Paulas Nachrichten

Paula will sich keine Zeit klauen lassen

25.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gekommen. Der wollte gerade gehen. Ich habe das gemerkt und gemeint: „Ah, ja, na, dann gehe ich wieder! Du hast ja wohl keine Zeit für mich!“

„Aber Paula“, hat er geantwortet, „für dich habe ich doch immer Zeit! Und wenn nicht, nehme ich mir Zeit für dich! Für dich würde ich sogar zum Tagedieb werden!“ Und dann hat er gelacht.

Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto. Dann habe ich geschnattert: „Tagedieb? Kannst du Zeit klauen? Wie soll das denn gehen?“

Der Andreas musste weiterlachen. Dann hat er aber aufgehört und gemeint: „Na ja, eigentlich war das nur ein Spaß von mir. Ein Tagedieb klaut eigentlich keine Zeit. Obwohl. Eigentlich schon.“

Das hat mich jetzt total verwirrt. Ich habe natürlich weitergeschnattert: „Ja, was jetzt? Klaut ein Tagedieb Zeit oder nicht?“

„Also gut“, hat der Andreas gemeint, „ich erkläre dir das. Also, pass auf, Paula: Das Wort Tagedieb ist eher sprichwörtlich gemeint. Das sagt man halt so. Gemeint ist damit ein fauler Typ. Solche faulen Typen hängen den ganzen Tag nur herum. Sie machen nichts Sinnvolles. Vor allem arbeiten sie nicht. Na ja, und da hat man früher so gemeint: ,Der faule Typ klaut dem lieben Gott den Tag.‘ Denn früher hat man gedacht: Der liebe Gott freut sich über fleißige Menschen.“

„So, dann wärst du also lieber ein fauler Sack und würdest dem lieben Gott einen Tag klauen. Du würdest den ganzen Tag nichts arbeiten. Und natürlich würdest du behaupten: Du konntest nichts arbeiten, weil du dir die Zeit für mich genommen hast! Nein, nein, das machen wir nicht. Ich bin ja auch eine fleißige Zeitungsente. Und du musst ein fleißiger Redakteur sein. Dann gehen wir eben zusammen zu deinem Termin.“

„Na klar“, hat der Andreas lachend gesagt, „das würden wir machen. Das mit dem Tagedieb war ja nur ein Spaß!“

„Das habe ich mir gedacht! Zeit kann man ja auch nicht klauen! Das geht eh nicht!“, habe ich ganz überzeugt gesagt.

Der Andreas hat mich ganz komisch angeguckt, so von der Seite. Dann hat er ganz frech gegrinst und gemeint: „Wetten, dass doch? Wir bekommen jedes Jahr eine Stunde geklaut. Und irgendwann bekommen wir sie wieder zurück!“

„Wie?“, habe ich ganz verdutzt gefragt. „Gibt es vielleicht doch Zeitdiebe? Vielleicht keinen Tagedieb, aber dafür einen Stundendieb?“

„So ähnlich“, hat der Andreas lächelnd gesagt. „Das ist die Sache mit der Sommerzeit!“

Das hatte ich natürlich schon gehört. Ich habe gleich losgeschnattert: „Na klar, die Sommerzeit! Das hast du mir doch schon einmal erklärt. Warte mal, ich weiß das noch: Unsere Uhrzeit richtet sich ja nach der Sonne aus. Ja, und dann kann man die Zeiger von unseren Uhren ja einfach um eine Stunde verstellen. Dann ist es mal eine Stunde länger hell. Und dann wieder früher dunkel!“

„Sehr gut, Paula“, hat mich der Andreas gelobt. „Das hast du dir gut gemerkt! Also, in der Nacht von Samstag auf Sonntag werden wieder die Uhren um eine Stunde verstellt. Weißt du, ob vor oder zurück? Na?“

Jetzt habe ich ihn wieder ganz groß angeguckt. Ich habe ganz arg überlegt. Ich habe gesagt: „Äh, ja, also, na klar, warte mal, ich überlege mal, also jetzt wird es Winter. Und, äh, es war Sommer. Also, äh, vor, oder doch, äh, warte mal, zurück, oder . . .“

Der Andreas musste lächeln. Dann hat er gesagt: „Da gibt es einen tollen Spruch dafür. Damit kann man sich das merken. Der heißt: ,Spring forward, fall back‘.“

„Das hört sich aber komisch an. Fohl bäck? Hat das was mit dem Bäcker zu tun?“, habe ich gemeint.

„Nein“, hat der Andreas geantwortet. „Das ist englisch. Das heißt so viel wie: ,Springe nach vorne, falle zurück!‘ Aber ,spring‘ heißt auf Englisch auch ,Frühling‘. Und ,fall‘ heißt Herbst. Also meint der Spruch: ,Im Frühling muss man die Uhr vorstellen, im Herbst wieder zurück.‘ Jetzt am Wochenende müssen wir die Uhren also eine Stunde zurückstellen. Morgens um 3 Uhr stellen wir sie einfach zurück auf 2 Uhr. Dann bekommen wir die Stunde im Bett geschenkt. Und im Frühjahr stellen wir die Uhren um 2 Uhr wieder auf 3 Uhr vor. Da wird uns dann eine Stunde geklaut.“

„Gar nicht schlecht“, habe ich gemeint. „Aber gibt es denn dafür keinen deutschen Spruch?“

„Natürlich, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Das kann man sich auch so merken: Im Frühling wird es warm. Da stellt man die Gartenmöbel vor die Tür auf die Terrasse, den Balkon oder in den Garten. Und im Herbst holt man sie wieder . . .“

„Zurück!“, habe ich dem Andreas dazwischengeschnattert. „Man stellt die Möbel zurück! Und die Uhr auch!“

Dann wissen wir, was wir am Sonntag tun müssen, liebe Kinder! Eure Paula

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