Paulas Nachrichten

Paula will niemanden verpfeifen

12.01.2019, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal beim Andreas zu Hause vorbeigewatschelt. Ich habe geklingelt und er hat mich gleich reingelassen. Er hatte ganz dicke Backen. Da war etwas zum Essen drin. Der Andreas hat zu erst einmal nichts gesagt.

Ich habe ihn direkt angeschnattert: „Ah, da komme ich ja richtig! Was gibt es denn Leckeres?“

Er hat sich zu mir umgedreht. Immer noch mit vollem Mund. Er hat ganz große Augen gemacht. Und er hat seinen nach oben ausgestreckten Zeigefinger auf seine Lippen gelegt. Ihr wisst doch, liebe Kinder: Das heißt „Pssst“.

Gesagt hat er aber nichts. Denn sein Mund war rappelvoll. Gesagt habe ich jetzt aber vorsichtshalber auch nichts.

Dann hatte der Andreas gekaut und geschluckt. Und er hat gesagt: „Mensch, äh, Ente, Paula! Beinahe wärst du ein richtiger Wisslbloaher gewesen!“

Ich habe geschnattert: „Was? Wiesel? Ich bin doch kein Wiesel! Ich bin eine Ente! Eine Zeitungsente!“

„Aber Paula“, hat der Andreas zu mir gesagt, „klar bist du eine Ente, eine Zeitungsente! Keiner hat von einem Wiesel gesprochen. Ich habe ein anderes Wort gesagt. Das kommt aus dem Englischen. Man schreibt es W-h-i-s-t-l-e-b-l-o-w-e-r. Es ist ein englisches Wort. Deshalb hört es sich an wie Wisslbloaher. Auf Deutsch bedeutet es eigentlich: Jemand, der in eine Pfeife pustet.“

„Ah“, habe ich gemeint, „aber ich habe doch gar keine Pfeife dabei.“

„Nein“, hat der Andreas gesagt und gelacht, „aber du schreist so laut. Das hätte beinahe meine Frau gehört. Und dann hätte ich Ärger bekommen!“

Ich konnte nur „Hä?“ sagen. Deshalb hat der Andreas geflüstert: „Na ja, jetzt war ja erst Weihnachten. Und da habe ich halt auch ein bisschen viel Süßigkeiten genascht. Also hat meine Frau gesagt: ,Jetzt isst du erst mal keine mehr. Aber du weißt ja, liebe Paula, das ist sehr schwer. Also habe ich mir halt gerade heimlich ein Stückchen Schokolade im Keller geholt und es gleich aufgegessen. Und dann bist du gekommen und verpfeifst mich beinahe!“

„Verpfeifen?“, habe ich geschnattert, „ich bin doch kein Schiedsrichter von deinen komischen Fußballern!“

„Nein“, hat der Andreas lächelnd gesagt, „das bist du nicht, Paula. Jemanden verpfeifen kommt aus der Gaunersprache. Das heißt eigentlich ganz einfach: jemanden verraten. Du hättest mich als Schokodieb an meine Frau verraten. Aber du hast schon recht: Das mit dem Whistleblower könnte was mit dem Schiedsrichter zu tun haben. Der bläst ja auch in die Pfeife, wenn einer ein Foul gemacht hat. Eigentlich jedoch kommt das von den englischen Polizisten. Die haben auch eine Pfeife. In die pfeifen die rein. Damit geben sie ihren Kollegen ein Zeichen, wenn ein Gauner abhaut. Dann werden die anderen darauf aufmerksam.

Aber eigentlich nennt man heute jemanden so, der ein Geheimnis verrät. Oft tut man damit was Gutes. Wenn jetzt zum Beispiel Politiker geheim etwas Falsches machen. Dann könnte das jemand mitbekommen. Und der könnte das dann in der Zeitung oder im Internet berichten. Dann gibt es ein Leak!“

„Ah“, habe ich gesagt, „das klingt wie quiek! Aber ich habe das heute schon mal gehört. In den Nachrichten im Radio. Was ist denn das? Eine Spezialpfeife von einem Pfeifenblaser?“

„Nein“, hat der Andreas gesagt, „das ist das englische Wort für ,Leck‘. Ein Leck ist zum Beispiel ein Loch in einem Schiff. Durch das kann Wasser ins Schiff laufen. Oder ein Loch in einem Fass. Dann fließt die Flüssigkeit raus. Und jetzt gerade flossen viele Informationen von Politikern ins Internet. Obwohl die das nicht wollten.“

„Ah“, habe ich gemeint, „waren das auch so üble Geheimnisse? War das dann auch ein guter Pfeifer?“

„Nein“, hat der Andreas gemeint, „in dem Fall nicht. Der hat einfach Briefe, Adressen, Telefonnummern, Rechnung, Bankzahlen und so verraten. Die gehen ja aber niemand anderes etwas an. Der wollte die einfach ärgern.“

„Ach so“, habe ich gesagt, „das ist ja dann nicht nett von dem. Da muss man aber aufpassen. Du zum Beispiel! Wenn da jemand in deinen Computer guckt, hm, der könnte ja auch Sachen von mir entdecken . . . Du weißt ja viel über mich!“

„Da hast du recht, Paula“, „aber man kann sich ja mit Passwörtern schützen!“

„Mit einem Pass? Hast du dann einen Pass für deinen Computer?“, wollte ich wissen.

„Einen Pass nicht“, hat der Andreas geantwortet, „aber so etwas Ähnliches. Die Computerprogramme haben eine Sperre. Da kommen Fremde nicht vorbei. Sie können sie also nicht passieren. Das Wort Pass für die amtlichen Papiere kommt vom Römerwort ,passare‘. Das heißt ,vorbeigehen‘. An der Sperre komme nur ich vorbei. Denn ich habe ein Passwort. Wenn man das eingibt, kommt man an der Sperre vorbei. Aber diese Politiker hatten ganz leicht zu erratende Passwörter.“

„Hm“, habe ich gelacht und gesagt, „wie wenn dein Passwort ,Schokolade‘ wäre. Das könnte ich auch ganz leicht erraten.“ Eure Paula

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