Paulas Nachrichten

Paula will keine Zeitungseste sein

25.03.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

letzte Woche war ja zum ersten Mal mein Quiz in der Zeitung. Habt ihr auch mitgemacht? Ja? Es haben ja viele Kinder mitgemacht. Ich habe viele E-Mails bekommen. Und viele Postkarten.

Ich habe zum Andreas gesagt: „He, bestimmt kriegen mehrere Kinder das Lösungswort raus. Dann müssen wir ja am Freitag den Gewinner auslosen! Da müssen wir alle Karten und E-Mails sammeln!“

„Das ist kein Problem“, hat der Andreas gesagt. „Ich bin ja nicht nur Redakteur, Reporter und dein Freund. Ich bin ja auch noch dein Sekretär! Dann mache ich das für dich!“

Ich habe erst einmal wieder nichts verstanden. Deshalb habe ich den Andreas angeguckt wie ein Auto. „Sekt? Du willst Sekt trinken? Aber doch nicht während der Arbeit!“

„Natürlich nicht“, hat der Andreas geantwortet. „Ich habe auch gar nicht von Sekt gesprochen. Ich habe von Sekretär gesprochen. Das schreibt man S-e-k-r-e-t-ä-r. Das kommt vom Römerwort ,secretus‘. Das heißt geheim.“

„Geheim? Du bist geheim? Was soll das denn heißen? Dich kennen ja beinahe so viele Kinder wie mich! Da bist du doch nicht geheim!“

Der Andreas hat jetzt die Augenbrauen nach oben gezogen und gemeint: „Also gut, Paula. Dann erkläre ich dir das mal. Ein Sekretär erledigt zum Beispiel für seinen Chef die Post und macht seine Termine aus. Er hilft seinem Chef einfach.“

„Das finde ich toll“, habe ich geschnattert, „ich bin dein Chef! Das finde ich wirklich richtig toll! Und du musst immer machen was ich will. Hähähähähä! Na gut, dann besorge mir erst einmal einen wunderschönen knackigen Salat. Und dazu ein wunderbares kühles Glas Wasser. Mit Blubberblasen bitte. Ja, und dann zum Nachtisch ein Eis. Und . . .“

Der Andreas hat mich dann einfach unterbrochen. Er hat ganz streng gesagt: „Jetzt ist aber gut, Paula. Ich habe Sekretär gesagt. Ich habe nicht Diener gesagt.“

„In Ordnung! Es muss ja auch keiner mitkriegen. Sonst verlangt jeder irgendwas von dir! Deshalb ist der Sekretär ja auch geheim, oder?“, habe ich gesagt.

Jetzt musste der Andreas lachen. „Du bist gut, Paula. Aber das stimmt nicht ganz. Heute sind die Sekretäre nicht mehr so geheim. Aber das Wort kommt eben von einem alten, ganz bestimmten Beruf. Das war der Geheimschreiber. Der hat früher für den König gearbeitet. Er hat seine geheimen Briefe und so geschrieben. Und er hat auf das Siegel des Königs aufgepasst. Damit hat er mit Wachs ein ganz besonderes Zeichen auf die Briefe des Königs gemacht. Dann wusste der Empfänger: Der Brief ist wirklich vom König. Bei der Arbeit hat er natürlich viele wichtige Geheimnisse mitbekommen. Deshalb hieß er Geheimschreiber. Oder eben Sekretär.“

„Das finde ich richtig spannend, lieber Sekretär Andreas. Deine Königin Paula wird jetzt gleich mal deine Arbeit testen und das Quiz machen“, habe ich gesagt.

„Ja, ja, Majestät“, hat der Andreas gesagt und gelacht. „Mach mal. Aber du hast dir die Fragen und Antworten ja zusammen mit mir ausgedacht. Dann ist das doch langweilig.“

Ich habe gemeint: „Ja, aber ich will ja nur meinen Sekretär testen. Denn du hast ja unser Rätsel in die Zeitung gebracht.“

Ich habe mir dann eine Zeitung von Samstag geholt und habe das Rätsel noch mal gemacht. Das war aber komisch. Denn bei der Lösung kam das Worten „Esten“ heraus. Ich habe noch einmal alles ausprobiert. Und wieder kam „Esten“ raus.

Dann habe ich losgeschnattert: „Sag mal, Sekretär: Ich wollte doch das Lösungswort Enten haben. Jetzt kommt aber Esten raus, lieber Sekretär. Das kenne ich gar nicht, das Wort.“

Der Andreas hat gelacht. Dann hat er gesagt: „Ach, du wolltest Enten. Hm, dann habe ich einen Fehler gemacht. Das tut mir leid.“

„Klar“, habe ich weitergeschnattert. „Ich bin ja eine Zeitungsente und keine Zeitungseste. Gibt es das Wort Esten überhaupt?“

Der Andreas musste wieder lachen. Er hat gesagt: „Natürlich gibt es das Wort Esten. Das sind die Bewohner von Estland. Das ist im Nordosten von Europa. Es ist ein ganz kleines Land. Es gibt nur 1,3 Millionen Esten. Estland hat also nur ungefähr doppelt so viele Einwohner wie Stuttgart. Früher hat das Land zur Sowjetunion gehört. Da waren die Russen die Chefs. Aber jetzt ist es frei. Und es gehört zur Europäischen Union. Komm, ich zeige dir mal ein Bild von den Esten.“

Wir haben uns dann im Computer auf einer Briefmarke ein paar Esten angeguckt. Die sahen ganz lustig aus. Aber irgendwie gefällt mir mein Zeitungsenten-Gefieder doch besser.

Ich habe gesagt: „In Ordnung, Sekretär, aber nächstes Mal suche ich wirklich das Lösungswort aus.“ Eure Paula

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