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Sauberes Wasser ist auf Madagaskar ein Luxus

25.06.2016, Von Jürgen Bätz — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Viele Menschen haben kein sauberes Wasser und werden deshalb leichter krank

Haritiana ist 15 Jahre alt. Jeden Tag schleppt das Mädchen mehrmals schwere Wassereimer. Doch es hat damit noch Glück. Für viele Bewohner auf der Insel Madagaskar ist Wasser eine Gefahr: Es ist nicht sauber. Deswegen kann es krank machen.

Die 15-jährige Haritiana wartet am Wasserkiosk in Antananarivo, der Hauptstadt von Madagaskar. Die Eimer sind mit sauberem Trinkwasser gefüllt – ein Luxus in dem Inselstaat Madagaskar. Foto: Jürgen Bätz

Haritiana schleppt täglich schwere Eimer mit Trinkwasser nach Hause. Das Mädchen ist 15 Jahre alt und lebt auf der Insel Madagaskar. In der Wohnung seiner Familie gibt es kein fließendes Wasser. Das ist in dem Land für viele Menschen normal.

Fließendes Wasser zu Hause zu haben, ist ein Luxus. Madagaskar ist ein Inselstaat im Indischen Ozean. Die meisten Menschen dort sind sehr arm.

Haritiana holt vier Mal am Tag 30 Liter Wasser für die Familie

„Inzwischen komme ich vier Mal am Tag zum Wasserholen“, sagt Haritiana. Sie geht in ihrem Stadtviertel immer zum gleichen Wasserkiosk. Er ist elf Stunden am Tag geöffnet. Bezahlt ein Kunde, öffnet die Verkäuferin den Hahn und lässt das Wasser plätschern.

Die meisten Bewohner des Viertels kommen mit Kübeln oder Kanistern, um ihr Wasser nach Hause zu bringen. „Ich hole immer zwei Eimer voll Wasser“, sagt Haritiana. Ein Eimer fasst ungefähr 15 Liter. Haritiana schleppt also jedes Mal 30 Kilogramm weg! Denn ein Liter Wasser ist ein Kilogramm schwer. Das Wasser reicht ihr, den Eltern und ihren beiden Geschwistern zum Waschen, Abspülen, Kochen und Trinken.

Im ganzen Stadtviertel gibt es kein fließendes Wasser in den Häusern

Auch der 18-jährige Fali holt Wasser: „Hier im Stadtviertel hat keiner fließendes Wasser zu Hause“, sagt er. „Das Problem ist für uns alle Alltag.“ Dass es etwas wie einen Wasserkiosk gibt, ist gut. Denn in dem Armenviertel der Hauptstadt Antananarivo stapelt sich der Müll an den Straßenrändern. Das Wasser in den kleinen Kanälen und Tümpeln des Viertels ist verdreckt. Niemand hat Geld, sich eine Wasserleitung nach Hause legen zu lassen.

Außerhalb von Städten ist die Situation noch schwieriger. Dort müssen oft zu Fuß lange Wege zurückgelegt werden, um an einem Brunnen Wasser zu holen. Experten sagen: Auf dem Land hat nur ein Drittel der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Für den Rest ist das Wasser eine Gefahr – es kann verunreinigt sein.

Vor allem Kinder können von solchem Wasser heftigen Durchfall bekommen. Das kann schlimme Folgen haben. Weil die Menschen auf Madagaskar sehr arm sind und es nur wenig Ärzte gibt, sterben Kinder sogar an Durchfall. Hätten sie so gutes Trinkwasser wie in Deutschland, würde ihnen wohl nichts passieren.

Auf Madagaskar setzt sich zum Beispiel das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen dafür ein, dass mehr Menschen Zugang zu sauberem Wasser bekommen. Die Experten helfen unter anderem dabei, Brunnen zu bauen und Abwasser richtig zu entsorgen.

Wichtig ist es den Experten auch, Kindern die Grundregeln für den Umgang mit Wasser beizubringen: Sie sollen sich immer die Hände mit Seife waschen und nur sauberes Wasser trinken. Dann werden Kinder auf Madagaskar auch nur noch selten krank.

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