herschel“ im letzten Jahr gemacht hat, bringen Forscher ganz aus dem Häuschen. Das Weltraum-Auge hat zum Beispiel ein gigantisches Loch im Himmel erspäht – also eine Region, die völlig leer ist. Das Loch hielten viele Experten bisher für eine dunkle Staubwolke, die alles sichtbare Licht schluckt. Die Staubwolke hätte „Herschel“ jedoch gesehen. An dieser Stelle im All entdeckte das Teleskop jedoch gar nichts! Das Loch klafft mitten in einem hellen Nebel und ist etwa zehntausend Mal so groß wie der Abstand der Erde zur Sonne. Die Astronomen rätseln nun, wie es entstanden sein könnte. Möglicherweise hat ein junger Stern das Loch in den Nebel geblasen. „Herschel“ entdeckte in einem Sternbild auch zahlreiche Stellen, an denen sich gerade neue Sterne bilden. Niemand sonst hatte sie bisher erspäht. Außerdem fand das Superauge auf dem Planeten Neptun wohl die Spuren eines Kometen, der vor rund 200 Jahren dort eingeschlagen sein muss. Nun sind die Forscher gespannt, was „Herschel“ noch so alles entdeckt.

Die Illustration eines Künstlers zeigt das Weltraumteleskop „Herschel“ Foto: ESA/C.

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