Paulas Nachrichten

Paula will nicht in einem Blitzkäfig sitzen

25.07.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche bin ich mal zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er stand am Fenster und hat ganz ängstlich rausgeguckt. Da waren schwarze Wolken zu sehen. „Hast du Angst vor denen? Soll ich dich beschützen?“, habe ich gefragt.

„Ah, Paula“, hat er geantwortet, „das ist aber lieb von dir! Aber so schlimm ist es nicht. Ich habe nur Angst wegen des großen Fußballturniers. Das veranstaltet gerade mein Verein, die TSV Oberensingen. Das heißt Sennerpokal.“

„Senner?“, habe ich geschnattert. „Das ist doch der Name von unserer Zeitungsfirma! Der Gründer von unserer Zeitung hieß doch Senner!“

„Das stimmt, Paula“, hat mich der Andreas gelobt. „Meine Zeitung hat den Sennerpokal auch ins Leben gerufen. In jedem Jahr findet das Turnier woanders statt. In diesem Jahr bei uns in Oberensingen. Wir wünschen uns gutes Wetter. Dann kommen viele Zuschauer. Regen wäre mal nicht so schlimm. Aber Hagel und Gewitter wären blöd.“

Das konnte ich ein bisschen verstehen. Die Hagelkörner können ja richtig wehtun. Die sind echt blöd. Aber das Gewitter? Na ja. Als ich noch eine ganz kleine Zeitungsente war, hatte ich auch immer viel Angst. Aber dass erwachsene Fußballer vor einem Gewitter Angst haben . . .

Ich habe geschnattert: „Hast du wie ein Baby Angst vor einem Gewitter?“

Der Andreas hat seine linke Augenbraue ganz weit nach oben gezogen. Das heißt immer: Er ist ein bisschen sauer. Er hat dann auch geschnattert, äh, gemault: „Angst wie ein Baby? Das hat doch mit Baby nichts zu tun! Vor einem Gewitter muss man sich aber schon in Acht nehmen. Vor allem im Freien.“

„Warum?“, habe ich lachend weitergeschnattert. „Hört man dann wegen dem Donner auf dem Fußballplatz dein Geschrei nicht mehr?“

Jetzt war der Andreas richtig sauer mit mir. Deshalb habe ich gemeint: „He, das war doch nur Spaß!“

Dann hat er gesagt: „Schon gut, Paula! Blitze sind gefährlich. Vor allem im Freien. Und erst recht auf einem großen, flachen Fußballplatz. Bei einem Gewitter muss man runter vom Platz. Sonst kann man vom Blitz getroffen werden.“

Da habe ich dann aufgehört zu lachen. Das fand ich gar nicht mehr lustig. Ich habe gemeint: „Vom Blitz getroffen? Und was passiert da?“

Der Andreas hat mir das erklärt: „Der Blitz ist elektrisch aufgeladen. In so einer Unwetterwolke sind nämlich viele Regentröpfchen. Und es gibt sehr viel Wind. Die Tröpfchen rasen umher und reiben sich an der Luft. Das ist wie wenn du dein Gefieder reibst. Das wird dann auch ganz heiß. Dadurch entsteht elektrische Ladung. Oben in der Wolke ist es sehr kalt. Dort entstehen Eiskristalle. Und die sind positiv geladen. Und unten in der Wolke ist es nicht so warm. Da sind viele Regentropfen drin. Da ist alles negativ geladen. Man sagt: Da gibt es verschiedene Spannungen. Die entladen sich. Zwischen denen zucken die elektrischen Blitze wie riesige Funken herum. Die werden sehr, sehr heiß und sind elektrisch sehr stark. Das macht sie gefährlich.“

„Äh“, habe ich gemeint, „aber ich sitze ja nicht auf einer Wolke. Und du und deine Fußballer ja auch nicht.“

„Das mag schon sein“, hat mir der Andreas geantwortet. „Aber die Wolken hängen manchmal auch tief über der Erde. Dann gehen die Blitze nicht zwischen den Wolken hin und her. Dann gehen sie von den Wolken auf den Boden!“

„Oh je“, habe ich gemeint, „was soll ich dann nur machen?“

Der Andreas hat mich beruhigt: „Du sollst eben wie die Fußballer auch bei einem Gewitter nicht auf einem großen freien Feld sein. Der Blitz schlägt immer in den höchsten Punkt ein. Und auf einem flachen Spielfeld sind Fußballer eben die höchsten Punkte. Im Wasser sollte man auch nicht sein. Denn auf einer glatten Wasseroberfläche ist auch eine kleine Zeitungsente womöglich der höchste Punkt. Aber in einem Haus bist du sicher. Die haben meistens Blitzableiter. Das sind Metallteile ganz oben auf dem Dach. Die leiten den Strom in die Erde. Da kann er nichts anrichten. Oder du gehst in einen Faradayschen Käfig!“

„Was? Du willst mich in einen Käfig sperren? In einen Fahrradkäfig?“, habe ich geschnattert.

„Nein, nein, Paula“, hat der Andreas lachend gesagt. „Ich will dich nirgends einsperren. Und mit einem Fahrrad hat der Käfig nichts zu tun. Das Ding ist benannt nach seinem Entdecker. Das war der englische Forscher Faraday. Der hat gemerkt: Du musst bei einem Gewitter nur in einem Raum mit Wänden aus Metall sein. Das Metall leitet den Blitzstrom um den Raum herum und du bist sicher. Autos, Flugzeuge oder Züge sind solche Blitzkäfige.“

„Na gut“, habe ich gemeint. „Aber ich bleibe da lieber im Haus als in so einem komischen Käfig.“

Es hat dann zum Fußball auch gar nicht mehr geblitzt. Aber in der nächsten Nacht. Und das habe ich mir vom sicheren Haus vom Andreas aus angeschaut. Das solltet ihr auch mal machen. Die Blitze sehen toll aus! Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula besucht die Enten auf dem Dach

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich in die Redaktion gewatschelt. Da kam mir ein Kollege vom Andreas entgegen. Das ist der mit dem großen Fotoapparat. Er hat ganz lieb gelächelt wie immer und gemeint: „Hallo, Paula, komm einfach mit! Ich habe einen super Termin!“

Das hat…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten