Paulas Nachrichten

Paula würde alle Truthähne begnadigen

26.11.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal beim Andreas vorbeigeflattert. Das war kurz vor der Mittagspause. Ich habe ihn gefragt: „Laufen wir zusammen in die Stadt? Ich muss noch etwas einkaufen. Und zwar etwas zum essen!“

Der Andreas hat gemeint: „Klar machen wir das! Denk dran: Diese Woche ist Sänksgiwwing. Da gibt es immer ein ganz besonderes Festmahl!“

„Sänks-was? Der Martinstag ist doch schon vorbei. So ein Festmahl gibt’s doch erst zu Weihnachten wieder! Und du weißt doch: Ich kann mit Gänsen zum essen eh nichts anfangen!“

Der Andreas hat ganz komisch gegrinst und gemeint: „Nee, also Gänse gibt es keine zu Sänksgiwwing. Da isst man Truthähne!“

„Tuthähne? Tuten die anstatt zu gackern?“, habe ich geschnattert. „Das sind ja komische Gockelkumpels!“

„Nee, nee“, hat der Andreas gemeint, „das sind Truthähne. Das schreibt man mit T-r-u-t. Die tuten nämlich nicht. Die machen ,trut, trut‘. Aber deswegen werden die nicht gegessen. Die gibt es in Amerika. Deshalb gehören die nämlich zu Sänksgiwwing. Das schreibt man t-h-a-n-k-s-g-i-v-i-n-g. Das heißt eigentlich einfach ,Danke sagen‘. Deshalb ist das so etwas ähnliches wie unser Erntedankfest. Aber nur so etwas ähnliches. Beim Erntedankfest danken die Christen hier ihrem Gott für die Ernte. In Amerika wird da etwas anderes gefeiert. Vor beinahe 400 Jahren kamen Siedler aus Europa nach Amerika. Aber die hatten ein Problem. Sie waren ganz frisch da und der Winter kam. Dafür hatten sie zu wenig zu essen. Die Ureinwohner, die mancher heute noch Indianer nennt, haben ihnen geholfen. Sie haben ihnen Essen gegeben. Und sie haben ihnen gezeigt, wie man Mais anbaut. Deshalb haben sie ihnen gedankt und dafür ein großes Fest mit ihnen gefeiert. Das ist in Amerika heute noch ein richtig großer Feiertag!“

„Ah“, habe ich ganz traurig gesagt, „und deshalb essen die einfach die ganzen Truthähne auf! Die Armen! Warum essen sie dann nicht lieber einfach den Mais!“

„Mais essen die da schon auch!“, hat der Andreas geantwortet, „die stopfen die Truthähne damit aus. Oder sie essen Maisbrot dazu!“

„Das ist ja der Hammer! Das muss doch nicht sein!“, habe ich geschnattert.

„Du bist ja schon ein ganz lieber Tierkumpel, Paula! Du bist ja fast so lieb wie der Ami-Präsident!“, hat der Andreas gemeint.

„Ach, isst der nur Mais an diesem komischen Tag? Ist der vielleicht auch eine Zeitungsente? Oder wenigstens eine Präsidenten-Ente?“, wollte ich wissen.

„Aber, Paula, natürlich ist der keine Ente“, hat der Andreas gesagt.

Ich habe ihn gleich unterbrochen und dazwischengeschnattert: „Na, klar, Mann, das war doch nur ein Witz! Du machst doch auch immer Witze!“

„Ach so“, hat der Andreas geantwortet, „dachte ich mir es doch! Also, der begnadigt jedes Jahr einen Truthahn. Der wird dann nicht geschlachtet und gegessen. Der hat Glück gehabt! Komm’, Paula, ich zeige dir mal ein Bild davon!“

Er hat mir ein Bild gezeigt mit dem Präsidenten und einem weißen Truthahn.

„Begnadigt? Das hört sich ja fies an“,. habe ich weiter geschnattert. „Eigentlich begnadigt man doch nur Verbrecher! Hat der was verbrochen? Vielleicht hat der zu laut ,trut, trut‘ geschrieen!“

„Naja“, hat der Andreas gemeint, „dann hätten sie ihn ja eher gleich geschlachtet! Aber das sagt man halt eben so. Der Präsident kann nämlich alle möglichen Typen begnadigen! Sogar einen Truthahn!“

„Na, toll“, habe ich gemeint, „ich denke da eher an all die anderen Truthähne. Die werden nicht begnadigt! Da kaufe ich mir lieber einen schönen Salat und ganz viel Mais! Dann mache ich mir einen schönen Maissalat zum Thanksgiving-Fest! Und ein Maiskorn esse ich nicht auf. Das begnadige ich!“

Der Andreas musste auch lachen. „Das ist aber lieb von dir, Paula! Da freut sich das Maiskorn! Dann bist du ja wirklich eine richtig gute Zeitungsenten-Präsidentin“, hat er gesagt.

„Naja“, habe ich gemeint, „als Präsidentin würde ich wirklich alle Truthähne in Amerika begnadigen. Die dürften dann auch ganz laut ,trut, trut‘ rufen so viel sie wollen!“ Eure Paula

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