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So läuft die Verdauung bei der Kuh

16.07.2016, Von Friederike Krick — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Rauf und runter, von einem Magen zum andern

Kühe fressen viel und verdauen langsam. Auf dem Speiseplan stehen Gras, Stroh oder Heu in großen Mengen. Wir Menschen können das nicht verdauen. Die Kuh hat dafür ein besonderes Magen-System und viele kleine Helfer.

Zum Wiederkäuen liegt die Kuh am liebsten gemütlich auf der Weide oder im Stall und kaut und kaut und kaut. Foto: Peter Kneffel

Die meisten Kühe im Stall von Carina Konrad liegen. Nur die ganz Neugierigen oder Hungrigen stehen am Fressgatter. Es ist sehr ruhig im Stall. Die Kühe kauen leise vor sich hin, ab und zu hört man einen Rülpser. „Kühe sind sehr gelassene und friedliche Tiere“, sagt die Landwirtin. „Zwei Drittel des Tages liegen sie herum und sind mit Verdauen beschäftigt.“

Carina Konrad ist Landwirtin in Bickenbach im Bundesland Rheinland-Pfalz. Sie hat 100 Milchkühe. Jeden Morgen müssen die Frau und ihr Mann die Herde füttern.

Winzige Bakterien helfen bei der Verdauung von Grünzeug

Kühe sind Pflanzenfresser. Damit ihnen die Roh-Kost nicht auf den Magen schlägt, sind sie mit einem besonderen Verdauungs-System ausgestattet. Es ermöglicht ihnen, Gras, Heu und Stroh in großen Mengen zu verdauen. Der Mensch kann das nicht.

Das Magen-System der Kuh besteht aus vier Teilen: den drei Vormägen, Pansen, Netzmagen und Blättermagen, und dem Labmagen. Durch diese Teile muss das ganze Grünzeug durch.

Das Gras, das die Kuh abreißt, schluckt sie hinunter, ohne viel zu kauen. Das grobe Futter landet im Pansen. Hier helfen winzige Lebewesen wie Bakterien dabei, das Grünfutter zu zerlegen.

Und wieder hoch ins Maul

Im Netzmagen wird das Futter sortiert. Kleine Futter-Teile gehen in den Blättermagen. Große Futter-Teile aber würgt die Kuh zurück ins Maul! Dort kaut sie das Futter gemächlich durch. Dazu sagt man wiederkäuen. Dabei liegt die Kuh am liebsten gemütlich auf der Weide oder im Stall und kaut und kaut und kaut. Das Futter mischt sich dabei mit Speichel. Nach einer Weile geht das gut zerkleinerte Futter zurück in die Sortiermaschine Netzmagen. Von dort wandert es in den Blättermagen. Der hat ungefähr die Größe eines Volleyballs. Der Blättermagen ist mit vielen Schleimhautfalten ausgestattet. Diese pressen die Flüssigkeit aus dem vorverdauten Futter wieder heraus.

Am Ende des Futterweges durch die Kuhmägen steht der Labmagen. Er gleicht dem Magen des Menschen. Hier wird der eingedickte Pflanzenbrei weiter zersetzt. Der Rest wandert weiter in den Darm. Was nach der Verdauung noch übrig ist, landet als Kuhfladen wieder im Freien. Platsch!

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