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Spaziergang durch ein altes Königreich

11.07.2015, Von Jennifer Heck — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die Tempelanlage von Angkor Wat war eine Art Großstadt mitten im Dschungel

Wie Tannenzapfen ragen die riesigen Türme des Tempels empor. Die Steine sind schon etwas verwittert. Am Rand sind unheimliche Schlangenwesen zu sehen. Komm mit auf eine Entdeckungstour durch die berühmte Tempelanlage Angkor Wat.

Die Tempelanlage von Angkor Wat in Siem Reap, Kambodscha. Ein König ließ Angkor Wat vor etwa 800 Jahren zu Ehren der Götter bauen. Fotos: Jennifer Heck

Schon von Weitem sieht man, wie groß die Tempelanlage ist. Ein breiter Wassergraben liegt um sie herum. Über einen Damm aus großen, ungleichmäßigen Steinen läuft man über das Wasser zum hohen Eingangstor. Hier geht der Spaziergang durch Angkor Wat los. So heißt die riesige Tempelanlage im Land Kambodscha auf dem Kontinent Asien.

Die Tempelstädte sind seit Hunderten von Jahren verlassen. Früher lag hier das Zentrum des Königreiches der Khmer. Zu dieser Volksgruppe gehören auch heute noch die meisten Menschen in Kambodscha.

Es war das mächtige Königreich der Khmer mit einer Art Großstadt mitten im Dschungel. Der König ließ sie im zwölften Jahrhundert bauen. Aus dem Khmer-Königreich musste jede Familie eine Person schicken, um den Tempel zu bauen.

Es soll über dreißig Jahre gedauert haben, bis allein der Tempel Angkor Wat fertig war. Danach nutzte ihn der König zum Beten. „Der König baute den Tempel auch für sich selbst – als Grabstätte. Er soll dort auch begraben sein“, sagt ein Fachmann.

Noch heute ist die verlassene Tempelanlage weltberühmt. Viele Touristen schauen sie sich an.

„Der Wassergraben ist von Menschen angelegt worden – er sollte das Zuhause der Götter vor Feinden beschützen“, erklärt Va Bunny. Der junge Mann führt Besucher durch die Anlage und kennt sich besonders gut mit ihrer Geschichte aus.

Schlangen aus Stein als Wächter

Das dunkle Eingangstor hat drei Türme und viele Säulen. Links und rechts davon stehen Schlangen aus Stein. „Die Schlangen sind Nagas“, erklärt Va Bunny. „Das sind keine echten Schlangen, weil sie zum Beispiel nur einen Körper haben, aber viele Köpfe.“

Wie viele genau, das ist unterschiedlich. Auf jeden Fall aber musste es wohl eine ungerade Zahl sein. Zum Beispiel fünf, sieben oder neun. Das sollte Glück bringen, erzählt Va Bunny.

Die Schlangen am Eingang haben sieben Köpfe. „Nagas sollten die Götter beschützen“, sagt Va Bunny. „Sie sind also Wächter.“ Geht man in das Tor, führt rechts und links einmal rund um das Gelände ein Gang entlang.

Die Wände sind mit großen Reliefs verziert. Das sind Gemälde, die in Stein gemeißelt wurden. Sie sehen aus wie Wimmelbilder. So viele Figuren sind darauf zu entdecken! Die Bilder erzählen Teile der Geschichte der Tempelstadt.

Innen liegt das Hauptgebäude von Angkor Wat. Es hat drei Stockwerke. In den ersten Stock kamen Leute, um religiöse Geschichten zu lernen, sagt Va Bunny. Der zweite Stock wurde zum Meditieren genutzt. „In den dritten Stock durften nur der König, seine Familie und Priester“, sagt der Mann. „Sie nutzten die Zimmer, um zu beten.“

Auch in diesem Teil des Tempels ist alles schön verziert. Die Türen sehen aus wie Bilderrahmen. An manchen Säulen sind Inschriften.

Fehlende Hände und Köpfe

Bei vielen Steinfiguren im Tempel Angkor Wat fehlen Teile. Wo sind die Hände? Und wo ist der Kopf der Figur?

„In diesem Tempel sind viele Statuen ohne Kopf und ohne Hände“, sagt Va Bunny. „Sie wurden vor einiger Zeit von Menschen gestohlen, um sie gegen Geld zu verkaufen.“

Aber warum klauten sie nur Kopf und Hände? „Weil diese Teile nicht so schwer sind. Die konnten sie leicht abbrechen und mitnehmen.“

Obwohl Va Bunny fast jeden Tag in Angkor Wat ist, hat er noch lange nicht genug davon. Er sagt: „Langweilig wird mir hier nicht.“

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