Paulas Nachrichten

Paula zieht den Wollschal trotz der Sonne an

07.05.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas gewatschelt. Es war tolles Wetter. Denn es war richtig warm und der Himmel war einfach nur blau. Der Andreas hat gerade in seinem Kleiderschrank herumgekramt. Ich habe ihn nur von hinten gesehen. Und ich habe ihn ganz schlecht verstanden. Denn er ist beinahe so richtig im Kleiderschrank gesteckt. Dann kam er raus. Er hat gelächelt. Und einen Wollschal in der Hand gehabt.

Ich habe gesagt: „Äh, was willst du denn mit dem Wollschal? Jetzt wird es doch richtig Frühling und Sommer!“

Der Andreas hat ganz ernst geguckt. Er hat geantwortet: „Das ist völlig richtig, Paula. Aber ich brauche genau diesen Schal morgen!“

„Echt?“, habe ich geschnattert, „wird es denn morgen wieder kalt?“

„Nein, nein“, hat der Andreas geantwortet, „keine Angst, Paula! Morgen wird es auch richtig schön! Aber ich gehe zum Fußball-Spiel. Und morgen müssen wir alle Farbe bekennen!“ Dabei hat er immer noch ganz ernst geguckt.

Ich habe mir den Schal dann mal ein bisschen näher angeguckt. Und dann habe ich das Wappen von seinem Lieblingsverein entdeckt. Das ist der VfB Stuttgart. „Ah ja“, habe ich gemeint, „aber warum musst du morgen Farbe bekennen? Das klingt ja komisch!“

„Das ist so eine Redensart, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Das sagen die Menschen halt so. Der Spruch kommt vom Kartenspielen. Da gibt es ja Pik, Kreuz, Herz und Karo. Diese verschiedenen Kartenarten nennt man Farben. Und in manchen Kartenspielen gibt es eine besondere Regel. Da legt einer eine Karte mit einer Farbe hin – und die anderen müssen dann auch eine Karte mit dieser Farbe hinlegen. Das nennt man ,Farbe bekennen‘.“

Das hatte ich jetzt eigentlich verstanden. Aber eigentlich hatte ich es auch nicht verstanden. Ich habe gesagt: „Äh, aber gehst du nun morgen zu einem Fußballspiel oder zu einem Kartenspiel? Bei einem Kartenspiel zugucken ist doch langweilig, oder?“

Der Andreas musste ein bisschen lachen. Dann hat er die eine Augenbraue ein bisschen hochgezogen und gemeint: „Mensch, äh, Ente Paula! Ich habe dir doch gesagt: Das ist eine Redensart, ein Spruch! Natürlich gehe ich zu einem Fußballspiel. Und natürlich gehe ich zu einem Spiel von meinem VfB. Und die schweben in großer Abstiegsgefahr . . .“

Ich habe den Andreas unterbrochen und „Natürlich“ gesagt. Denn davor hatte er ja auch immer „natürlich“ gesagt. Daraufhin hat er seine Augenbraue noch weiter nach oben gezogen. Er war ein bisschen sauer. Deshalb hat er gemeckert: „Na ja, so natürlich ist das auch wieder nicht.“

Und ich habe zurückgeschnattert: „Aber letztes Jahr war das ja auch schon so! Und vorletztes Jahr . . .“

Jetzt hat mich der Andreas unterbrochen. Er hat gesagt: „Ja, ja, ist ja schon gut! Ich weiß, ich weiß. Aber deshalb muss man ja jetzt Farbe bekennen. Deshalb habe ich den Schal rausgeholt. Damit zeige ich: ,Ich halte zu meiner Mannschaft!‘ Auch wenn sie zuletzt oft verloren hat! Das heißt: Ich bekenne Farbe für meinen VfB!“

„Ah, das ist in Ordnung“, habe ich dann gemeint. Und ich habe gesagt: „Und wenn sie verlieren und absteigen: Weinst du dann?“

Der Andreas musste kurz überlegen. Dann hat er geantwortet: „Na ja, weinen werde ich nicht. Aber traurig wäre ich schon.“

So ganz habe ich das nicht verstanden. Ich habe dann ein bisschen gelächelt und ganz munter gesagt: „Na ja, so wichtig ist ja Fußball nicht. Es ist ja nur ein Spiel!“

Der Andreas musste jetzt lächeln. Aber dann hat er ein bisschen streng gesagt: „Ja, das ist richtig. Es ist ist nur ein Spiel. Aber Spielen ist auch schon wichtig. Das Spielen macht uns Menschen und Zeitungsenten erst zu Menschen und Zeitungsenten. Das hat schon der Schiller gesagt. Der war ein berühmter Dichter und Denker hier ganz aus der Gegend.“

„Das finde ich gut! Ich spiele auch sehr gerne! Aber ich bin halt nicht so ein großer Fußball-Fan wie du“, habe ich gesagt.

„Das kann schon sein, liebe Paula! Da kann man auch gar nichts dafür. Als Fan wird man irgendwie geboren. Man sucht sich seine Mannschaft auch nicht aus wie ein Lieblingshemd oder etwas zu essen. Man hat die Mannschaft einfach oder man hat sie nicht! Deshalb werde ich sie beim Spiel auch unterstützen. Auch wenn sie zuletzt schlecht waren!“

Das habe ich verstanden. Und ich habe gesagt: „Weißt du was? Dann bekenne ich jetzt auch Farbe! Das hilft dir. Und denen vielleicht auch!“ Dann habe ich den Schal angezogen. Auch wenn er mir ein bisschen warm war! Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula sorgt sich um die Äpfel

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich durch die Stadt zum Andreas gewatschelt. Der Wind hat ganz schön geweht. Der Andreas hat mich begrüßt: „He, Paula, schön dass du da bist! Der Wind hätte dich auch verwehen können. Oder auch deine Buchstaben. Dann hätte man gar nichts mehr auf…

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