Paulas Nachrichten

Paula will mal nach Plochingen paddeln

01.09.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

hattet ihr schöne Sommerwochen? Ich hatte viel Spaß! Das Wetter war toll. Ich war viel draußen unterwegs. Aber ich hatte auch in der Redaktion etwas zu tun. Der Andreas hatte mir doch ein Rätsel gestellt. Ich musste seinen Geburtsort erraten. Das war gar nicht so leicht. Aber ich habe es geschafft!

Also bin ich zum Andreas gewatschelt und habe geschnattert: „He, ich weiß jetzt wo du geboren bist! Und wo du als Kind und so gelebt hast. Die Stadt heißt Plochingen! Jetzt musst du mich zu einem Eis einladen!“

„Zu einem Eis?“, hat der Andreas ganz kleinlaut geantwortet. „Ach so, ja, äh, ich weiß nicht, habe ich das gesagt?“

Ich fand das richtig unfair. Also habe weiter geschnattert: „Ja, das hast du sehr wohl gesagt! Jetzt tue nicht so komisch! Das weißt du doch noch!“

Jetzt hat der Andreas gelacht und gemeint: „Na klar, Paula. Ich weiß. Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern! Aber sag’ mal, wie hast du das denn rausbekommen? Bist du einfach an der Neckarbrücke in den Neckar gehüpft und nach rechts geschwommen? Hast du dann die Kirche auf dem Berg und das bunte Haus entdeckt? Bist du dann einfach gleich bei dem Schrotthaufen an Land gewatschelt und hast zum nächsten Typen gesagt: ,He, ich bin die Paula aus Nürtingen! Und wie heißt die Stadt hier?‘“

Der Andreas hat mich mit ganz großen Augen angeguckt und nichts gesagt. Er hat wohl auf meine Antwort gewartet. Ich habe ganz langsam und ganz leise gemeint: „Naja, also, wenn ich ehrlich bin, nee, also, hm, so habe ich das nicht gemacht . . .“

Jetzt musste der Andreas ein bisschen lächeln. Und dann hat er gemeint: „Na, wie hast du es denn dann gemacht?“

„Also gut“, habe ich gesagt, „ich habe doch die Kinder um Hilfe gebeten. Und die haben mir wirklich sehr, sehr geholfen. Ich habe viele E-Mails bekommen. Und ganz tolle Postkarten. Die Kinder waren alle einer Meinung. Sie haben geschrieben: ,Der Andreas ist in Plochingen geboren!‘“

Jetzt musste der Andreas noch mehr lachen. Er hat gesagt: „Genau! Ich bin in Plochingen geboren! Und dort bin ich auch zur Schule gegangen. Ich habe dort ganz lange gewohnt. Bevor ich nach Nürtingen gekommen bin!“

„Also habe ich das Rätsel gelöst – und ich bekomme das Eis!“, habe ich geschnattert.

„Natürlich! Du bekommst dein Eis gleich nachher“, hat der Andreas mich beruhigt. Dann hat er aber noch gesagt: „Zuerst müssen wir aber ein Kind auslosen. Wir haben doch das Rätsel nicht nur für die Zeitungsenten gemacht. Wir haben das Rätsel doch auch für die Kinder gemacht. Bringe mal alle Karten mit der richtigen Lösung her. Ja, und die E-Mails mit der richtigen Lösung drucken wir auch aus. Und dann kommen die in unsere Kiste. Und du musst den Gewinner ziehen. Mit geschlossenen Augen.“

Das haben wir dann gemacht, liebe Kinder. Das Ausdrucken von den E-Mails hat eine ganze Weile gedauert. Denn es waren viele. Dann war aber alles fertig. Ich habe einfach in die Kiste gegriffen. Und als allererstes habe ich eine Postkarte gezogen. Da stand die Lösung „Plochingen“ drauf. Und der Absender lautet: „Frida Kemmner aus Unterensingen.“ Die Frida ist neun Jahre alt. Die bekommt jetzt den Bücher-Gutschein. Und sie hat auch noch ein Bild von mir in der Sonne gemalt. Mit einer tollen Hängematte.

„Hm, so eine Hängematte würde mir auch gefallen“, habe ich zum Andreas gesagt. „Dann könnte ich gemütlich mein Eis essen und du könntest mir was von Plochingen erzählen. Von dem bunten Haus. Und dem Schrotthaufen. Und dem Hafen.“

Der Andreas hat geantwortet: „Also eine Hängematte habe ich nicht für dich. Aber das Eis. Und erzählen kann ich dir auch was. Also: Plochingen hat ungefähr 14 000 Einwohner. Die Kirche auf dem Berg ist die Blasius-Kirche. Die stammt aus der Ritterzeit und ist über 500 Jahre alt. Das große rote Haus daneben war früher die Waldhorn-Brauerei. Und der Turm ein Stückchen weiter gehört zum Hundertwasserhaus. Das hat sich der Maler Friedensreich Hundertwasser einfallen lassen.“

Ich habe den Andreas unterbrochen und ganz aufgeregt geschnattert: „Von dem Hundertwasser sind schon Bilder hier in Nürtingen ausgestellt worden, gell?“

Der Andreas hat mit dem Knopf genickt und weiter berichtet: „Ja, und der Schrotthaufen gehört zu einer Firma, die zum Beispiel altes Metall zum Wiederverwenden sammelt. Und einen Hafen gibt es auch in Plochingen. Denn ab hier können Schiffe auf dem Neckar fahren. Der Fluss ist erst ab hier dafür ausgebaut.“

„Ah“, habe ich geschnattert, „deshalb sehe ich in Nürtingen nie Schiffe. Schade! Dann muss ich wirklich mal nach Plochingen paddeln.“

Aber zuerst muss ich der Frida ihren Gutschein geben! Eure Paula

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