Paulas Nachrichten

Paula will nicht durch die Rosen watscheln

07.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

jetzt gehen ja die Ferien wieder zu Ende. Schade. Aber es gibt im Alltag ja auch viele schöne Dinge. Jetzt sind zum Beispiel endlich wieder alle vom Urlaub zurück. Vor ein paar Tagen habe ich auch den Andreas wieder einmal getroffen.

„Hallo, Andreas“, habe ich gesagt, „schön, dass du wieder da bist. Wie war es denn in deinem Urlaub?“

„Echt toll, Paula, danke der Nachfrage. Wir sind sehr viel gewandert“, hat der Andreas geantwortet.

„Gewandert? Super! Und wo seid ihr gewandert?“, wollte ich wissen.

„Im Rosengarten zum Beispiel“, hat der Andreas darauf gesagt.

Das fand ich so richtig komisch. Seine Frau hat nämlich wirklich schöne Rosen im Garten. „Im Rosengarten? Du bist durch die Rosen getrampelt? Du kannst doch mit deinen Wanderschuhen nicht durch die Rosen von deiner Frau latschen! Ja, geht’s denn noch?“

„Ja, es geht noch sehr gut“, hat der Andreas gesagt und mich ganz frech angegrinst. Er hat angefügt: „Auch den Rosen geht’s noch ganz gut! Du kannst das gerne überprüfen.“

Das habe ich auch gleich gemacht. Ich bin in den Rosengarten seiner Frau gewatschelt. Da sah wirklich alles noch gut aus. Aber ich musste mich noch mehr wundern. Denn ein Rosengarten wie dieser ist ja eher klein. Wie soll man denn da richtig wandern?

Diese Frage habe ich auch gleich wieder dem Andreas gestellt. Er hat jetzt wieder lieb gelächelt und mir geantwortet: „Das dachte ich mir schon, Paula. Du hast dich da geirrt. Ich bin natürlich nicht durch einen richtigen Garten gewandert. Es gibt in den italienischen Alpen eine Berggruppe mit dem Namen ,Rosengarten‘. Dort bin ich gewandert.“

„Ach so“, habe ich gemeint, aber viel schlauer war ich immer noch nicht. Ich habe deshalb gefragt: „Rosengarten . . .  So heißt doch aber kein Berg!“

„Na, du müsstest den Berg mal sehen“, hat der Andreas erzählt. „Im Abendrot leuchten die Berge dort rot wie Rosen. Dazu gibt es eine schöne Geschichte, ein Märchen. Danach soll ein Zwergenkönig namens Laurin dort oben einen Rosengarten gehabt haben. Der hat eines Tages eine Frau entführt. Darum machten starke Ritter auf ihn Jagd. Er hat sich mit einer Tarnkappe unsichtbar gemacht und rannte in seinem Rosengarten herum. Dabei hat er aber die Rosen bewegt. Und so konnten die Ritter sehen, wo der unsichtbare Zwerg ist, und ihn fangen. Der Zwerg war sauer und hat seinen Rosengarten verzaubert. Bei Tag und bei Nacht sollte ihn keiner mehr sehen. Er hat aber an die Zeit zwischen Tag und Nacht nicht gedacht. Und so blüht jetzt zu dieser Zeit der Rosengarten rot.“

Der Andreas hat gestrahlt wie ein kleines Kind. Die Geschichte war ja auch süß. Aber glauben konnte ich sie ja natürlich nicht. Ich habe gesagt: „Ein unsichtbarer Zwergenkönig, der zaubern kann? Na ja . . . “

„Aber, Paula“, hat der Andreas gesagt, „ich habe doch gesagt: Das ist ein Märchen! Den Zwergenkönig gab’s natürlich nicht. Und seinen Rosengarten auch nicht. Da oben wachsen gar keine Rosen. Da gibt’s nur Felsen. Aber die Menschen erzählen sich oft solche Geschichten. Vor allem, wenn sie etwas erklären wollen, das sie sich nicht so richtig erklären können. Die Geschichte ist eben schön. Und so hat man sie sich weitererzählt. Man wollte einfach erklären, warum die Berge Rosengarten heißen.“

Das hat mich gewundert. Ich habe gefragt: „Ach, dann heißt der Rosengarten gar nicht so, weil die Menschen an die Zwergengeschichte geglaubt haben?“

„Gute Frage, Paula“, hat mich der Andreas gelobt. „Nein, wahrscheinlich kommt der Name mit den Rosen von dem ganz alten Wort ,ruza‘. Das haben die Räter benutzt. Die haben dort vor langer Zeit gelebt. Das Wort hieß bei denen ,Geröllhalde‘. So sieht es da oben auch aus. Da gibt es nur Felsen. Steine rollen von den Bergspitzen und sammeln sich dort.“

„Das verstehe ich“, habe ich gemeint . „Und ich finde die Geschichte auch schöner. Was soll denn schon an einem bösen Zwerg schön sein? Nachher hätte der mich auch noch entführen wollen!“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat gemeint: „Na, das wäre ein tolles Paar gewesen: Ein Zwergenkönig und eine Zeitungsente!“ Da mussten wir beide lachen. Eure Paula

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Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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