Paulas Nachrichten

Sich anpassen dauert

29.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Segeberger Höhlenkäfer ist vermutlich nach der letzten Eiszeit in die Kalkhöhle in Schleswig-Holstein gekrabbelt. Vielleicht, weil es ihm draußen zu warm wurde. Heute, viele tausend Jahre später, ist er ein echter Höhlenbewohner geworden.

Draußen kann er nicht mehr leben. Denn bei der Anpassung gilt das Motto: Alles, was nicht gebraucht wird, wird abgeschafft. Und alles, was nützlich ist, wird vergrößert. Die Augen des Höhlenkäfers sind kleiner geworden. Seine Flügel sind bereits zu schwach zum Fliegen. Beine, Antennen und Fühler zum Tasten sind dagegen länger geworden. „Das erleichtert die Orientierung im Dunkeln“, erklärt die Höhlenforscherin Anne Ipsen. Zudem bewahren lange Beine vor einem nassen Bauch, zum Beispiel beim Laufen durch Pfützen.

Doch all diese Anpassungen gehen nicht von heute auf morgen. „Es dauert viele tausend Jahre“, sagt Anne Ipsen. Trotz-dem passieren diese Entwicklungen in Höhlen viel schneller als sonst in der Natur. „Die Entwicklung des Wolfes zum Haus-tier Hund hat zum Beispiel viel länger gedauert.“

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