Paulas Nachrichten

Suche nach einem unbekannten Virus

30.01.2012, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Zwei aufmerksame Tierärzte sorgten dafür, dass das Schmallenberg-Virus entdeckt wurde. Ihnen fiel nämlich im letzten Sommer auf, dass viele Kühe Fieber bekamen und nicht mehr so viel Milch gaben. Obwohl das nicht ungewöhnlich ist, waren die Tierärzte misstrauisch. Also sammelten sie von den Tieren Blutproben und schickten sie an ein Forschungs-Institut auf der Insel Riems.

Dort untersuchten Wissenschaftler die Proben. Sie verglichen sie mit einigen Erregern, die ebenfalls bei Rindern solche Probleme auslösen. Aber sie fanden anfangs nichts, was ihnen bekannt vorkam. Also benutzten sie eine spezielle Maschine: Die hat das Erbgut vieler Viren und Bakterien in einer Datenbank gespeichert. Das Erbgut ist eine Art Bauplan. Die Maschine guckt genau: Enthalten die Proben Erbgut-Stücke, die den gespeicherten Erregern ähneln?

Und tatsächlich gab es einen Treffer: Das Erbgut in den Proben ähnelte dem sogenannten Akabane-Virus. „Das war eine erste Spur“, sagt die Expertin Elke Reinking. Denn auch dieses Virus löst bei Rindern Fieber aus. Die beiden Viren sind eng miteinander verwandt. Das heißt: Medikamente gegen das Akabane-Virus könnten auch gegen den neuen Erreger helfen.

Im nächsten Schritt entschlüsselten die Wissenschaftler dann das gesamte Erbgut des Schmallenberg-Virus. Das ist wichtig, denn so können sie genau schauen, welche Schwachstellen es hat. Das kann ihnen verraten, wie man es bekämpfen und einen Impfstoff dagegen finden kann.

Mutterschafe stehen im Stall. Viele Schäfer haben jetzt große Sorge um ihre Tiere. Foto: Jörg Taron

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