Paulas Nachrichten

Schweine sind klug, freundlich - und sauber

02.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Schweine haben’s nicht leicht. Die meisten Menschen halten sie für dreckig und dumm. Vielleicht haben deine Eltern dein unaufgeräumtes Zimmer ja auch schon mal als „Saustall“ bezeichnet. Oder jemand hat dich „Ferkel“ genannt, weil du dich bekleckert hattest. Und es gibt ja auch ganz üble Schimpfworte wie „dumme Sau“.

Das hört sich nicht nett an und vor allem: Es stimmt nicht. „Schweine sind sehr intelligente und saubere Tiere“, sagt Michael Wendt. Er ist Experte für Schweine. Wenn ihr Stall groß genug ist, richten sich die Grunz-Viecher sogar eine Toiletten-Ecke ein. „Sie benutzen nur diese Ecke als Toilette und achten darauf, dass der Rest des Stalls sauber ist“, erklärt der Professor. Man kann Schweine sogar so weit erziehen, dass sie stubenrein werden – wie Hunde oder Katzen. Leute, die sich kleine Hausschweine halten, stellen ihnen ein Katzenklo hin und gehen mit ihnen Gassi. Dann bleibt das Haus sauber.

Zwar wühlen und wälzen sich die Borstentiere gern im Schlamm. Aber nicht, weil sie sich gern dreckig machen, sondern zur Hautpflege. „Schweine haben eine sehr empfindliche Haut“, sagt Wendt. „Indem sie sich im Schlamm suhlen, schützen sie sich vor Sonnenbrand und Parasiten.“ Das sind winzige Schmarotzer, die auf Kosten anderer Tiere leben. Außerdem hilft das Wälzen den Schweinen, sich im Sommer abzukühlen. Sie können, anders als manch andere Tiere, nämlich nicht am ganzen Körper schwitzen. Den kühlen Schlamm empfinden die Tiere deshalb als angenehm. Später streifen sie die getrockneten Reste einfach wieder ab. Schweine sind im Gegensatz zu ihrem Ruf auch intelligent. „Man kann die Tiere gut dressieren“, sagt der Schweine-Experte. Und mit ihrer Super-Nase können sie hervorragend riechen. „Schweine werden deshalb gerne als Suchtiere eingesetzt“, erzählt Wendt. Berühmt sind zum Beispiel die Trüffelschweine aus Frankreich. Trüffel sind Pilze, die unter der Erde wachsen. Viele Menschen finden Trüffel lecker, aber sie sind sehr teuer. Die Schweine werden eingesetzt, um die Trüffel aufzuspüren. Die Menschen führen sie dabei an einer langen Leine in den Wald. Dank ihrer Spürnase finden die Schweine die Pilze ziemlich fix, obwohl die bis zu vierzig Zentimeter tief unter der Erde versteckt liegen. Zur Belohnung bekommen die Schweine von ihren Besitzern ein paar Eicheln.

Sogar die Polizei hat schon mal Schweine statt Hunde eingesetzt – bei der Rauschgiftsuche. Die feine Nase der Tiere hat dabei Drogenschmuggler überführt. Da hat die Polizei aber „Schwein gehabt“.

Wusstest du, dass sich Schweine unterhalten? Natürlich nicht wie Menschen, denn sie können ja nicht sprechen. Schweine benutzen verschiedene Quiek- und Grunzlaute. Sie sind sehr soziale Wesen, die in Gruppen zusammenleben. Diese Gruppen nennt man auch Rotten.

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