Paulas Nachrichten

Paula will sich in Zuckerwatte packen

04.03.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gekommen. Er war aber gerade nicht an seinem Platz. Deshalb habe ich mich erst einmal in Ruhe auf seinem Schreibtisch umgesehen. Normalerweise macht man das ja nicht. Denn das ist ja sein Schreibtisch. Aber manchmal liegt da auch Post für mich. In letzter Zeit landeten da oft Bilder für mich von euch, liebe Kinder! Die habt ihr mir doch zu meinem Geburtstag geschickt. Also war ich wieder neugierig. Tatsächlich war da noch einmal ein Brief für mich. Oh, da habe ich mich aber noch einmal sehr gefreut!

Darum habe ich den Andreas nicht bemerkt. Der war jetzt von einem Termin gekommen. Er hat plötzlich gesagt: „He, wer will denn da meine Arbeit machen? Oder suchst du etwas anderes, Paula?“

Ich habe mich so erschrocken. Mein armes kleines Entenherzlein hat ganz stark und ganz schnell geschlagen.

„Musst du mich so erschrecken? Ich habe doch nur mal nach meiner Post geguckt! Das ist doch nicht gut für mein Herz!“, habe ich zurückgeschnattert.

„Aber, Paula“, hat der Andreas gesagt und gelächelt, „ich wollte dich halt ein bisschen ärgern! Und du bist doch eine junge, starke Zeitungsente! Da muss man dich doch nicht in Watte packen!“

„In Watte packen? Wieso das denn? Aber wenn du Zuckerwatte dabei hast . . . hm, dann darfst du das gerne mit mir machen!“, habe ich gemeint.

Das hat der Andreas nicht so richtig verstanden. Deshalb hat er geguckt wie ein Auto. So gucke eigentlich ich, wenn ich etwas nicht verstehe. Na ja, das kommt ja auch schon einmal vor.

Aber jetzt ging’s dem Andreas so. Er hat gesagt: „Zuckerwatte? Ich soll dich in Zuckerwatte packen? Und du isst die dann auf? Von wegen! Das war nur ein Spaß. Das sagt man halt so. Das heißt: Man passt auf jemanden übertrieben gut auf. Dazu packt man ihn in Watte. Aber nur mit Worten. Denn eigentlich packt man ja zerbrechliche und wertvolle Dinge in Watte. Dann schützt die die Watte und sie gehen nicht kaputt!“

„Ah“, habe ich gemeint, „das ist aber lieb von dir! Dann bin ich also wertvoll. Das freut mich! Aber zerbrechlich möchte ich nicht unbedingt sein.“

„Na ja“, hat der Andreas geantwortet, „das ist ja auch nicht wörtlich gemeint. Du zerbrichst schon nicht. Und du kannst ja auch gut auf dich aufpassen: Aber es gibt Tiere, die Probleme haben. Die stehen dann unter Artenschutz!“

Das habe ich nicht so richtig verstanden. Ich habe geschnattert: „Gartenschutz? Die kommen in einen Garten? Und dort sind die dann sicher?“

„Nee, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „das hast du falsch verstanden. Es geht doch nicht um Gartenschutz. Ich habe Artenschutz gesagt. Alle Tiere und Pflanzen teilt man in Arten ein. Du bist eine Zeitungsente. Das ist deine Art. Es gibt ganz viele Arten. Man schätzt so über eineinhalb Millionen. Das ist eine große Zahl mit vielen Nullen. Die sieht so aus: 1 500 000. Viele von diesen Arten sind gefährdet. Pflanzen und Tiere.“

„Na ja“, habe ich überlegt, „das kann ich mir vorstellen: Viele Tiere und Pflanzen werden von anderen Tieren aufgefressen. Und wenn die dann richtig Hunger haben . . .“

Der Andreas musste ein bisschen lächeln. Dann hat er mir erklärt: „Das hört sich richtig an. Ist es aber nicht. Denn im Tierreich ist das ganz normal: Manche Tiere fressen andere Tiere – und werden wieder von anderen gefressen. Die Natur hält das im Normalfall im Gleichgewicht. Aber dann kam irgendwann mal der Mensch ins Spiel. Wir dehnen unseren Lebensbereich immer weiter aus. Mit Häusern und Straßen. Mit Abgasen und Müll. Das ist schlecht für manche Pflanzen und für manche Tiere. Und dann stellen die Menschen die unter Artenschutz. Sonst sterben die aus.“

„Ah“, habe ich gesagt, „dann ist der Artenschutz ja richtig gut. Um welche Tiere geht es denn da?“

Der Andreas hat überlegt. Dann hat er gemeint: „Tja, das sind sehr viele. Ein gutes Beispiel für unsere Gegend hier sind zum Beispiel die Zauneidechsen.“

Ich habe den Andreas gleich unterbrochen und geschnattert: „Ha, ich weiß! Der Mensch schützt die mit Zäunen. Deshalb heißen die so!“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Gut überlegt, Paula! Aber es stimmt nicht ganz. Die leben oft auf leeren Flächen neben den Gebieten der Menschen. Und die Menschen Grenzen ihre Gärten und Grundstücke ja oft mit Zäunen ab. Wenn der Mensch immer mehr Flächen zubaut, ist das schlecht für die Zauneidechsen. Manchmal muss der Mensch die dann richtig umsiedeln.“

„Das ist ja toll. Da gibt man sich ja richtig Mühe. Kannst du mir mal ein Bild zeigen?“, habe ich gefragt.

Der Andreas hat mir ein Bild gezeigt. Das hat eine Kollegin von ihm gemacht.

Ich habe mir sie angeschaut und gemeint: „He, die sieht ja richtig sportlich aus. Die kann man bestimmt gar nicht in Watte packen! Die muss man schon anders schützen. Jetzt habe ich das verstanden.“ Eure Paula

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