Paulas Nachrichten

Paula will jetzt auch Sport machen

18.10.2014, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gewatschelt. Er war aber nicht zu Hause. Da bin ich wieder gegangen. Zum Glück kam er mir gerade mit seiner Frau entgegen. Er hatte Sportklamotten an und ging ganz schnell mit zwei Stöcken. Das sah komisch aus. Ich wollte ihn gleich fragen, was das soll. Aber er war schneller. Er hat gerufen: „He, Paula, da bist du ja! Ich bin schon von einer Frau gefragt worden: ,Wo ist denn die Paula?‘ Ich habe gesagt: ,Die ist faul zu Hause. Die geht ja auch nicht so schnell. Die watschelt eher!‘“

Das fand ich voll gemein. Also habe ich gleich losgeschnattert: „Faul zu Hause? Und ich kann nicht so schnell watscheln, äh, rennen wie du? Also, das ist ja . . . Du willst schneller sein? Du brauchst sogar ja schon Stöcke zum Laufen wie ein ganz alter Opa!“

Da musste der Andreas lachen. Er blieb stehen, hat erst einmal geschnauft. Dann hat er mir auf die Schulter geklopft. Ich habe etwas leiser als gerade geschnattert: „He, pass mal mit deinen Gehstöcken auf!“

Dann hat er gesagt: „Also, Paula, das sind keine Gehstöcke. Das sind Stöcke für das Nordic Walking.“

Das habe ich nicht verstanden. Deshalb habe ich gesagt: „Hm, die Stöcke sehen aus wie Skistöcke. Hast du deine Skier vergessen? Äh, aber Schnee liegt ja auch noch keiner! Muss das beim ,Nordik Hwohkink‘ so sein?“

„Du hast schon recht, Paula“, hat der Andreas geantwortet und das komische Wort buchstabiert, „das muss beim N-o-r-d-i-c W-a-l-k-i-n-g so sein. Das ist englisch und heißt eigentlich nur ,nordisches Gehen‘. Die Stöcke sind auch so etwas Ähnliches wie Skistöcke. Beim Skilanglauf hat man ja auch Stöcke. Und das Langlaufen ist eine nordische Sportart. Deshalb heißt das so. Mit den Stöcken schiebt man sich dabei an. Und das tut man beim ,Nordic Walking‘ auch. Dadurch werden nicht nur die Beine trainiert. Das tut auch den Schultern, dem Rücken und den Armen gut. Ich bin zwar noch kein Opa. Aber die Stöcke entlasten auch meine Gelenke in den Beinen. Das ist ganz gesund.“

„Ach so! Dann verstehe ich das. Vielleicht probiere ich das auch mal aus. Ich bin ja gar nicht faul!“, habe ich gesagt. Ich war nämlich schon noch ein bisschen beleidigt.

Aber der Andreas hat gemeint: „Das kannst du schon mal machen. Aber du brauchst nicht sauer zu sein. Das war nur Spaß. Du watschelst ja echt den ganzen Tag umher. Und schwimmen gehst du auch oft. Deshalb machst du ja auch schon ganz schön viel Sport und bist gar nicht faul.“

„Tja“, habe ich gemeint. „Sport machen hört sich auch viel besser an als Nordic Walking. Na ja, zumindest verstehe ich das gleich. Das ist ja wenigstens ein deutsches Wort!“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Das du dich da mal nicht täuschst, Paula! Die Deutschen haben das Wort Sport nämlich einfach aus dem Englischen übernommen. Und die haben das von den Franzosen. Ja, und die haben das wieder einmal von den alten Lateinern. Da hieß nämlich das Wort ,disportare‘ ganz einfach ,sich zerstreuen‘.“

„Sich zerstreuen?“, habe ich geschnattert, „wie Salz oder Sand? Wie soll denn das gehen?!“

„Nein, nein, das hat mit Sand oder Salz nichts zu tun. Das Wort bedeutet einfach: Man lenkt sich von seiner Arbeit ab. Dadurch kann man sich entspannen und erholen. Das kann man ja mit Sport tatsächlich auch machen. So ist aus dem Römerwort ,disportare‘ das Franzosenwort ,se desporter‘ geworden. Und daraus ist wieder das englische Wort ,disport‘ geworden. Tja, und dann ist das Wort ,Sport‘ daraus geworden. Sport als körperlicher Wettkampf wurde eher zuerst in England betrieben. Deshalb haben die Deutschen vor über 100 Jahren wahrscheinlich das Wort einfach übernommen.“

Das habe ich dann verstanden und mit dem Kopf genickt. Der Andreas hat gemeint „Also, dann trainierst du jetzt gleich mit den Stöcken. Dann kannst du bald sogar joggen.“

Trainieren war mir klar. Das andere Wort klang wie „Tschocken“. Ich habe also gefragt: „Wieder so ein Engländerwort? Was heißt das denn, das ,Tschocken‘?“

„Das ist tatsächlich ein Engländerwort. Es heißt so viel wie ,trotten‘. Gemeint ist damit ein gemütlicher Dauerlauf. Der macht dich nicht so fertig. Und du kannst trotzdem immer weiter und länger laufen, wenn du das trainierst.“

Dann hat der Andreas gelächelt. „Ach, ,trainieren‘ ist übrigens auch ein Engländerwort. Das bedeutet eigentlich ,jemanden schulen oder erziehen‘. Aber das ist eigentlich egal. Hauptsache, wir machen Sport. Das macht nämlich Spaß. Und es ist auch noch gesund.“

Tja, und ich bin dann gleich mal nordisch losgelaufen. Eure Paula

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