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Schneller unterwegs als ein Flugzeug Ein amerikanischer Milliardär hat Pläne für einen Hochgeschwindigkeitszug vorgestellt

15.08.2013, Von Markus Brinkmann — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Es klingt wie die Geschichte aus einem Hollywood-Film: Der amerikanische Milliardär Elon Musk hat die Pläne für einen ganz schnellen Zug ins Internet gestellt. Er heißt Hyperloop (sprich: „haiper luup“) und soll für 570 Kilometer nur 35 Minuten brauchen. So lang ist die Strecke zwischen San Francisco und Los Angeles. Der Zug ist also sehr schnell. Immerhin benötigt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln für diese Strecke neun Stunden und muss zweimal umsteigen. Auch mit dem Flugzeug ist man etwas mehr als eine Stunde unterwegs. Der Hyperloop soll noch einmal eine halbe Stunde schneller sein. Dazu müsste der Zug bis zu 1200 Kilometer pro Stunde zurücklegen.

Skizze des Hyperloops : Eine Fahrt soll gerade mal 15 Euro kosten. Foto: dpa

Damit das klappt, hat sich der Milliardär ein System mit zwei Röhren überlegt, die auf Stelzen stehen. Darin schweben Kabinen auf Luftkissen. Das hört sich einfach an. Doch wenn ihr schon einmal an einer Haltestelle gestanden seid, als die U-Bahn eingefahren ist, dann habt ihr sicher den Wind bemerkt. Das ist der Luftwiderstand, den die Bahn vor sich herschiebt. Je schneller ein Zug fährt, desto höher ist dieser Luftwiderstand. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit ist er so hoch, dass man nicht mehr schneller fahren kann.

Um dieses Problem zu lösen, hat der Hyperloop am vorderen Ende einen Ventilator, der die Luft hinter den Zug blasen soll. In einer Kabine sollen nach der Vorstellung von Elon Musk 28 Passagiere Platz finden. Die Energie, die der Zug braucht, soll durch Solarzellen auf den Röhren hergestellt werden.

Kosten soll das Projekt bis zu 7,5 Milliarden Euro. Dabei müsste das meiste Geld in den Bau der Strecke gesteckt werden. Weil es in der Region um San Francisco und Los Angels oft Erdbeben gibt, müssen die Röhren Erschütterungen ertragen können.

Doch bis der erste Hyperloop unterwegs ist, können noch ein paar Jahre vergehen. Elon Musk selbst rechnet damit, dass ein erstes Beispiel frühestens in drei bis vier Jahren gebaut werden kann. Auch hat er selbst keine Zeit, sich darum zu kümmern. Deshalb hat er die Pläne ins Internet gestellt. Dort kann sie nun jeder anschauen und auch weiterentwickeln.

Ob die Hyperloop-Strecke wirklich gebaut wird, ist selbst dann völlig unklar. Die zuständige Regierung möchte lieber einen schnellen, normalen Zug zwischen San Francisco und Los Angeles fahren lassen. Der Zug würde für die Strecke ungefähr drei Stunden brauchen.

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