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Skispringen ohne Schnee Im Sommer trainiert man auf Kunststoffmatten

29.08.2015, Von Stefanie Paul — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Während andere im Freibad liegen, packt Juli ihre Skier aus. Die Zehnjährige ist Skispringerin. Auch im Sommer düst sie die Sprungschanzen hinunter.

Spiel: Finde die zehn Unterschiede in den beiden Bildern. Grafik: D. Dytert

SCHWÄBISCH GMÜND (dpa). Es ist heiß, über 30 Grad. Kleine Schweißtropfen laufen an Julis Gesicht herunter. Ihre Hände stecken in dünnen Handschuhen. Auf dem Kopf hat sie ihren Helm samt Skibrille. Außerdem trägt das Mädchen einen Anzug für Skispringer.

Skispringen im Sommer? Das klingt im ersten Moment vielleicht komisch. Ist es aber gar nicht! Nur von März bis Mitte Juni machen viele Skispringer Pause.

„Ansonsten springen wir aber das ganze Jahr, auch im Sommer“, verrät Juli. Dafür braucht man eine spezielle Schanze ohne Schnee. Der Hang, auf dem die Springer landen, ist mit einer grünen Matte aus Kunststoff ausgelegt.

Julis Trainer steht oben auf einer Plattform und hebt den Arm. Dann schaut er noch einmal den steilen Abhang hinunter. Alles klar, die Schanze ist frei. Der Trainer lässt den Arm nach unten fallen.

Das ist das Zeichen! Hoch oben auf der Schanze sitzt Juli auf einem schmalen Balken. Sie macht sich für ihren ersten Sprung bereit. Dann drückt sie sich ab, geht tief in die Hocke und legt die Arme seitlich am Körper an. So gleitet Juli die Schanze hinunter.

Ein lautes Rattern ist zu hören. Juli düst die Anlaufspur herunter. Wuusssssch! Die Zehnjährige saust durch die Luft. Ein paar Sekunden später ist ein Platschen zu hören. Juli ist sicher gelandet.

Es war ein Sprung von etwa 20 Metern. Juli fährt mit ihren Skiern über ein Stück Gras und kommt zum Stehen. Ihr Trainer hat den Sprung gefilmt. Später schauen sie sich das Video gemeinsam an.

Doch zuerst muss Juli den kleinen, steilen Waldpfad wieder hinauftrotten. Er führt von ganz unten wieder hinauf zur Schanze. Auf den Schultern trägt sie die langen, blauen Skier. „Und, wie fandest du den Sprung?“, fragt der Trainer, als sie oben angekommen ist. „Noch nicht so gut“, sagt das Mädchen mit den dunkelblonden Haaren.

Vor vier Jahren fing Juli mit dem Skispringen an. Sie trainiert in dem Ort Degenfeld. Das ist ein kleines Dorf in unserem Bundesland Baden-Württemberg. „Wir machen etwa sieben oder acht Sprünge pro Training“, sagt sie und stapft die letzten Stufen zur Schanze hinauf.

Seit Kurzem darf Juli von der großen Schanze springen. Von dort kann man über 40 Meter weit fliegen. Beim ersten Sprung sei das schon ein bisschen komisch gewesen, findet Juli. „Aber man darf keine Angst haben. Man muss sich einfach auf den Balken setzen und losfahren.“

Juli sitzt wieder auf dem Balken oben auf der Schanze. Sie hat sich die Skibrille ins Gesicht gezogen. Was ihr denn am Skispringen gefallen? „Die Geschwindigkeit“, sagt sie, lächelt kurz und fährt los. Wuussssch! Schon saust Juli wieder durch die Luft. Platsch – sicher gelandet!

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