Paulas Nachrichten

Schule wie vor 100 Jahren

23.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Mit dem Rohrstock in der Hand klopft Carla Dreßen auf das Holzpult neben sich. Sie guckt streng. „Ruhe!“, sagt die Lehrerin scharf. „Hier rede nur ich.“ Die 26 Kinder im Raum sind mucksmäuschenstill. In langem schwarzem Rock und hochgeschlossener weißer Rüschenbluse steht Frau Dreßen da. Im historischen Schulzimmer des Schulmuseums in Karlsruhe-Grötzingen unterrichtet die 78-Jährige – wie vor rund 100 Jahren.

Ihre altmodische Schulstunde ist ein Renner. Seit sechs Jahren kommen pro Woche bis zu fünf Klassen zu ihr. Dann zeigt sie den Schülern, „wie das war damals, wo man viel geschlagen und kleingemacht wurde“. Schläge verteilt sie natürlich keine während ihrer Stunden. Aber sie erzählt, wie Kinder früher bestraft wurden: Mädchen wurde auf die Fingerspitzen gehauen. „Manchmal bis Blut kam. Jungs mussten sich über eine Bank beugen und bekamen Schläge auf den Po“ – bis zu 15 Mal durften die Lehrer zuschlagen, erklärt die pensionierte ehemalige Sonderschullehrerin.

Mädchen und Jungs saßen getrennt voneinander. Wer nicht gehorchte, musste früher nach vorne kommen und auf kantigem Holz hinknien – bei besonders strengen Lehrern auch mal den ganzen Vormittag.

Natürlich wollen das alle Schüler heute mal ausprobieren – aber nur kurz! Und alle wollen die „Eselskappe“ aufsetzen. „Wenn nämlich früher ein Schüler besonders unartig war, dann musste er mit der Eselskappe auf dem Kopf den ganzen Schulweg bis nach Hause laufen“, sagt Frau Dreßen. Das war total peinlich und unangenehm für die Kinder damals.

Dann ist Schreiben dran. Vor sich hat jeder Schüler eine Schiefertafel und einen Griffel – also ein altmodisches Schreibgerät für die Tafel. „Schreibt mal euren Namen“, sagt Frau Dreßen. Die Griffel kratzen quietschend über die Platte. „Damals gab es noch das Fach Schönschreiben“, sagt die Lehrerin. Und sie zeigt ein Schulheft aus dem Jahr 1906: Die Buchstaben des Aufsatzes über einen König sind gestochen fein, völlig gleichmäßig, wie – ja, wie aus dem Computer. Die Kinder sind beeindruckt. Trotzdem sind sie am Schluss der Stunde sehr froh darüber, dass sie heute zur Schule gehen dürfen und nicht vor 100 Jahren.

Carla Dreßen steht im Badischen Schulmuseum in Karlsruhe-Grötzingen während einer inszenierten historischen Schulstunde mit einem Stock vor einer Tafel.

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