Paulas Nachrichten

Paula wundert sich über die Rollenten

21.01.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche war ich natürlich wieder in der Stadt unterwegs. Obwohl es sehr, sehr kalt war. Aber mein schickes Zeitungsgefieder leistet mir da dann ganz gute Dienste. Normalerweise begrüßen mich immer die Menschen ganz lieb. Die sagen dann: „Ah, hallo, Paula!“ Oder sie sagen: „He, guck mal, da kommt die Zeitungsente Paula!“

In der Stadt habe ich gleich mal eine Gruppe von Menschen gesehen. Die sind zusammengestanden und haben sich unterhalten. Ich habe im Vorbeiwatscheln so ein bisschen zugehört. Da habe ich immer wieder „Ente, Ente, Ente“ gehört. Das hat mich gefreut. Ich habe die Leute ganz lieb angeschaut und angelächelt. Aber die haben mich gar nicht angeguckt. Hm, habe ich mir überlegt. Was ist denn mit denen los? Die sprechen von mir. Aber sie wollen mich gar nicht angucken.

Also bin ich mal weitergewaschtelt. Ihr werdet nicht glauben, was ich dann gesehen habe! Da ist eine ganze Menge Enten rumgestanden. Die hatten aber keine Watschelbeine. Die hatten Räder. Und sie hatten alle einen Hut auf. Die sahen auch alle irgendwie anders aus. Ich bin mal zu denen hingewatschelt. Ich habe gerufen: „He, Brüder, was geht denn mit euch ab? Wo kommt ihr denn her?“ Aber irgendwie wollten die auch nicht mit mir reden. Von denen hat mir keine einzige eine Antwort gegeben.

Ich bin also mal weiter zum Andreas gewatschelt. Der weiß ja oft etwas zu den neuen Sachen in der Stadt. Unterwegs bin ich noch mehr Enten begegnet. Das fand ich schon komisch. Ich bin dann endlich beim Andreas angekommen und habe an der Türe geklingelt. Er hat mich reingelassen und gleich gerufen: „He, Paula, schön dass du auch mal vorbeirollst!“

„Rollen?“, habe ich geschnattert. „Ich habe doch keinen Rollstuhl. Ich kann doch watscheln.“

Aber plötzlich habe ich das mit dem Rollen verstanden. Der hat natürlich die komischen Enten in der Stadt gemeint. Also habe ich weitergeschnattert: „Also weißt du! Ich bin doch wirklich eine Zeitungsente und nicht so eine komische Rollente wie die Typen in der Stadt!“

Der Andreas hat mich angeguckt und gelacht. Dann hat er gesagt: „Aber Paula! Das sind doch keine Rollenten! Das sind Tigerenten!“

„Was?“, habe ich gleich mal weitergeschnattert. „Tiger? Tigerenten? Die sind doch sicher gefährlich! Tiger beißen doch und fressen harmlose Tiere! Und deshalb machen das die seltsamen Enten auch? Und deshalb heißen die Tigerenten oder was? Und die dürfen einfach so harmlos in der Stadt rumstehen?“

„Ja, Paula“, hat der Andreas gesagt und ganz arg ernst geguckt. „So ist das. Und dann haben die auch noch Rollen dran. Damit sie ganz schnell rollen und ihre Opfer fangen können!“

Das fand ich schrecklich. Meine runden Entenäuglein sind immer größer geworden. Vor Angst. Schließlich hatte ich ja sogar versucht, mit den komischen Enten zu sprechen. „Was?“, habe ich geschnattert. „Da sind rollende Beißerenten unterwegs und du hast mich nicht gewarnt? Da hatte ich ja riesiges Glück! Wahrscheinlich haben die gerade Mittagspause oder einen Mittagsschlaf gemacht! Und nachher . . .“

Jetzt hat mich mal der Andreas unterbrochen. „He, Paula, halt, halt, halt! Stopp, stopp, stopp! Ich habe dich nur veräppelt! Das sind keine rollenden Beißerenten! Und die heißen auch nicht Tigerenten, weil sie so gefährlich sind. Eine Tigerente ist eine ganz harmlose Ente. Eine ganz liebe. Eine, die du überallhin mitziehen kannst. Wie ein kleines Kind. Dafür haben die Rollen. Und deshalb sprechen die auch nicht. Die sind aus Holz. Die Kinder lieben die. Und viele Erwachsene auch.“

„Ach“, habe ich gemeint, „und warum stehen die dann hier überall herum?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „die Tigerenten kommen in Kinderbüchern von einem Janosch vor. Der ist auch ein ganz toller Maler. Von dem kannst du dir gerade eine Ausstellung in der Kreuzkirche angucken. Deshalb haben Schüler und Kindergartenkinder die verschiedenen Tigerenten gebastelt. Die machen sozusagen Werbung für die Ausstellung.“

„Ah“, habe ich gemeint, „dann sollte ich mir die mal angucken!“

Und der Andreas hat gemeint: „Ja. Das lohnt sich. In der Ausstellung sind auch Bilder vom Musiker Udo Lindenberg zu sehen. Der trägt immer einen Hut. Deshalb haben die Tigerenten hier auch einen Hut auf. Die beiden Künstler sind auch sehr lieb, Der Lindenberg hilft jungen Künstlern. Und der Janosch hilft auch kranken Kindern. Der hat für jedes Zimmer von einem Krankenhaus für sehr kranke Kinder Bilder gemalt. Und einen großen lieben Bären gebastelt. Der steht vor dem Krankenhaus. Ja, und im Zuge von der Ausstellung werden auch Spenden für das Kinderkrankenhaus gesammelt.“

„Das ist ja toll“, habe ich gemeint, „dann schaue ich mir noch viel lieber die Bilder von denen an. Ja, und die lieben Enten besuche ich gleich auch noch mal. Vielleicht wollen die mich ja mal durch die Gegend rollen!“ Eure Paula

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Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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