Paulas Nachrichten

Paula würde auch auf Schokoeis fahren

23.12.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Er war gerade auf einem Termin. Aber auf seinem Stuhl ist eine riesengroße Weihnachtsmannmütze gehangen. Ich habe mal nach links geguckt. Und auch einmal nach rechts geguckt. Und dann habe ich mir die Mütze einfach mal schnell aufgesetzt. Die war aber echt riesengroß.

Plötzlich hat jemand hinter mir gesagt: „He, Weihnachtsente! Endlich bist du da! Hast du mir auch ein schönes Geschenk mitgebracht?“

Ich bin erst einmal erschrocken. Aber dann habe ich den Andreas gesehen. Ich habe ganz aufgeregt geschnattert: „Kannst du nicht normal Hallo sagen? Musst du mich so erschrecken? Und eine Weihnachtsente bin ich auch nicht. Ich bin und bleibe eine Zeitungsente!“

„Ach so“, hat der Andreas gemeint, „ich dachte nur wegen der tollen Kappe. Ja, und eigentlich ist das gar keine Kappe. Das ist eine Husse!“

Das habe ich jetzt überhaupt nicht verstanden. Das klang komisch. Ich habe weiter geschnattert: „Was? Ein Russe? Wieso das denn? Ist das die Kappe vom russischen Weihnachtsmann?“

Der Andreas musste lachen. „Nein. Paula! Das ist auch nicht die Kappe vom russischen Weihnachtsmann. Das ist gar keine Kappe. Ich habe doch gesagt: Das ist eine Husse. H-u-s-s-e. Das kommt vom französischen Wort ,housse. Das ist einfach ein Überwurf für einen Stuhl. Das war das Ding ja auch bis geradeeben. Bis du es als Mütze aufgesetzt hast. Die Husse haben deine Freunde, die Spatzen von der Monika, für dich geschickt. Ich habe sie schon einmal auf meinen Stuhl gespannt. Damit richtig Weihnachten ist!“

„Ah“, habe ich gemeint, „das ist lieb von den Spatzen! Aber schade, dass das keine Mütze ist. Die ist so kuschelig.“

Der Andreas hat mich in den Arm genommen und gemeint: „Ja, ja, so kenne ich dich, Paula! Ganz kuschelig warm. Und richtig groß. Wenn es richtig kalt wird, versteckst du dich dann wahrscheinlich ganz in deiner Hussenrussenkappe! Pah, dann könntest du sogar mit meinem Freund Lars mit der Oden auf dem Eis rumrutschen!“

Das habe ich wieder nicht so richtig verstanden. Ich habe gesagt: „Hm, am Eis rumlutschen wäre toll. Am besten am Schokoeis!“

Der Andreas hat mich jetzt angeschaut wie ein Auto. Er hat gesagt: „Doch nicht am Eis rumlutschen! Auf dem Eis rumrutschen! Mit Lars auf der Oden! Du kennt doch den Lars. Das ist der Polarforscher aus Nürtingen. Und die Oden ist ein schwedisches Schiff. Auf dem fährt er gerade. Das ist ein Eisbrecher. Komm’, ich zeige dir ein Bild!“

Der Andreas hat mir am Computer ein tolles Bild von einem riesigen Schiff gezeigt. „Ach so“, habe ich gemeint, „Dann ist das ja klar. Das wäre ja auch schade um das leckere Schokoeis! Äh, warum zerbricht die Oden denn Eis?“

„Das ist ja kein Eis zum essen“, hat der Andreas gesagt. „Das ist das Eis auf dem Meer. Denn oben im Norden friert im Winter das Meer zu. Dann können die normalen Schiffe nicht mehr fahren. Deshalb kommt dann die Oden und zerbricht das Eis für die anderen Schiffe.“

„Ah“, habe ich überlegt, „das ist ja toll von der Oden. Aber warum kann die da fahren und die anderen Schiffe nicht?“

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „die ist eben kein normales Schiff. Sie ist ein Eisbrecher. So ein Eisbrecher ist ein ganz stabiles Schiff. Das wird mit ganz viel Eisen gebaut. Vorne ist die Hülle der Oden aus sechs Zentimeter dicken Stahl gebaut. Das ist dicker als ein Streichholz lang ist! Dann hat sie noch riesige Wassertanks. Man kann das Wasser dann immer von vorne nach hinten pumpen. Dann fängt das Schiff an zu stampfen. Die schaukelt dann. Die Oden ist vorne platt und nicht so spitz wie ein normales Schiff. So rutscht sie auf das Eis drauf.“

„Ja“, habe ich geschnattert, „und dann bricht das auseinander!“

„Genau“, hat der Andreas gemeint, „schlaue Zeitungsente! Weil das Schiff so schwer ist und auf dem Eis herumstampft! Die Oden kann sogar sechs Meter dickes Eis durchbrechen. Das ist beinahe so hoch wie mein Haus! Die Oden kann aber auch vorne Wasser aufs Eis spritzen. Das ist dann noch rutschiger.“

„Ah ja,“ habe ich gemeint und mir noch mal das Bild angeguckt. „Die sieht echt komisch aus. Vorne so platt.“

„Ja“, hat der Andreas gesagt, „die hat auch etwas, das sonst kein Eisbrecher hat: weiter unten unter der Wasseroberfläche hat sie einen richtigen Bug. Das ist die spitze Schnauze von einem Schiff. Die Platte über dem Wasser bricht das Eis. Und der spitze Bug drückt das Eis dann unten zur Seite.“

„Das ist ja echt spannend“, habe ich gemeint.

Und der Andreas hat gesagt: „Tja, dann kannst du ja mal mit deiner warmen, großen Weihnachtsmütze den Lars auf der Oden besuchen.“

„Äh, na ja“, habe ich gestottert, „du weißt doch: Am liebsten bin ich hier in Nürtingen bei den Kindern! Aber wer weiß: Wenn es dort auf der Oden doch Schokoeis gibt . . .“

Aber jetzt wünsche ich euch erst einmal ein frohes Weihnachtsfest, liebe Kinder! Eure Paula

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