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Schuhputzer Indalle geht wieder zur Schule

11.06.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Die meisten Kinder haben Eltern, Großeltern oder andere Menschen, die sich um sie kümmern. Aber Indalle aus Äthiopien im Osten Afrikas hat nur einen kleinen Bruder. Und den muss er ganz allein versorgen.

Das macht Indalle, seit er zwölf Jahre alt ist. Beide Eltern sind gestorben. Und die Großeltern oder andere Verwandte konnten die beiden Jungen nicht bei sich aufnehmen. Deshalb musste Indalle sich Arbeit suchen, um Geld für Essen und die Miete zu verdienen.

Anfangs arbeitete er als Lastenträger in der kleinen Stadt Karakore. Das ist eine schwere und anstrengende Arbeit. Selbst starke erwachsene Männer bekommen davon oft einen kranken Rücken – für ein Kind ist der Job noch schlimmer.

Indalle war oft so erschöpft, dass er sich kaum noch rühren konnte. In die Schule konnte er auch nicht mehr gehen. Er musste schließlich arbeiten.

Inzwischen ist Indalle 17 Jahre alt und es gibt Hoffnung für ihn. Denn Leute von der Hilfsorganisation World Vision haben in der Stadt eine Aktion gestartet. Mit der wollen sie Kindern und Jugendlichen wie Indalle das Leben ein bisschen leichter machen. Indalle bekam Geld, um mit drei anderen Jungen einen Schuhputzer-Stand an der Hauptstraße aufzumachen. Andere Jugendliche bekamen Hilfe, um einen kleinen Laden zu betreiben.

Schuhe putzen ist nicht so schwer wie Lasten und Gepäck zu tragen. Viel Geld verdienen Indalle und seine Freunde nicht, aber es reicht zum Leben. Außerdem gibt es immer Leute mit staubigen oder schmutzigen Schuhen. Die Arbeit geht den Jungen also nie aus. Und was besonders wichtig ist: Sie gehen wieder zur Schule.

In Karakore gibt es sehr viele Kinder, und die Lehrer unterrichten deshalb vormittags und nachmittags. Für die vier Schuhputzer ist das sehr praktisch. Sie wechseln sich einfach mit der Arbeit ab. Wenn Indalle morgens mit einem seiner Freunde in der Schule lernt, arbeiten die anderen beiden. Nachmittags sind dann Indalle und sein Kumpel mit Schuheputzen dran.

Indalle ist froh über seine Arbeit. Er bürstet, bis jeder Lehmkrümel und jedes Staubkorn vom Schuh entfernt sind. Indalle ist inzwischen in der neunten Klasse. Eines Tages will er kein Schuhputzer mehr sein. Er hofft, nach der Schule eine technische Ausbildung machen zu können oder vielleicht sogar Ingenieur zu werden. „Vielleicht kann ich eines Tages selbst anderen Kindern helfen“, sagt er.

Der 17-jährige Indalle war lange Zeit Lastenträger. Jetzt putzt er Schuhe – und hat wieder Zeit, zur Schule zu gehen. Foto: Eva Krafczyk

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