Paulas Nachrichten

Schatzsucher im Glück - "Ich finde immer was"

28.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Jürgen Grossmann hat ein sehr ungewöhnliches Hobby. Er ist Schatzsucher und hat schon viele wertvolle Sachen gefunden. Oft ist er stundenlang mit Rucksack, Metalldetektor und Spaten unterwegs. Der Detektor ist eine Maschine, mit der er Metall – also zum Beispiel Münzen – aufspüren kann. Das macht ihm sehr viel Spaß – nicht nur, weil er erfolgreich ist.

Jürgen Grossmann hat schon acht Schätze gefunden. Der größte bestand aus rund 8000 Münzen, die etwa 600 Jahre lang unter der Erde lagen. „Ich war fix und fertig“, beschreibt er seine Gefühle. Der Schatz lag für den 49-Jährigen ganz nah, nämlich nur eine Minute von seinem Haus entfernt.

Zum Schatzsuchen muss Jürgen Grossmann nie weit weg von seinem Heimatort laufen. Denn rund um das kleine hessische Dorf Schloßborn, in dem er wohnt, sind viele alte Sachen im Boden vergraben. Schloßborn war im frühen Mittelalter ein wichtiger Ort. Hier gingen Menschen aus der ganzen Region zur Kirche. Außerdem gab es in der Nähe eine wichtige Handelsstraße. „Während des Dreißigjährigen Krieges haben die Menschen aus Angst vor dem Krieg oder der Pest hier viel vergraben“, weiß Jürgen Grossmann. Die Pest ist eine gefährliche Krankheit, an der früher sehr viele Menschen starben. Sein Wissen hat er auch aus den vielen Büchern, die in seinem Wohnzimmer stehen. Sie heißen zum Beispiel „Die Kreuzzüge“ oder „Römische Münzen“. Sein Wohnzimmer sieht ein bisschen aus wie ein Museum. An den Wänden hängen Fotos von alten Münzen. In den Vitrinen liegen unter anderem ein 3500 Jahre alter Armreif, eine Kanonenkugel und eine Pestglocke. Sie wurde im Mittelalter geläutet, wenn die Pest ausgebrochen war. Seine wertvollsten Schätze hat Jürgen Grossmann aber nicht zu Hause, sondern sicherheitshalber im Tresor einer Bank untergebracht. Schon seit 20 Jahren sucht er nach Schätzen. Er glaubt, dass er der wohl erfolgreichste Schatzsucher in Deutschland ist. Richtig beweisen lässt sich das schwer. Aber: „Ich finde eigentlich immer etwas“, sagt er. Für sein Hobby ist der Auto-Mechaniker früher viel verspottet worden. Einige Dorfbewohner hätten ihn sogar ausgelacht, erzählt er. Weil Jürgen Grossmann so erfolgreich ist, verspottet ihn heute aber keiner mehr.

Mit einem Metalldetektor – also einem Suchgerät für Metalle – streicht Jürgen Grossmann über den Boden. Er sucht nach Münzen im Boden. Foto: Boris Roessler

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