Paulas Nachrichten

Paula wundert sich über den starken August

03.09.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

das waren tolle Urlaubstage! So eine schöne Sommerwoche wie die vor zwei Wochen hat es schon lange nicht mehr gegeben. Man konnte ins Freibad oder an einen See. Der Andreas war ja wieder verreist.

„He, wo warst du denn wieder?“, wollte ich gleich von ihm wissen.

„In Dresden“, hat er geantwortet.

„Wo? In ,Drehst du den?‘ Was drehen sie denn da? Filme?“, habe ich lachend geschnattert.

„So ein Quatsch, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Das ist eine Stadt in Ostdeutschland. Das hat mit ,drehen‘ nichts zu tun.“

„Ja, ja, schon gut, das war doch nur Spaß“, habe ich ihn beruhigt. Ich verstehe ja schon manchmal etwas falsch. Manchmal mache ich das aber auch absichtlich. Damit kann man den Andreas nämlich ein bisschen ärgern. Außerdem fängt er dann immer zu erzählen und zu erklären an. Das mag ich. Und er mag’s auch. Der erzählt nämlich gerne.

Diesmal war es natürlich wieder so. Er hat gleich berichtet: „Dabei ist das mit dem ,drehen‘ eigentlich gar nicht so falsch. In Dresden könnte man toll Filme drehen, die vor ein paar hundert Jahren spielen. Da gibt es eine wunderschöne Altstadt. Mit tollen Kirchen, tollen Schlössern, Brücken und wunderbaren Museen.“

Das habe ich mir gleich gedacht. Der Andreas mag so richtig alte Steine. Er mag die uralten Steine von den Römern und den Griechen. Er mag aber auch die alten Steine von den Rittern. Solche gibt’s in Deutschland ja eher mal. Deshalb habe ich den Andreas gefragt: „Haben die Ritter diese Stadt gebaut?“

Er hat geantwortet: „Nein, die tollen Gebäude dieser Stadt sind später gebaut worden. Vor ungefähr 300 Jahren. Von August dem Starken.“

Das fand ich spannend. „August der Starke?“, habe ich gemeint. „War der so stark, dass er die Gebäude alleine bauen konnte?“

Der Andreas musste lachen. „Nein, nein, Paula, der war damals der Fürst von Sachsen. Das ist so etwas Ähnliches wie ein König. Der hieß so, weil er mächtig war. Außerdem war er für die damalige Zeit mit 1,76 Metern im Vergleich zu anderen Männern richtig groß. Er war auch körperlich wirklich stark. Er soll mal ein Hufeisen von einem Pferd mit seinen Händen zerbrochen haben. Selber gebaut hat er nicht. Er hat bauen lassen. So entstand das Elbflorenz.“

Das hörte sich seltsam an. Den Namen „Florenz“ habe ich schon einmal gehört. Aber das war doch keine deutsche Stadt . . . Ich habe den Andreas angeguckt wie das berühmte Auto. Er hat natürlich gelächelt und mir auch diese Sache erklärt: „Florenz ist eine wunderschöne Stadt in Italien mit vielen alten prächtigen Gebäuden. Und unser Dresden liegt am Fluss Elbe. Man nennt Dresden deshalb Elbflorenz. Man will damit zeigen: Diese Stadt an der Elbe ist so schön wie das italienische Florenz.“

„Wieso hat der August denn so tolle Gebäude bauen lassen?“, wollte ich wissen.

„Naja, das war im Barock so. Die Herrscher wollten zeigen, wie toll und mächtig sie sind. Das haben sie mit ihren Gebäuden machen wollen.“

„Rock? Gab’s damals denn schon die laute Musik mit den Gitarren? Oder sind die damals alle mit Rock rumgelaufen‘?“, habe ich nachgefragt.

„Nein, ,Barock‘ nennt man die Zeit damals. Das kommt vom portugiesischen Wort für seltsame Perlen. Daran hat man sich durch neue, prunkvolle Bauweise erinnert gefühlt“, hat der Andreas gesagt.

Damit war ich zufrieden. Deshalb habe ich gesagt: „Toll, dass der starke August so starke Mauern bauern ließ. Sonst wären die zusammengefallen und wir könnten sie uns heute nicht anschauen.“

Der Andreas hat ganz traurig geguckt. Dann hat er gemeint: „So stark waren die Mauern nicht. Im letzten großen Krieg in Europa vor bald 70 Jahren wurde die Stadt mit Bomben ganz zerstört. Man hat sie lange nicht aufbauen können. Die größte Kirche lag noch bis vor ein paar Jahren in Trümmern. Diese Frauenkirche hat man erst aufbauen können, nachdem West- und Ostdeutschland wieder zu einem Land geworden waren. Das ist ein Zeichen der Einheit und des Friedens.“ Der Andreas hat mir Bilder dazu gezeigt. Auf dem einen hat man gesehen, wie die Kirche nach dem Krieg ausgesehen hat. Und auf dem anderen, wie sie heute wieder aussieht.

Toll, dass das geklappt hat – und das ohne den starken August. Eure Paula

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