Paulas Nachrichten

Paula will kein Esel sein

04.04.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am letzten Sonntag wollte ich morgens zum Andreas watscheln. Da gibt es immer ein leckeres Sonntagsfrühstück. Ich habe geklingelt. Er hat auch gleich aufgemacht. Das hat mich gewundert. Denn oft dauert es ein bisschen länger. Und er sieht dann noch ganz verschlafen aus. Diesmal nicht. Und es hat auch schon ganz lecker aus der Küche gerochen.

Der Andreas musste lachen und hat gesagt: „Sieh an! Sieh an! Unser Palmesel kommt!“

Ich habe ihn angeschaut wie ein Auto. „He, ich bin kein Esel. Ich bin eine Ente! Und zwar eine Zeitungsente! Das weißt du doch!“, habe ich geschnattert.

Der Andreas hat aufgehört zu lachen. Dann hat er geantwortet: „Na klar, dann bist du eben die Palm-Ente.“

„Palm?“, habe ich geschnattert, „ich höre immer nur Palm, Palm, Palm! Was soll denn das? Naja, Hauptsache dein Palmesel oder deine Palmente bekommt jetzt endlich eines von euren leckeren Hörnchen! Ich habe nämlich einen riesigen Hunger.“

Der Andreas hat mich lächelnd angeguckt. Dann hat er gemeint: „Tja, Paula, Pech gehabt. Die haben wir alle schon aufgegessen. Du bist zu spät dran!“

Zuerst musste ich lächeln. Ich habe es ihm nicht geglaubt. Er veräppelt mich ja oft einfach mal nur so. Aber dann sind meine eigentlich kleinen runden Entenäuglein immer größer geworden. Ich habe einen richtigen Schreck bekommen. Mir ist nämlich etwas richtig Blödes eingefallen. Es wurden doch in der Nacht von letztem Samstag auf Sonntag die Uhren umgestellt. Und ich habe das vergessen! Ich habe geschnattert: „Oh je, ich bin ja gar keine Palmente oder Palmesel – was immer das auch ist. Ich bin ja eine Blödente! Ich habe die Sommerzeit vergessen! Obwohl wir doch noch drüber gesprochen haben! So ein Mist! Es ist ja schon eine Stunde später! Meinen Wecker habe ich nicht umgestellt. Und jetzt bin ich eine Stunde zu spät dran, ich weiß!“

„Ja, liebe Paula, und deshalb bist du ja auch der Palmesel. Du bist am heutigen Palmsonntag als Letzte aufgestanden. Deshalb bist du der Palmesel. Komm’ mit hoch, wir frühstücken erst einmal was. Die Hörnchen sind zwar weg. Aber ich kann dir ein leckeres Toastbrot machen. Du kannst dir Marmelade darauf schmieren.“

Ich habe ganz glücklich gestrahlt. Da war der Sonntagmorgen gerettet.

Der Andreas hat weiter gesprochen: „Und nebenbei erkläre ich dir das mit dem Palmesel. Also: Der Sonntag vor Ostern ist der Palmsonntag. Die Christen erzählen sich diese Geschichte: Jesus ist eine Woche vor Ostern in die große Stadt Jerusalem gekommen. Er ist dabei auf einem Esel geritten. Und die Menschen haben für ihn Palmzweige gestreut.“

„Palmzweige? Warum das denn?“, habe ich gefragt. Und ich habe mir die Palme in Andreas’ Wohnzimmer genauer angeguckt. Aber ich habe nichts Besonderes entdeckt. Außer einem Osterei und einer Schneeflocke. Das war schon lustig. Aber ich musste natürlich weiter fragen: „Palmzweige? Warum haben die Palmzweige für ihn gestreut? War der Christus auch als Letzter aufgestanden?“, wollte ich wissen.

„Nein, nein“, hat der Andreas lachend gesagt. „Für die Menschen waren Palmen damals heilige Pflanzen. Die waren ein Zeichen des Sieges. In Israel waren aber damals die Römer die Chefs. Und die Menschen dort wollten sich von ihnen befreien. In der Christengeschichte war Christus für die Menschen in Jerusalem ihr König. Und er hatte keine Angst vor den Römern. Deshalb haben sie die Palmzweige für ihn gestreut. Die Christen feiern heute noch zur Erinnerung daran den Palmsonntag immer eine Woche vor Ostern!“

„Schön“, habe ich gemeint, „aber was hat das mit dem späten Aufstehen zu tun? Vielleicht weil Könige die Chefs sind und so lange schlafen können wie sie wollen?“

„Gute Idee“, hat der Andreas gemeint, „aber das stimmt nicht. Früher, zur Ritterzeit und auch noch später, hat man den Einzug von Christus in Jerusalem immer am Palmsonntag nachgespielt. Aber Esel sind richtig dickköpfige Tiere. Die wollen nicht immer brav laufen. Die machen oft nur das , was sie wollen. Deshalb hat man sogar die richtigen Esel gegen Holzesel ausgetauscht und eine Holzfigur von Christus draufgesetzt. Ja, und man hat dann Menschen, die sich komisch benommen haben, auch Palmesel genannt. Und heute sagt man das noch zu dem Familienmitglied, das am Palmsonntag als Letztes aufsteht.“

„Na gut“, habe ich zum Andreas gemeint. „Das hört sich echt lustig an. Dann bin ich halt der Palmesel. Aber nur in diesem Jahr. Wetten, dass ich nächstes Jahr früher aufstehe und dich aus dem Bett klingele? Dann bist du der Palmesel. Und deine Hörnchen esse ich dann auch schon auf.“ Eure Paula

Paulas Nachrichten

Paula findet die Geschenk-Ente gut

Hallo, liebe Kinder,

vor Kurzem bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Der kam gerade von einem Termin. Ich habe zu ihm gesagt: „Hallo, wo kommst denn du schon wieder her? Warst du wieder auf einem Termin?“

„Natürlich“, hat der Andreas gesagt, „und das war ein sehr…

Weiterlesen

Weitere Nachrichten von Paula Alle Nachrichten