Paulas Nachrichten

Paula will keinen Affen auf dem Rücken

09.09.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich wieder einmal durch die Stadt gewatschelt. Das mache ich ja sehr gerne. Ich schaue mir dann auch mal die Schaufenster an. In manchen Geschäften stehen jetzt gerade viele Sachen für die Schule rum. Ranzen, Bücher, Stifte, Blöcke zum Beispiel. Aber das ist ja klar. Denn am Montag geht wieder die Schule los. Viele Kinder gehen jetzt auch zum ersten Mal in die Schule.

Ich habe mir die Ranzen genau angeguckt. Die sind so schön bunt. Dann bin ich weiter zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er hat sich gerade mit einem Kollegen unterhalten. Sie haben beide gelacht. Aber der Kollege hat zu ihm gesagt: „Jetzt bisch brav. Sonscht kriagsch a paar an da Ranza noh!“

Ich habe vor allem nur das Wort „Ranzen“ verstanden. Das klang nämlich alles ein bisschen schwäbisch. Und da muss ich immer genau aufpassen. Ich bin zwar eine schwäbische Zeitungsente. Aber als Zeitungsente denke ich immer an die Zeitung. Und in der Zeitung wird ja nicht schwäbisch geschrieben. Das könnten ja sonst nicht alle verstehen.

Deshalb habe ich das nicht so ganz verstanden. Ich habe geguckt wie ein Auto. Ihr wisst schon, liebe Kinder: Ich habe geguckt wie ein riesengroßes Auto. Also beinahe wie ein Lastwagen. Der Andreas hat das gemerkt. Er hat gesagt: „Ich übersetze dir das, Paula! Mein Kollege hat auf Schwäbisch zu mir gesagt: ,Jetzt bist du aber brav! Sonst bekommst du ein paar an den Ranzen hin!‘“

Das habe ich auch nicht so ganz verstanden. Ich habe gleich an die vielen Schulranzen in der Stadt gedacht. Deshalb habe ich geschnattert: „Was? Ranzen? Hast du denn auch einen Schulranzen? Gehst du denn wieder zur Schule? Und was bekommst du da für deinen Ranzen von deinem Kollegen? Schulbücher? Echt?“

Jetzt hat der Andreas komisch geguckt. „Schule? Ich? Nein, also ich kann schon lesen und schreiben, Paula! Sonst könnte ich ja nicht Reporter sein! Ach, jetzt verstehe ich dich! Wegen dem Ranzen meinst du das! Na ja, mein Kollege hat ja aus Spaß auf Schwäbisch mit mir geschimpft. Und im Schwäbischen meint man mit ,Ranzen‘ auch den Bauch. Und dann sagt man das so, wenn man jemandem Prügel androht: ,Du bekommst gleich ein paar an den Ranzen hingehauen!‘“

Jetzt habe ich natürlich ganz ängstlich geguckt. Denn das hat sich schon sehr grob angehört. Auch das hat der Andreas gleich gemerkt und gemeint: „Keine Bange, liebe Paula! Hier bekommt keiner Haue! Du auch nicht! Das war doch wirklich nur ein Spaß!“

„So ein Glück!“, habe ich aufgeatmet. Der Andreas hat dann gesagt: „Genau! Siehst du: Mein Kollege hat den Bauch gemeint. Und du hast den Tornister gemeint!“

Natürlich habe ich das wieder nicht ganz kapiert. Richtig verstanden habe ich eigentlich nur „Tor“. Das kenne ich auch gut. Denn der Andreas ist doch ein riesiger Fußballfan. Aber dass ich das gemeint haben soll . . . Hm . . . Also habe ich gesagt: „Tor-was? Also wir haben doch nicht über Fußball gesprochen!“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er gesagt: „Nein, haben wir nicht. Ausnahmsweise! Aber mit mir kannst du schon auch über andere Sachen sprechen, Paula. Nicht nur über Fußball! Tornister schreibt man am Wortbeginn wirklich wie Tor. Aber das Wort ,Tornister‘ hat mit dem Wort ,Tor‘ gar nichts zu tun! Ich erkläre dir das: Vor langer, langer Zeit hatten die griechischen Soldaten für ihre Pferde einen Sack mit Futter dabei. Der hieß ,tágistron‘. Das Wort ist in andere Sprachen gewandert. Es hat sich dabei immer weiter verändert. Und am Ende haben die deutschen Soldaten ihren Rucksack auf dem Rücken Tornister genannt. Oder Affe!“

„Was? Affe? Wieso das denn? Das klingt gar nicht nach Tor. Haben die Soldaten nur Bananen in ihrem Rucksack? Oder hatten die so ein wildes Kampfgeschrei? Hat sich das wie das Gebrüll von den Affen angehört?“, wollte ich wissen.

„Nein, nein, Paula“, hat der Andreas gesagt und gelacht. „Die hatten bestimmt ein anderes Vesper in ihrem Rucksack. Und gebrüllt haben sie wahrscheinlich auch nicht. Aber die Rucksäcke der Soldaten waren oft aus Fellen gemacht. Dann sahen sie aus wie Affen. So haben sie die Menschen einfach lustig Affen genannt!“

„Ach so“, habe ich gemeint, „na ja, dann können die Kinder froh sein. Heute gibt es zum Glück keine Fellrucksäcke mehr. Sonst müssten die mit einem Affen auf dem Rücken in die Schule gehen!“

„Genau“, hat der Andreas gemeint, „vielleicht sollte man mal einen Schulrucksack mit Zeitungsbuchstaben darauf verkaufen. Dann könnten die Kinder mit einer Ente auf dem Rücken in die Schule gehen. Mit einer Zeitungsente!“

Da haben wir beide lachen müssen. Aber so schlecht fand ich die Idee gar nicht!

Auf jeden Fall wünsche ich euch einen schönen Schulanfang! Viel Spaß, liebe Kinder! Eure Paula

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