Paulas Nachrichten

Paula will keine Angst vor Hunden haben

11.10.2008, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Paula will keine Angst vor Hunden haben

Hallo liebe Kinder,

diese Woche hat mich beim Andreas zu Hause eine Überraschung erwartet. Ich kam rein und sah mich einem Hund gegenüber! Ich konnte gar nicht ins Haus rein. Der Hund hat zwar nicht gebellt. Aber er hat geschnuppert und geschnauft. Oh, ich habe meine Äuglein zugemacht und gehofft, dass er mir nichts tut. Ich habe mich nicht vom Fleck gerührt. Keinen Millimeter!

Dann habe ich die Stimme vom Andreas gehört: „He, Paula, willst du nicht reinkommen? Mach doch mal die Tür wieder zu, es wird ja ganz kalt!“

Ich habe zurückgerufen: „Wie soll ich denn reinkommen, wenn mich der Hund nicht lässt!“

„Aber, aber, Paula! Der tut dir doch gar nichts! Das ist ein ganz lieber Hund, du darfst vor ihm keine Angst haben!“, hat er gemeint.

„Angst haben dürfen? Das ist ja ein schöner Quatsch! Wenn ich Angst habe, habe ich eben Angst! Ob ich darf oder nicht!“, habe ich ihn ganz sauer angeschnattert.

„Also gut“, hat der Andreas gesagt. Er ist gekommen, hat den Hund von mir weggeführt, sodass ich reinkonnte. Er hat zu einem Freund von ihm gehört, der gerade da war. Der ging dann mit dem Hund in ein anderes Zimmer.

„Warum hast du denn Angst vor Hunden, Paula?“, hat der Andreas mich gefragt.

Und ich habe berichtet: „Als ich noch eine ganz kleine Ente war, hatte ich noch gar keine Angst vor Hunden. Ich konnte gerade mal einigermaßen watscheln. Da bin ich einmal die Straße entlanggehüpft, und dann kam ein ganz kleiner Hund. Der wollte nur spielen, wahrscheinlich. Er ist mir hinterhergehüpft, hat ein bisschen gebellt, ich hatte gar keine Angst. Aber dann hat er mich am Bein gezupft, nur ein bisschen. Und ich bin gleich hingefallen. Da habe ich geweint! Und seitdem habe ich eben Angst vor Hunden.“

„Ach so, da also liegt der Hund begraben!“, hat der Andreas gelacht.

„Begraben?“, habe ich mich aufgeregt. „Aber ich will doch die Hunde nicht gleich begraben! Die können ja eigentlich nichts dafür, dass ich Angst habe! Aber ich weiß doch, dass die meisten lieb sind!“

Der Andreas hat geantwortet: „Aber Paula, das mit dem begrabenen Hund ist nur ein Sprichwort. Das bedeutet, dass man den Grund für etwas entdeckt hat.“

„Aha“, habe ich gesagt. „Und was hat das mit dem begrabenen Hund zu tun?“

Der Andreas hat’s mir erklärt: „Naja, vermutlich ist das Sprichwort so entstanden: In alten Sagen, das sind so Geschichten wie Märchen, suchen die Menschen manchmal nach vergrabenen Schätzen. Und die werden dann oft von ganz schön fiesen Hunden bewacht.“

„Ach so“, habe ich gelacht, „dann suche ich lieber nicht nach vergrabenen Schätzen!“

„Das ist sicher besser, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Aber so wertvoll wie ein richtiger, toller Schatz wäre es ja schon, wenn du wenigstens vor den kleinen, lieben Hunden nicht mehr so Angst hättest. Komm, Paula, wir schauen jetzt gleich mal zusammen nach dem Hund von meinem Freund!“

Ja, und das haben wir dann auch gemacht, liebe Kinder. Vor Tieren muss man zwar Respekt, aber nicht unbedingt Angst haben. Jetzt fange ich mal ganz klein mit ein bisschen Streicheln an. Mal sehen, vielleicht werde ich dann noch ein richtiger Hundefreund! Eure Paula

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