Paulas Nachrichten

Schüler in Haiti brauchen dringend Hilfe

18.01.2010, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Ein Erdbeben hat in Haiti vor ein paar Tagen Chaos angerichtet. Seitdem versuchen Menschen aus aller Welt, den Opfern in dem Karibik-Staat zu helfen. Die Fernseh-Schauspielerin Alissa Jung setzt sich mit einer Hilfsgruppe dafür ein, dass mehr arme Kinder dort zur Schule gehen.

Jetzt hat sie lange erfolglos versucht, Kontakt mit Schulen aufzunehmen. Die 28-Jährige war im vergangenen Jahr in Haiti. Alissa Jung erzählte den „dpa-Nachrichten für Kinder“, was sie aus Haiti erfahren hat.

Warum ist es so schwierig, mit Leuten in Haiti Kontakt aufzunehmen?

„In den armen Gebieten ist einfach momentan noch niemand. Da ist es ganz schwer hinzukommen. Die ganzen Helfer, die wir dort kennen, sind jetzt erst mal damit beschäftigt, sich selber aus den Trümmern zu befreien, ihre Freunde zu befreien. Wir versuchen, mit ihnen zu telefonieren und E-Mails zu schreiben. Aber ihnen geht es selber nicht gut. Das Haus, in dem sie leben, ist eingestürzt.“

Ein Leiter Ihrer Organisation hat Ihnen trotzdem etwas erzählt. Was berichtet er aus Haiti?

„Er hat erzählt, dass ein ganzes Kinderkrankenhaus leergeräumt werden musste, weil Einsturzgefahr besteht. Wir haben aber auch gute Nachrichten bekommen. Zum Beispiel ist eine Freundin von uns, die dort arbeitet, die unter den Trümmern verschüttet war, lebendig befreit worden. Es geht ihr gut.“

Im November waren Sie selbst in Haiti. Wie leben Schüler da?

„Die Kinder waren so stolz, zur Schule gehen zu können. Denn das sind Kinder, denen gehört gar nichts, die haben kein Spielzeug, keine eigene Kleidung, das teilen sie sich mit ihren Geschwistern. Und dann hatten sie plötzlich eine Schuluniform, ein Schreibheft, das ihnen gehört. Sie haben uns so stolz gezeigt, dass sie schreiben lernen und haben uns Lieder vorgesungen.“

Was wollen Sie jetzt noch für die Leute in Haiti machen?

„Wir können hier in Deutschland nur gucken, dass wir ganz, ganz viele Menschen finden, die helfen wollen. Im Moment ist am allernötigsten, dass da Bagger hinkommen, die aufräumen können, dass da Lastwagen mit Wasser hinkommen, damit die Leute was zu trinken haben. Dass Verbandsmaterial hinkommt, damit die Verletzten behandelt werden können. Dafür wird erst mal Geld gebraucht.“

Interview: Kristina Puck, dpa (Alissa Jung arbeitet für die Aktion „Schulen für Haiti“. Sie arbeitet mit dem Kinderhilfswerk „Unsere kleinen Brüder und Schwestern“ zusammen.)

Alissa Jung (rechts) und Janin Reinhardt (links) beim Besuch einer Schule in Port-au-Prince in Haiti

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