Paulas Nachrichten

Paula will helfen und nicht stiften gehen

29.09.2018, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Er war gar nicht da. Er war unterwegs. Ich habe mal nach meiner Post geschaut. Manchmal bekomme ich ja ganz tolle Briefe oder Karten von euch. Mit Bildern und so. Darüber freue ich mich übrigens immer sehr, liebe Kinder! Ich habe auch ein eigenes Fach für E-Mails. Ihr wisst doch: Das ist die Computerpost! Der Andreas hat mir das extra eingerichtet.

Diesmal habe ich Post von fünf Mädchen bekommen. Die haben mir geschrieben. Sie sammeln alte Stifte für arme Kinder in Syrien. Das fand ich toll. Also habe ich mir gleich mal den Schreibtisch vom Andreas vorgenommen. Da liegen nämlich immer viele Stifte herum. Kugelschreiber, Filzstifte und so dicke, fette Textmarker.

Ich habe die gerade einmal alle auf einem Haufen gesammelt. Plötzlich habe ich eine laute Stimme hinter mir gehört. Sie hat gesagt: „He, Paula, was machst du denn da? Willst du stiften gehen?“

Zuerst bin ich ganz schön erschrocken. Mein armes kleines Entenherzlein hat ganz wild geschlagen. Aber dann hat die Stimme gleich gelacht. Ich habe mich natürlich umgedreht. Und da habe ich gesehen: Das war der Andreas.

„Musst du mich so erschrecken?“, habe ich erst einmal geschnattert. Und dann wollte ich wissen: „Stiften gehen? Was soll denn das? Wie stiftet man denn? Und wo soll ich da dafür hingehen?“

Der Andreas hat noch mehr gelacht. Dann hat er gemeint: „Aber Paula, das sagt man doch nur so. Ich habe dich mit den vielen Stiften gesehen. Übrigens mit meinen Stiften. Und das sah so heimlich aus. Weil ich doch gar nicht da war. Und ,stiften gehen‘ heißt ja eigentlich einfach ,abhauen‘. Da habe ich gedacht: Das passt gut für einen Witz.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „aber warum sollte ich mit Stiften abhauen? Damit ich dir von irgendwo eine Karte oder einen Brief schreiben kann?“

Der Andreas hat aufgehört zu lachen. Dann hat er gesagt: „Das ist gar keine schlechte Überlegung. Aber sie ist trotzdem falsch. Das mit dem ,stiften gehen‘ kommt von der Sprache der Gauner. Die hatten nämlich früher eine geheime Sprache für sich allein. Der Stift war ein junger, neuer Gauner. Und der musste oft einfach bei Einbrüchen von anderen Gaunern Wache schieben. Er hat aufgepasst, damit keiner kommt. Keine Polizei oder so. Und wenn dann doch jemand kam, ist er oft abgehauen.“

„Ah“, habe ich geschnattert. „das ist lustig. Dann verstehe ich das. Aber bei mir ist das was anderes mit den Stiften. Die kann man sammeln und abgeben. Und dann kann man damit Kindern in Syrien helfen. Hier, guck mal, ich habe eine E-Mail bekommen.“

Der Andreas hat sich die E-Mail durchgelesen. Und dann hat er gesagt: „Das ist ja echt toll. Die Kinder von Syrien haben es so schwer wegen des schlimmen Krieges im Land. Viele flüchten. Nicht nur hierher zu uns. In den armen Ländern um Syrien herum sind viel mehr Flüchtlinge als hier. Auch denen muss man helfen. Für die Kinder ist die Schule ein Teil von einem normalen Leben. Und nur so können sie später mal einen guten Beruf lernen. Das ist auch für ihr Land wichtig. Damit sie helfen können, es wieder aufzubauen.“

„Siehst du“, habe ich ganz stolz gemeint, „dann ist das doch gut mit deinen Stiften. Dann geben wir die doch einfach ab.“

Der Andreas hat aber ganz kritisch geguckt und gesagt: „Äh, Paula, das Material von den Stiften wird ja wieder verwendet. Deshalb bekommt man ja Geld für die Kinder. Dafür sollten die Stifte aber leer sein. Und meine Stifte . . .“

„Ach so“, habe ich ganz leise gesagt. „die sind vielleicht noch gar nicht leer. Na gut, wir probieren sie mal aus.“

„Ja“, hat der Andreas gesagt, „und sonst brauchen wir sie noch voll auf. Und dann spenden wir sie erst.“

So machen wir das auf jeden Fall, gell, liebe Kinder? Eure Paula

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