Paulas Nachrichten

Paula würde nicht zum Kometen fliegen

15.11.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal zum Andreas gewatschelt. Der hat gleich losgequatscht: „He, Paula, hast du mitbekommen? Das mit Rosetta hat geklappt! Sie hat Philae zu Tschuri gebracht.“

Ich habe ihn natürlich angeguckt. „Rosetta?“, habe ich gefragt. „Die kenne ich nicht. Ist das eine Bedienung? Die hat dir ein Filet zum Essen gebracht?“

„Nein“, hat der Andreas geantwortet, „natürlich nicht. Die Rosetta hat auch kein Filet gebracht, sondern Philae. Und den hat sie auf dem Kometen Tschuri abgesetzt.“

„Was? Auf einem Kometen? Das sind doch die Gesteinsbrocken im Weltall. Und da hat die jemanden hingebracht? Wie denn? Mit einer Rakete? Und warum? War der frech zu ihr? Hm, dich könnte ich ja auch manchmal auf den Mond schießen. Aber nur, wenn du frech zu mir bist. Aber auf einen Kometen . . .“

Der Andreas hat mich in den Arm genommen und gelächelt. Dann hat er gesagt: „Da habe ich ja noch einmal Glück gehabt. Da möchte ich auch wirklich nicht hin. Der Komet ist ja noch viel, viel weiter weg von der Erde als der Mond. Das ist viel schwerer, dorthin zu fliegen.“

„Ja, aber der Philae der soll . . .“, habe ich geschnattert. Und der Andreas hat mich gleich unterbrochen und gemeint: „Bevor du noch eine Rettungsmission für Philae startest, erkläre ich dir das: Also, die Rosetta ist ein Raumschiff. Allerdings ohne Astronauten. Das fliegt sozusagen ferngesteuert. Und das hat ein noch kleineres Raumschiff dabei. Das ist ungefähr so groß wie ein Kühlschrank. Das heißt Philae. Und das hat sie jetzt auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, kurz Tschuri, abgesetzt. Der Philae soll mit seinen Instrumenten den Kometen erforschen. Der macht Untersuchungen und funkt die Ergebnisse an die Forscher auf der Erde. Die können sich dann überlegen, was die Ergebnisse bedeuten. Komm, Paula, ich zeige dir das mal.“

Dann hat er ein paar alte Spielsachen und einen Ball aus dem Keller geholt und wir haben das mal nachgespielt. Das war gar nicht so einfach. Der Ball ist immer weggerollt und das kleine Raumschiff hat immer ganz blöd hin- und hergependelt. „He, haltet doch mal still“, habe ich geschnattert.

„Siehst du, Paula, das ist gar nicht so leicht“, hat der Andreas gemeint. „Und der Ball liegt direkt bei dir. Deshalb ist das mit Rosetta, Philae und Tschuri ja so toll. Rosetta und Tschuri sind zehn Jahre lang durchs Weltall zu Tschuri geflogen. 500 Millionen Kilometer! Das ist eine Fünf mit acht Nullen! Da braucht sogar das Licht 28 Minuten von dort bis zu uns! Und das Licht ist schneller als alles andere. Von der Sonne braucht das Licht nur acht Minuten zu uns. Und von deinem Mond nur eine Sekunde . . .“

Das fand ich schon toll. Aber eine Frage hatte ich natürlich: „Ja, und warum fliegen die dann da hin? Dann sollte die Rosetta lieber zum Mond fliegen!“

„Naja“, hat der Andreas gemeint. „Auf dem Mond waren die Menschen schon. Aber es gibt noch einen einfachen Grund für Rosettas und Philaes Reise. Die Forscher sind neugierig. Vor unvorstellbar langer Zeit sind nämlich Kometen auf die Erde gefallen. Und die könnten unser Wasser dabei gehabt haben und erst einmal auf die Erde gebracht haben. Und noch andere Materialien. Aus denen könnten dann die ersten Lebewesen entstanden sein. Das macht die Forscher sehr neugierig. Sie wollen wissen, ob die Kometen das Zeug immer noch dabei haben.“

„Hm“, habe ich gemeint, „der Philae ist ja dann auch ganz arg neugierig. Hm, dann hätten sie ihn auch Paula nennen können. Ich bin ja auch neugierig als Zeitungsente. Dann hätten sie auch nicht so komische Namen nehmen müssen.“

„Das stimmt“, hat der Andreas gesagt. „aber die Namen haben ihren Grund. Der Komet ist nach seinen Entdeckern benannt. Und Rosetta ist ein ägyptischer Ort und Philae eine ägyptische Insel. Dort hat man uralte Steine gefunden. Da standen Namen in einer unbekannten ägyptischen Schrift und auch in einer bekannten griechischen Schrift darauf. Dadurch konnte man die unbekannte ägyptische Schrift zum ersten Mal lesen. Und mit dem Untersuchen von dem Kometen will man eben auch Sachen vom Entstehen des Lebens und der Erde zum ersten Mal verstehen. Aber du kannst ja dein Spielraumschiff Paula nennen!“

Das war eine gute Idee, liebe Kinder. Das habe ich gemacht! Und Raumschiff Paula ist auf dem rollenden Kometen gelandet! Eure Paula

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