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Sie wärmt, sie kühlt, sie bietet Schutz

17.02.2018, Von Linda Vogt — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Unsere Haut ist ein echtes Superorgan

Sie wärmt und sie kühlt. Mit ihr fühlen wir. Und sie schützt unseren Körper vor Verletzungen, Schmutz und Krankheiten. Wie schafft die Haut das bloß alles?

Die Haut ist ein vielschichtiges Organ mit zahlreichen Aufgaben. Sie schützt den Körper in vielerlei Hinsicht. Grafik: S. Stein

Könnten wir unsere Haut einfach ausziehen wie den Pullover und die Jeans – dann würde sie mehrere Kilogramm auf die Waage bringen. Sie ist das schwerste und größte Organ des Körpers. Doch das ist längst nicht alles – die Haut ist ein echtes Superorgan. Weder Herz, Lunge oder Magen erfüllen so viele verschiedene Aufgaben.

„Die Haut hält Krankheitserreger und Gifte draußen, auch gefährliche Sonnenstrahlen“, sagt der Hautarzt Andreas Wollenberg. Sie polstert den Körper ab, wenn man hinfällt. Die Haut spürt harte oder spitze Gegenstände und schickt dann eine Warnung ans Gehirn. Auch unsere Körpertemperatur regelt sie. Aber wie macht sie das?

Die Haut besteht wie unser ganzer Körper aus Zellen. Das sind winzig kleine Bausteine. So klein, dass man sie mit dem Auge nicht erkennen kann. Mehr als Hundert Milliarden Hautzellen umschließen einen Erwachsenen. Das sind viel mehr, als Menschen auf der Erde leben.

Die Zellen bilden drei verschiedene Hautschichten. Als erstes kommt die Oberhaut: Sie kannst du sehen und anfassen. An den meisten Stellen ist die Oberhaut nur so dünn wie ein Blatt Papier. Trotzdem wehrt sie Krankheitserreger wie etwa Viren ab.

„Die oberste Schicht davon besteht aus abgestorbenen Zellen. Viren müssen aber auf eine lebende Zelle treffen, um ihr Werk anrichten zu können“, erklärt der Hautarzt. Also wirkt die oberste Schicht wie eine Mauer: Es gibt kein Durchkommen.

Unter der Oberhaut liegt die viel dickere Lederhaut. Sie kann eigentlich nicht reißen und hält unseren Körper zusammen. Die Lederhaut enthält Sinneszellen. Das sind dünne Gebilde, die Druck, Schmerz und Temperatur fühlen. Dazwischen schlängeln sich Bahnen, durch die Blut fließt. Deshalb blutet es, wenn man sich die Haut aufschürft.

Aber keine Sorge! Die Haut heilt sich selbst, sagt Andreas Wollenberg: „Die Zellen wissen, wo sie hingehören und ob genügend von ihnen da sind.“ Sind es zu wenig, werden schnell neue hergestellt.

Die dritte und letzte Schicht ist die Unterhaut. In ihr sitzen die Schweißdrüsen.

Wenn es im Sommer richtig heiß ist, leiten sie Schweiß auf die Oberhaut. Verdunstet er, empfinden wir das als angenehm kühlend.

Aber noch wichtiger: Die Unterhaut enthält reichlich Fett. Damit schützt sie den Körper vor Stößen und davor, Wärme zu verlieren – ähnlich wie eine dicke Winterjacke.

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