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Schwimm-Profi Britta Steffen erzählt

21.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Schwimm-Profi Britta Steffen erzählt

Sie ist eine der schnellsten Schwimmerinnen der Welt: Britta Steffen hat bei den Olympischen Spielen im August in Peking in China zwei Goldmedaillen gewonnen. Doch wie wird man überhaupt so spitze? Das verriet die 24-Jährige aus Berlin dpa- Nachrichten für Kinder. Und sie erzählte, warum sie es genießt, im Wasser zu sein, und dass sie es manchmal auch langweilig findet.

nWie lernt man es, so schnell zu schwimmen?

„Einerseits durch den Ehrgeiz, der einen antreibt, und durch den Willen, schneller zu sein als der andere.

Du musst auch viel Spaß daran haben. Denn wenn du keinen Spaß hast, dann ziehst du das Training nicht durch. Schwimmen ist ein zäher Sport. Du musst lange, lange schwimmen gehen, ehe du so schnell schwimmst.“

nBeim Schwimmen kann man sich schlecht unterhalten. Macht das immer Spaß oder ist es auch manchmal langweilig?

„Du kannst mit dir selbst reden. Du kannst Sachen noch mal Revue passieren lassen und über etwas nachdenken, wozu du sonst keine Zeit hast. Man ist die ganze Zeit bei sich. Bei Schwimmern ist es beliebt, sich Zukunftspläne im Wasser zu machen.

Manchmal ist es ein Nachteil, weil du dich ein bisschen einsam fühlst. Aber es kann ein großer Vorteil sein.

Denn in deiner normalen Umwelt macht es immer lalala, lalala und beim Schwimmen bist du mal bei dir, und es ist ruhig. Das ist schön. Manchmal ist es aber auch sehr langweilig.“

nSie verbringen häufig vier Stunden am Tag im Wasser. Haben Sie eigentlich immer schrumpelige Finger?

„Ne. Meine Mama hat immer gesagt, du müsstest doch schon Schwimmhäute zwischen den Fingern haben.

Aber es ist Gewöhnungssache. Das ist die ersten beide Male so, wenn ich nach einer Pause lange im Wasser bin, aber dann bleiben die Finger ganz normal.“

nIst Ihnen das Wasser auch mal zu kalt?

„Oh ja, morgens im Winter. Das dauert ewig, bis ich da im Wasser bin.

Aber es ist nur die ersten 200 Meter kalt, dann ist es gut. Die Scheu ist schon mal da. Aber du bist dann schon aufgestanden, und du bist nicht mehr im warmen Bett zu Hause.

Es wäre total tot und umsonst, wenn du da nicht reingingest. Deswegen siegt dann bei mir der Kopf über das Gefühl.“

Schwimmerin Britta Steffen aus Deutschland beim Wettkampf 100 Meter Freistil während der Olympischen Spiele in Peking, China, am 15. August 2008. Steffen sauste im Schwimmstadion in Peking mit einer unglaublichen Taktik nach vorn. Nach der ersten Bahn war sie noch Letzte. Anders als alle anderen startete sie eher ruhiger. Doch dann legte sie los: Steffen preschte nach vorn und schlug als Erste am Beckenrand an. Foto: Bernd Thissen

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