Paulas Nachrichten

Paula will kein Omnidings sein

08.07.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

Foto: Veit

in dieser Woche bin ich wieder einmal zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Es war schon wieder sehr, sehr heiß. Deshalb bin ich am Neckar vorbei. Und zwar dort an der Mündung der Steinach. Da sind ja immer meine Entenkumpels unterwegs. Das war schön. Ich habe mit ihnen ein bisschen geplantscht. Dann bin ich aber weiter. Denn die gucken so eine Zeitungsente schon immer ein bisschen komisch an. Wahrscheinlich wundern sie sich über mein Gefieder. Aber das ist in Ordnung.

Ich bin in die Redaktion reingewatschelt. Mein Gefieder war noch nass. Das Wasser ist runtergetropft. Und über meine Watschelbeinchen gelaufen. So habe ich eine richtige Spur hinterlassen.

Der Andreas hat das gesehen und gesagt: „Ah, ja, liebe Paula, man sieht wieder einmal: Du warst baden. Oder hast du mit deinen Entenkumpels gleichmal ein paar Fischchen verspeist?“

Das fand ich unglaublich frech. Ich habe den Andreas mit riesengroßen Augen angeguckt. Wie ein Auto. Nein, wie ein Lastwagen.

Dann habe ich ganz tief Luft geholt und losgeschnattert: „Waaaaaas? Fischchen verspeist? Ich esse doch keine anderen Tiere! Das weißt du doch! Wie kannst du das nur glauben! Das tun doch Zeitungsenten nicht!“

Der Andreas hat ganz ruhig gesagt: „Ja, ja, jetzt rege dich doch nicht so auf, meine liebe Zeitungsente! Ich habe halt gedacht . . . Hm, Ente ist Ente. Oder? Und deine Entenkumpels vespern schon einmal einen kleinen Fisch oder so . . .“

Ich habe natürlich weitergeschnattert: „Also, höre mal zu! Ente ist Ente. In Ordnung. Und deshalb fressen Enten bestimmt auch keine Fischlein auf!“

„Tja, Paula, dann komm’ mal rüber. Ich zeige dir etwas. Ein Foto. Das hat uns eine Leserin geschickt. Das hat sie drüben am Neckar fotografiert. Schau’ mal!“, hat der Andreas jetzt eigentlich ganz lieb zu mir gesagt. Und er hat mir an seinem Computer ein Bild gezeigt.

Das war eigentlich ein schönes Bild. Da war eine Ente im Neckar zu sehen. Die hatte schöne orangene Beine. Und ein wunderbares grünes Gefieder am Kopf. Ihr Schnabel war zwar nicht so schön orangefarben wie meiner. Aber er war gelb. Auch ganz schön. Aber, liebe Kinder, was hatte der Entenkumpel da im gelben Schnabel? Tatsächlich. Das war ein Fisch!

Ich habe ein bisschen gestottert: „Äh, na ja, also weißt du, vielleicht war der Fisch ja krank, und die Ente, die Ente, äh, die wollte den Fisch vielleicht retten und hat ihn, äh . . .“

Der Andreas hat gelacht und mich gleichmal unterbrochen: „Genau! Die gute, liebe Ente hat den Fisch vor dem Ertrinken gerettet und wollte ihn dann zum Fischdoktor bringen!“

„Hahaha“, habe ich ganz kleinlaut gesagt. Und dabei bin ich sogar ein bisschen rot geworden zwischen meinen Zeitungsbuchstaben. „Na gut, das macht die Ente bestimmt nicht. Na, ein Fisch ertrinkt nicht. Und einen Fischdoktor gibt es auch nicht.“

„Ach Paula“, hat der Andreas gesagt, „deshalb musst du ja auch nicht traurig sein. Die Natur hat das so eingerichtet. Das ist halt so. Deine Entenkumpels sind einfach Omnivoren!“

Das habe ich wieder nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Omni-was? Omnibus? Die sind doch kein Bus. Und damit fahren tun die auch nicht!“

Und der Andreas hat dann weiter erklärt: „Nicht Omnibus! Omnivoren! Das heißt ,Allesfresser‘. Das kommt von zwei alten Römerwörtern. ,Omni‘ heißt einfach ,alles‘. Und ,vorare‘ heißt ,fressen‘. Das sind also ,Allesfresser‘. Ja, ja, du brauchst gar nicht zu schnattern. Das heißt nicht: Die Enten fressen sehr, sehr viel. Oder: Die fressen alles auf. Das gilt ja eher für die Zeitungsenten. Nicht schimpfen, das war auch nur Spaß! Das heißt einfach: Sie ernähren sich von allem möglichem, was sie leicht finden und bekommen. Also, sie fressen natürlich auch Pflanzen und Früchte und so. Sie fressen aber auch kleine Tiere. Also zum Beispiel auch Insektenlarven. Oder auch kleinere Krebse im Wasser. Und eben kleinere Fische. Hm, und Frösche. Oder Würmer. Ja, und auch Schnecken!“

Zuerst fand ich das ja hart. Meine Kumpels essen auch Tiere! Das die so ahrt sind! Aber das mit den Schnecken fand ich interessant.

„Hm“, habe ich gemeint, „Schnecken! Das ist ja, hm, äh, gar nicht so übel. Weil die Schnecken fressen ja mein Lieblingsessen im Garten einfach auf: Den Salat!“

„Genau“, hat der Andreas gesagt. „Manche Menschen haben genau deshalb sogenannte Laufenten in ihrem Garten. Damit die die Schnecken bekämpfen.“

„Das ist ja schlau“, habe ich gemeint, „aber, äh, essen denn die Laufenten keinen Salat? Die könnten ja die Schnecken und den Salat essen . . . Das wäre ganz schön schlau!“

Der Andreas musste wieder lachen. Und dann hat er gesagt: „Kann schon sein . . . Aber ob die so schlau sind wie eine Zeitungsente?“

Das find ich lieb. Das Lob hat mich gefreut. Ein Omnidings will ich aber trotzdem nicht sein! Eure Paula

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