Paulas Nachrichten

Paula würde gerne ihren Mantel teilen

14.11.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Mittwoch habe ich den Andreas in der Stadt getroffen. Er hatte eine Jacke an. Obwohl es eigentlich warm war. Aber er hatte auch noch eine andere Jacke über den Arm hängen.

Ich habe geschnattert: „He, ist dir so kalt? Willst du gleich noch eine zweite Jacke anziehen? Oder hast du dir eine neue Jacke gekauft? Du hast doch noch genug Jacken!“

Der Andreas hat geantwortet: „Keine Bange, Paula! Ich habe mir nicht einfach so eine neue Jacke gekauft. Im Gegenteil. Das ist eine von den Jacken von meinem Sohn. Aber er hat die so gut wie nie angehabt. Sie hat ihm nicht so gut gefallen. Und dann ist er gleich zu viel gewachsen. Deshalb passt sie ihm nicht mehr. Tja, und jetzt bringe ich sie in den Diakonieladen.“

„Dia?“, habe ich geschnattert, „waren das nicht früher die bunten Bildchen? Solche hast du mir schon einmal gezeigt. Da warst du als Kind im Urlaub drauf. So am Meer und so. Die waren uralt! Und da gibt es jetzt einen Laden damit? Und was will der mit der Jacke?“

„Aber Paula“, hat der Andreas gesagt, „Dia hat mit Diakonie doch nichts zu tun! Die bunten Bildchen von früher heißen Dia. Das stimmt. Bei den alten Griechen hieß ,dia‘ nämlich einfach ,durch‘. Denn man kann durch die Bildchen einfach durchleuchten mit einem Licht. Dann kann man sie groß an der Wand angucken. Diakonie ist zwar auch ein altes Griechenwort. Aber es heißt etwas ganz anderes. Es bedeutet nämlich so viel wie ,Dienst‘. Heute dienen die Kirchen auch den Menschen. Das ist die Diakonie. Und im Diakonieladen kann man gute, gebrauchte Sachen abgeben. Die werden dann sehr billig wieder verkauft. Deshalb können dort arme Menschen einkaufen.“

„Das ist ja eine tolle Sache!“, habe ich mich gefreut. Und ich habe mir überlegt: „Aber du hättest die Jacke dann natürlich auch zu den Flüchtlingen bringen können! Die brauchen gerade bestimmt auch Sachen für den Winter.“

Der Andreas hat mir über mein schönes, rundes Entenköpflein gestreichelt und mich gelobt: „Super, Paula! Das ist eine sehr gute Idee! Du bist ja ein richtiger Martin! Die Flüchtlinge kommen aber auch in den Diakonieladen. Sie bekommen ja nur wenig Geld. Aber im Diakonieladen können sie sich dann damit etwas zum Anziehen kaufen. Das ist aber dann richtig schön für sie. Weil sie sich da selber etwas aussuchen können.“

Das mit den Flüchtlingen und dem Diakonieladen hatte ich ja verstanden. Aber das mit dem Martin nicht so ganz.

Deshalb habe ich gesagt: „Ich bin ein Martin? Äh . . . Wieso das denn? Ich heiße doch Paula . . . Äh . . .“

Der Andreas hat gelacht und gemeint: „Schon klar, Paula. Du heißt natürlich Paula und nicht Martin. Aber du hast das mit dem Teilen und Schenken so schön verstanden. Da wollte ich dich loben. Und da habe ich dich aus Spaß mit dem heiligen Martin verglichen. Heute ist ja der Martinstag. Wie jedes Jahr am 11. November. Denn da wurde er vor langer, langer Zeit beerdigt. Der Martin hatte ja seinen römischen Soldatenmantel mit einem Bettler geteilt.“

„Ach so“, habe ich gemeint.

Und der Andreas hat dann ein bisschen gelacht und noch gesagt: „Na ja, aber dann müsstest du ja deinen eigenen Mantel teilen. Hm, aber als Zeitungsente hast du ja gar keinen Mantel. Du hast ja nur dein Zeitungsgefieder . . .“

Das fand ich schon ein bisschen fies vom Andreas. Deshalb wollte ich ihn ärgern. Ich habe ihn dann später in der Redaktion besucht. Er musste dann mal weg von seinem Schreibtisch. Da habe ich mir schnell seine Jacke geschnappt. Das ist seine Lieblingsjacke. Und ich habe mir seine große Schere aus der Schublade geholt . . .

Dann kam er auch schon wieder an seinen Schreibtisch zurück. Er hat richtig geschrieen: „He, du spinnst wohl! Was machst du denn da? Weg mit der Schere von meiner Jacke!“

Ich habe mich dann ganz ruhig umgedreht, ihn angelächelt und zu ihm gesagt: „Wieso denn? Ich wollte doch nur Martin spielen! Und ich habe leider keinen eigenen Mantel. Das hast du doch selber festgestellt. Und mein eigenes Gefieder kann ich ja auch nicht teilen . . .“

„Ja, aber . . .“, wollte der Andreas weiterschnattern, äh, weitersprechen. Aber ich habe ihn gleich unterbrochen und gesagt: „Keine Angst, das war doch auch nur ein Späßchen. Ich zerschneide deine Jacke nicht. Ich finde schon etwas anderes zum Verschenken!“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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