Paulas Nachrichten

Paula will keine Mistente sein

15.10.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich mal zum Andreas gewatschelt. Das mache ich in letzter Zeit oft kurz vor der Mittagspause. Dann watscheln wir zusammen zu ihm nach Hause. Dabei können wir uns so richtig schön unterhalten. Denn das dauert fast eine halbe Stunde. Tja, und das Spazieren ist ja auch richtig gesund.

Ich bin also zum Andreas an den Schreibtisch gewatschelt. Er hatte mich schon gesehen. Deshalb hat er mich gleich begrüßt. Aber wie er das gemacht hat! Er hat nämlich zu mir gesagt: „Super, da ist er ja, mein kleiner, lieber Skarabäus!“

Das habe ich nun gar nicht verstanden. Deshalb habe ich ihn angeschaut wie ein Auto. Und dann habe ich losgeschnattert: „Was? Was soll ich sein? Ein, ein, ein, äh, was?“

Denn ihr wisst doch, liebe Kinder: Der Andreas benutzt manchmal komische Wörter. Die kenne ich gar nicht. Und dann verwechsle ich die mit anderen Wörtern. Aber dieses Skadingsbums habe ich nun gar nicht verstanden. Das konnte ich nicht einmal mit etwas verwechseln. Dazu hätte es schon ähnlich wie etwas anderes klingen müssen.

Der Andreas hat mich strahlend angelacht. „Na, Skarabäus! S-k-a-b-a-r-ä-u-s! Ich hätte auch sagen können ,mein kleiner, lieber Mistkäfer‘!“

Jetzt habe ich erst recht kaum noch etwas verstanden. Ich habe ihn richtig sauer angeguckt. Das kann ich nämlich auch, liebe Kinder. Meine eigentlich runden, schönen Entenäuglein werden dann viel flacher. Und mein Schnabel ist dann richtig bereit zum Zupacken, Picken und Zuschnappen.

Natürlich habe ich dann auch geschnattert: „Mistkäfer? Ich bin doch kein Mistkäfer! Und eine Mistente bin ich auch nicht! Ich sage ja auch nicht zu dir ,Mistmensch‘ oder ,Mistkerl‘!“

Der Andreas hat gelacht. Ich habe aber nicht verstanden, warum er lacht. Er wollte es mir aber gleich erklären. Er hat gesagt: „Na ja, ein Mistkerl ist ja auch ein blöder und gemeiner Typ. Der Mistkäfer ist das nicht. Und der Skarabäus ist ein Mistkäfer. Und der war bei den alten Ägyptern sogar heilig!“

„Ein heiliger Käfer? Das ist ja komisch! Warum soll ein Käfer heilig sein? Äh, und was habe ich mit einem ägyptischen Käfer zu tun?“, habe ich weitergeschnattert.

„Na ja“, hat der Andreas gemeint, „das kann ich dir erklären: In Ägypten war der große Fluss Nil ganz wichtig für die Bauern und für die Ernährung aller Menschen dort. Und der Skarabäus war immer ein Zeichen für das große Hochwasser von dem Fluss Nil und . . .“

„Ein heiliger Hochwasser-Käfer? Warum soll ich ein Hochwasser-Käfer sein? Ich mag das Neckar-Hochwasser gar nicht!“, habe ich wieder geschnattert.

Der Andreas hat mein rundes Entenköpflein gestreichelt. Denn er wollte mich beruhigen. Dann hat er weitererklärt: „Warte doch mal ab, Paula! Also: Das Hochwasser von dem Fluss Nil war nicht schlimm. Im Gegenteil. Es hat die Felder von den Bauern überschwemmt. Und deshalb ist in dem heißen, dürren Land dort erst einmal auf den Feldern schön etwas gewachsen. Die haben sich also über das Hochwasser sehr gefreut. Und der Skarabäus-Käfer hat das Nilhochwasser schon immer sehr früh gemerkt. Lange vor den Menschen. Dann ist er vom Nil weggekrabbelt. Die Bauern haben ihn dann in ihren Häusern gefunden. Und dadurch haben sie gewusst: ,He, toll, das Wasser kommt endlich auf unsere Felder!‘ Deshalb wurde der Käfer ihr Glücksbringer.“

„Ah, das ist ja schön – und was hat das mit mir zu tun?“, wollte ich wissen.

„Na, überlege doch mal!“, hat der Andreas gemeint. „Du kommst gerade immer kurz vor der Mittagspause. Also, wenn du zu Tür reinkommst, weiß ich: ,Paula kommt, jetzt ist gleich Mittagspause!‘ Und darauf freue ich mich ja!“

„Ah so, das ist aber nett!“, habe ich geantwortet. „Aber warum sagen die zu so einem heiligen Käfer einfach Mistkäfer?“

Der Andreas hat kurz überlegt. Dann hat er geantwortet: „Also, zum einen ist zwar der Skarabäus ein Mistkäfer. Aber es ist nicht jeder Mistkäfer ein Skarabäus. Es gibt viele Mistkäfer-Arten. Der Skarabäus ist nur eine davon. Zum anderen ernähren die sich einfach von, äh, tja, einfach von Mist!“

Ich habe mein Gesicht verzogen. „Iiihhhh“, habe ich gesagt.

„Na ja, ich kann dich verstehen“, hat der Andreas geantwortet, „aber die Käfer sind halt anders als wir Menschen oder Zeitungsenten. Also, die ernähren sich von Mist. Das ist der Kot von Pflanzenfressern wie Kühen zum Beispiel. Da ist noch richtiges Gras und Flüssigkeit drin. Das kann man auch Dung nennen. Die Käfer drehen den Mist zu einer Kugel. Die können sie nach Hause rollen.“

„Ah“, habe ich gemeint, „das ist ja ganz schön schlau von den Käfern.“

„Die sind noch schlauer“, hat der Andreas gemeint, „die tanzen manchmal auf ihren Kugeln. Das sieht aber nur so aus wie ein Tanz. Eigentlich gucken sie, wo die Sonne steht. Dadurch wissen sie nämlich immer den Weg nach Hause.“

„Das ist toll“, habe ich gemeint. „Aber ich bleibe lieber eine Ente. Wir laufen ja jetzt in der Mittagspause über den Markt, oder? Dann kaufe ich mir da einen Salat. Und den trage ich heim. Und ich finde damit auch meinen Weg nach Hause. Ohne dass ich ihn rolle und auf ihm tanze.“ Eure Paula

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