Paulas Nachrichten

Schwabbelkissen mit Untermietern

20.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Schwamm hat es nicht leicht. Meist festgepappt am Meeresgrund, kann er vor Feinden nicht weglaufen. Arme, um einen Angreifer wegzuschubsen, hat er auch nicht. Trotzdem mag dem schwabbeligen Getier im Meer kaum jemand zu nahe kommen. Denn Schwämme können sich wehren, erklärt der Bremer Biologe Andreas Kunzmann. „Sie strotzen vor Gift.“

Eigentlich ist es im Meer üblich, dass man munter durcheinander und aufeinander wächst. Korallen und Algen aber, die Schwämmen auf die Pelle rücken, bekommen oft die chemische Keule zu spüren. Ebenso Fische, die an den bunten Pummeln knabbern wollen.

Dabei ist es meist nicht der Schwamm selbst, der die Gifte zusammenbraut. „Er lagert Bakterien ein, die das können“, erklärt Kunzmann. In der Außenwand von Schwämmen gibt es jede Menge kleiner, behaglicher Stübchen für diese winzigen Lebewesen. Der Schwamm hält sie dort als nützliche Gäste.

Doch nicht allen Tieren machen die Gifte etwas aus. Allerlei Viecher kriechen trotzdem bei Schwämmen unter. Asseln und Schneckenverwandte zum Beispiel krabbeln in die Hohlräume. Wächst der Schwamm weiter, werden die Untermieter auch mal eingeschlossen. Dann sind sie in winzige Gehege gesperrt und müssen ihr ganzes Leben im Schwamm verbringen. Der Schwamm ist dann wie ein kleiner Zoo mit vielen Stübchen. Doch die Eingesperrten haben es so ganz gemütlich. Denn der Schwamm strudelt ihnen ihr Futter direkt vor die Nase. Und Feinde kommen an die Käfigverstecke auch nicht heran.

Es sei denn, es kommt ein Flaschennasen-Delfin vorbei. Die Tiere brechen nämlich häufig ein Stück Schwamm ab. Den stülpen sie sich über die Nase und benutzen ihn als Schnauzenschoner. Mit dem wuscheln die Delfine dann über den Meeresboden, um Fische aufzustöbern. Wie man das am besten anstellt, lernen Delfin-Babys schon von ihren Müttern.

Ein knallroter Schwabbel: Dieser irre aussehende Schwamm wächst in den Tropen.

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