Paulas Nachrichten

Paula will nach alten Sachen graben

19.07.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paula will nach alten Sachen graben

Hallo liebe Kinder,

in dieser Woche war ich gerade in der Stadt unterwegs, da kamen mir ein paar Kinder entgegen. Die haben sich ganz aufgeregt was erzählt. Sie haben sich über das Graben unterhalten, und dass man in der Erde ganz wertvolle, alte Sachen finden kann. Oder aber auch Scherben von Krügen und Vasen, die sehr alt sind. Und manchmal sogar Vasen, die beinahe ganz geblieben sind. Von den alten Römern und Griechen zum Beispiel, haben die Kinder sich unterhalten.

Da habe ich mich plötzlich daran erinnert, dass im Garten von Andreas auch so eine alte Vase liegt. Die steckt noch halb in der Erde. Ich habe mir gedacht: Super, Paula, bestimmt kann man rund um die alte Vase in Andreas’ Garten noch Schätze finden.

Also bin ich zu ihm gewatschelt, und weil gerade niemand zu Hause war, bin ich gleich in den Garten. Da lag tatsächlich die Vase. Die sah vielleicht alt und geheimnisvoll aus! Ich habe zwar keine Schaufel gefunden, aber dafür so eine Hacke, mit der ich manchmal auch was an meinem Salatbeet arbeite. Also habe ich gleich angefangen zu graben. Und stellt euch vor, nach kurzer Zeit bin ich auf etwas Hartes gestoßen. Dann schimmerte es farbig aus der Erde. Was war ich aufgeregt, als ich das Ding richtig aus der Erde kramen wollte! Ich habe gar nicht gemerkt, dass der Andreas nach Hause kam!

Hallo Paula, hat er plötzlich gerufen. Was machst du denn da?

Zuerst bin ich natürlich sehr erschrocken. Aber dann habe ich gleich losgeplappert: Bitte nicht schimpfen, Andreas, dass ich in deinem Garten grabe, aber ich habe gehört, dass man unter der Erde richtige Schätze finden kann. Und dann habe ich mir gedacht, dass man in der Nähe dieser uralten Vase sicher solche Schätze finden kann. Und stell’ dir vor, ich bin schon auf etwas gestoßen.

Der Andreas hat ganz zweifelnd geschaut und gemeint: Na, mal sehen, warte Paula, ich helfe dir. Er hat mit angepackt. Gleich hat er meinen Schatz in der Hand gehabt.

Oh, das ist ja echtes Silber, habe ich gemeint. Und noch richtig mit roter Farbe bemalt! Das ist bestimmt sehr wertvoll, habe ich geschnattert.

Nee, Paula, dafür bekommst du nicht einmal mehr Pfand. Dafür ist die Büchse einfach zu verbeult, hat der Andreas gemeint.

Ich habe ihn ganz komisch angeguckt. Was soll das denn mit dem Pfand?, habe ich gefragt. Ich weiß nämlich, dass man für Flaschen und Büchsen ein paar Cent zahlen muss und die erst wieder zurückbekommt, wenn man die ausgebrauchten Flaschen und Büchsen wieder in den Laden zurückbringt. Das heißt, man zahlt Pfand für was. Damit man es nicht einfach in den Müll wirft, sondern es wieder abgibt und es wieder verwendet werden kann.

Aber meine ausgegrabenen Sachen sind doch viel wertvoller, habe ich gesagt. Und die alten Griechen und Römer haben bestimmt noch kein Pfand bezahlt, habe ich gemeint.

Ach, jetzt verstehe ich dich, hat der Andreas gesagt. Du willst eine Archäologin sein, Paula!

Arche was? Die Geschichte habe ich doch schon gehört, habe ich gesagt. Das war doch das Schiff von dem Noah, auf das die Tiere vor dem großen Regen geflüchtet sind. Gut aufgepasst, hat der Andreas gesagt. Aber mit Noahs Arche hat das Wort „Archäologie“ nichts zu tun. „Arche“ kommt vom lateinischen Wort „arca“, das heißt „Kasten“. Und „Archäo“ heißt griechisch „alt“, und „logie“ kommt von dem Wort „logos“, das für „Lehre“ oder „Wissenschaft“ steht. Also ist das so was wie die Lehre von den alten Dingen, hat er mir erklärt. Und er hat gesagt, dass die Archäologen alte Sachen ausgraben, um damit zu lernen, wie die Menschen früher gelebt haben.

Ich habe gejubelt: Genau, das ist es! Dann bin ich eine Archäologin! Und hier habe ich meine erste archäologische Ausgrabung! Das gehörte doch bestimmt den Römern! Ich habe ihm das Metalldings gezeigt.

Der Andreas hat es hochgehoben und gesagt: Klasse, Paula, dann wäre das der Beweis dafür, dass die Römer schon Coca-Cola getrunken haben. Aus Büchsen.

Das war wieder einer seiner blöden Witze. Aber ich habe verstanden. Das Ding war gar nicht alt. Das war einfach nur eine Cola-Büchse. Und wie mir der Andreas erklärt hat, haben die nicht die Römer, sondern die Bauarbeiter hier verbuddelt, als sie für den Andreas und seine Familie das Haus gebaut haben.

Und was ist dann mit dieser uralten Vase?, habe ich ihn gefragt.

Er hat geantwortet: Die ist gar nicht uralt, Paula. Die ist vielleicht zwei, drei Jahre alt. Die sieht nur so aus, weil es vielen Menschen gefällt, wenn die Sachen uralt aussehen. Wenn die wirklich richtig alt wäre, müssten wir sie in ein Museum bringen. Dann wäre sie nämlich richtig wertvoll und die Wissenschaftler müssten sie untersuchen. Im Stadtmuseum hier in Nürtingen gibt es solche alten Tonsachen. Denn die alten Römer waren wirklich hier, vor beinahe 2000 Jahren.

Das ist ja toll, habe ich mir gedacht. Wenn die wirklich hier in Nürtingen waren, die Römer, kann ich vielleicht doch was von denen hier finden. Vielleicht muss ich ja nur tiefer graben! Dem Andreas sage ich nichts davon. Aber ich werde es euch berichten, wenn ich was gefunden habe, liebe Kinder! Eure Paula

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