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Quelle mit rätselhafter Unterwelt

31.12.2014, Von Julia Lutzeyer — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Der Blautopf – Verblüffend ist nicht nur die intensive Farbe des Gewässers

Der Blautopf in Blaubeuren Foto: dpa

Wisst ihr, wie Sagen entstehen? Oft dadurch, dass sich Menschen etwas nicht so recht erklären können.

Zum Beispiel, wenn ein Felsen eine ungewöhnliche Form hat oder wenn an einem Ort immer wieder Unglücke geschehen. Solche Beobachtungen oder Begebenheiten wurden früher zum Anlass genommen, sich wundersame Geschichten zu erzählen.

Auf einer solchen Sage geht „Die Historie von der schönen Lau“ zurück. Der schwäbische Dichter Eduard Mörike hat sie 1853 aufgeschrieben. Die Geschichte erzählt von einer verbannten Wassernixe, die in der Quelle des Flusses Blau lebte. Diese Quelle gibt es tatsächlich, sie wird Blautopf genannt und liegt bei Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb. Wenn man am Ufer steht, blickt man in grünblaues Wasser, das unendlich tief zu sein scheint. Dort also soll die schöne Lau gelebt haben.

Sie war sehr traurig, und das war ihr Problem. Doch die Bewohner in Blaubeuren schafften es, sie viermal zum Lachen zu bringen und damit ihr Schicksal zu wenden. Heute erzählt man sich diese Geschichte nur noch zum Vergnügen. Geglaubt wird sie nicht mehr.

Denn mittlerweile weiß man, warum der Blautopf scheinbar bodenlos ist und weshalb sein Wasser in prachtvollen Grün- und Blautönen schimmert. Taucher haben herausgefunden, dass die Blautopfquelle in ein weit verzweigtes unterirdisches Höhlensystem mündet. Die Gesamtlänge soll mehr als sieben Kilometer betragen. Allein die Blautopfhöhle misst fast fünf Kilometer. Diese Unterwelt zu erforschen ist sehr schwierig. Sogar Berufstaucher sind hierbei schon tödlich verunglückt.

Wollt ihr den Blautopf in seinen schönsten Farben sehen, dann besucht ihn an einem heiteren Sommertag. Dann leuchtet das Wasser türkisblau, so, als würde jeden Tag Tinte hineingeschüttet. Dass das Wasser so eine Farbe hat, liegt an der Tiefe des Blautopfs und an der Reinheit des Wassers. An manchen Tagen kann der Blautopf aber auch wild werden. Dann schäumt und brodelt er und überschwemmt das Ufer. Doch schon bald liegt er wieder ganz still da, unglaublich schön. Man kann schon verstehen, dass die rätselhafte Quelle den Menschen keine Ruhe ließ und ihre Fantasie anregte.

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