Paulas Nachrichten

Paula will nicht immer frei haben

15.09.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Mir war nämlich ein bisschen langweilig. Der Andreas kam mir ganz hektisch entgegen. „Hallo, Paula“, hat er gesagt, „ich muss gleich weiter! Ich habe einen Termin!“

Ich habe ihn mit meinen großen, runden Entenäuglein ganz groß angeguckt. Bestimmt habe ich ein bisschen traurig ausgesehen. Deshalb hat der Andreas zu mir gesagt: „He, liebe Paula, du brauchst doch nicht traurig zu sein! Ich bin bald zurück. Und dann können wir uns ganz in Ruhe unterhalten. Ich muss halt jetzt zum Termin. Du hast es heute eben besser! Du bist ganz frei. Du kannst machen, was du willst.“

Ich habe ihn weiter ein bisschen traurig angeguckt und gemeint: „Na ja, wenn du das meinst. Ich finde aber: Du hast es besser. Ich möchte es heute vielleicht gar nicht so gut haben. Vielleicht möchte ich ja heute nämlich gar nicht frei haben. Vielleicht hätte ich auch gerne einen Termin.“

„Ach so ist das“, hat der Andreas ganz lieb gesagt und mich in den Arm genommen, „die liebe Frau Zeitungsente hat Langeweile! Aber genieße du nur deinen Freiraum!“

Ich habe den Andreas angeguckt wie ein Auto. Ihr wisst schon: Mit ganz großen Augen. Denn ich habe das nicht so richtig verstanden. Ich habe gesagt: „Hä? Freiraum? Hat das was mit dem Freibad zu tun?“

Und der Andreas hat ganz komisch geantwortet. Er hat gesagt: „Hä? Freibad? Was hat das miteinander zu tun? Aber klar, du kannst deinen Freiraum mit dem Freibad füllen!“

„Mit dem Freibad füllen? Mit dem Wasser vom Freibad? Und in welchen Raum soll ich das füllen?“

Der Andreas musste lachen und lachen und lachen. Dann hat er mir auf die Schulter geklopft und gemeint: „Oh je, Paula! Du bist echt lustig! Pass auf, ich erkläre dir das mal. Also: Ein Freiraum ist kein richtiger Raum. Also kein Zimmer oder so etwas. Freiraum zu haben bedeutet: Man hat Freiheit oder auch Freizeit. Man kann machen in der Zeit was man will. Das nennt man dann Freiraum. Deshalb kannst du deinen Freiraum auch mit einem Freibadbesuch füllen. Aber nur bis Freitag, dann macht es hier in Nürtingen für dieses Jahr zu.“

„Ah“, habe ich gemeint, „jetzt habe ich das verstanden. Das bedeutet Freiraum. Ja, dann kann so ein Freiraum schon auch mal langweilig sein.“

„Das ist tatsächlich so“, hat der Andreas mir recht gegeben. „Aber so eine Langeweile kann auch zu etwas nutze sein. Man kann sich in Ruhe Gedanken über sich und die Welt machen. Und vielleicht merkt man dann ja etwas ganz Wichtiges. Ja, oder man sucht vor lauter Langeweile eine Beschäftigung. Man muss ja nicht gleich die ganze Zeit mit dem Handy rummachen. Ich habe als Bub vor lauter Langeweile Gitarre spielen gelernt. Heute bin ich froh darüber!“

„Ja, das stimmt schon“, habe ich gesagt. „Aber Gitarre lernen will ich jetzt nicht gleich. Hm, und baden war ich auch schon ganz arg oft.“

Ich habe weiter ein bisschen traurig geguckt. Aber nicht mehr so traurig wie vorher. Denn der Andreas hat mich verstanden. Das hat mir gutgetan.

Und plötzlich hat er ganz energisch zu mir gesagt: „He, Paula, ich weiß schon: Manchmal freut man sich vor lauter Langeweile auch wieder auf seine Aufgaben. Auf die Schule. Oder als Reporter freut man sich eben auf einen Termin. Obwohl man da hin muss!“

„Genau“, habe ich gesagt, „ich würde mich gerade auch sehr auf einen Termin freuen!“

„Na, der Ente kann geholfen werden“, hat der Andreas lachend gesagt. „Wir können deine Freiräume so richtig gut mit einem Termin verbinden. Nächste Woche sind die Weltkindertage. Da soll sich drei Tage lang alles um die Kinder drehen. Und du wirst es nicht glauben: Diesmal geht es um die Freiräume der Kinder. Man kann viele tolle Sachen machen. Spielen oder basteln und noch viel, viel mehr. Und zwar von Mittwoch bis Freitag immer von 15 bis 18 Uhr am Stadtmuseum in Nürtingen.“

„Oh“, habe ich ganz freudig gesagt, „und du meinst, ich könnte da hinwatscheln? Und mitmachen? Hm, schön. Aber dann habe ich ja auch wieder Freiraum zum Spielen und zum Basteln und . . .“

„Nein, nein, Paula“, hat der Andreas ganz hart gesagt, „du gehst da nicht zum Spielen und Basteln hin. Du gehst da auf einen Termin hin. Zusammen mit mir. Wir arbeiten da. Wir sprechen mit den Kindern. Sie sollen uns was von ihren Freiräumen erzählen. Und ob sie genug davon haben. Und das schreiben wir dann in der Zeitung. Am Donnerstag ab 15 Uhr hätte ich Zeit! Du auch, Paula?“

„Natürlich habe ich Zeit“, habe ich geschnattert. „Ich freue mich ganz arg auf den Termin und die Kinder!!“

Und ihr, liebe Kinder, kommt ihr auch? Eure Paula

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