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Rot, grün, blau: Papageienschwärme

27.08.2016, Von Lisa Krassuski — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Tausende Papageien leben an der Küste Argentiniens

Krahh, krahh, krahh! Jeden Abend kann man in dem kleinen Küstenort El Cóndor in Südamerika ein lautes Krächz-Konzert hören. Dort leben Tausende Felsensittiche zusammen.

In der Nähe des Ortes El Cóndor leben Tausende Felsensittiche.

Mauricio Failla schaut durch sein Fernglas. Er beobachtet eine Gruppe Papageien, die hoch am Himmel an ihm vorbeiziehen.

Das Foto zeigt Felsensittiche. Fotos: Mauricio Failla/ Juan Masello.

Sie krächzen laut durcheinander. Ihr Gefieder leuchtet hell in der Abendsonne: Es ist grün, gelb, rot und auch ein wenig blau. Mauricio Failla lebt und arbeitet in dem kleinen Küstenort El Cóndor. Das liegt in Argentinien, einem Land in Südamerika.

Forscher beobachten schon lange die Papageien-Kolonie

Der 40-Jährige ist Biologe. Er beobachtet die Tiere und Pflanzen in der Umgebung von El Cóndor. Besonders intensiv beschäftigt er sich mit den Vögeln, die gerade an ihm vorbeigeflogen sind. Es sind Felsensittiche. „Mir gefallen sie, weil sie so schöne Farben haben und sehr intelligent sind“, sagt er.

In der Nähe von El Cóndor leben Tausende Felsensittiche. Es ist die größte Kolonie dieser Papageien, die man kennt, sagt der Experte. Eine Kolonie ist eine Gruppe von Tieren, die in einem Gebiet zusammenleben.

Jahrelang haben Kollegen von Mauricio Failla die Felsensittiche genau erforscht.

So fanden sie zum Beispiel heraus, wie die Vögel leben, was sie fressen und wie sie ihre Jungen aufziehen.

Die Papageien bauen ihre Nester in die Wände der Steilküste. Sie ziehen ihre Küken also direkt neben dem Meer groß. Rund 13 Kilometer lang ist der Bereich, in dem die Nester sind.

Würde man einen Spaziergang vom ersten bis zum letzten Nest machen, wäre man ungefähr drei Stunden lang unterwegs.

Die Felsensittiche sind sehr treu. Haben sich Papageienmann und Papageienfrau einmal füreinander entschieden, bleiben sie häufig für immer beieinander, sagt Mauricio Failla.

In der Umgebung gibt es viel Nahrung

Wie lange es die vielen Papageien an diesem Ort in Argentinien schon gibt, wisse niemand genau, erzählt der Biologe. Wahrscheinlich fühlen sich die Felsensittiche in El Cóndor so wohl, weil es in den Büschen und Wiesen der Umgebung viel Nahrung für sie gibt. Die Vögel fressen Früchte, Sprösslinge und Samen.

In den vergangenen Jahren ist die Kolonie in El Cóndor kleiner geworden. Einige Vögel sterben, weil sie von Füchsen, Adlern, Eulen oder Wildkatzen gefressen werden. Einige werden vom Menschen getötet oder eingefangen und als Haustier verkauft. „Dabei ist beides verboten!“, sagt Mauricio Failla.

Ein großes Problem sei jedoch vor allem, dass die Umgebung der Tiere immer mehr zerstört werde. Flächen, auf denen vorher Büsche und Gräser wuchsen, werden zum Beispiel für die Landwirtschaft benutzt. Dadurch finden die Felsensittiche nicht mehr genug Nahrung.

Mauricio Failla und seine Arbeitskollegen versuchen, die Papageien zu schützen. Sie wollen verhindern, dass die Kolonie weiter schrumpft. Die Helfer erklären zum Beispiel Einheimischen und Urlaubern, was den Felsensittichen schadet und was ihnen guttut. Und sie erforschen die Vögel weiter. Mauricio Failla macht diese Aufgabe großen Spaß: „Ich stehe jeden Morgen auf und habe Lust zu arbeiten.“

Ein Haus mit Blick aufs Meer

Mehrere tausend Papageien-Nester sind in der Nähe von El Cóndor. Ein Nest besteht aus einem Loch, das die Felsensittiche in den sandigen Felsen graben. Durch die vielen Löcher sieht die Steilküste dort fast so aus, wie ein Schweizer Käse.

Über drei Meter tief können die Löcher sein. Wären sie etwas breiter, könnten sich zwei Jugendliche hintereinander hineinlegen. Die Papageien-Paare kehren Jahr für Jahr zum gleichen Nest zurück, um dort Eier auszubrüten und Küken aufzuziehen.

Manchmal kann es jedoch passieren, dass ein Teil des Nests einstürzt. Dann muss sich das Papageien-Paar einen neuen Nistplatz bauen. Die alten, eingestürzten Nester bleiben jedoch nicht leer. Sie werden oft von anderen Vogelarten zur Brut benutzt. „Es ist ein Haus, das sie umsonst beziehen können. Und sogar mit Blick auf das Meer“, sagt der Biologe Mauricio Failla.

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