Paulas Nachrichten

Paula will doch nicht Bürgermeister werden

19.09.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

endlich sind die Ferien vorbei! Oh! Ich weiß: Da bekomme ich vielleicht Ärger mit euch. Denn manche von euch gehen ja noch oder schon in die Schule. Und die Schüler haben natürlich Ferien viel lieber als Schulzeit. Ich finde Ferien ja auch schön. Aber das Arbeiten für die Zeitung macht mir eben auch sehr viel Spaß. Vor allem, wenn mein Freund Andreas da ist. Und der war eben zuletzt im Urlaub. Denn sein Sohn hatte Ferien.

Jetzt ist er aber wieder da. Und deshalb bin ich in dieser Woche mal nachmittags zu ihm in die Redaktion gewatschelt. Der Andreas kam mir schon entgegen. Mir sind beinahe meine runden Entenäuglein aus dem Kopf gefallen. Der sah nämlich ganz anders aus als sonst. Denn er hatte einen Anzug und eine Krawatte an. Und richtig rasiert war er auch.

Ich habe gesagt: „He, wie siehst du denn aus? Willst du heute heiraten? Du bist doch schon verheiratet!“

„Genau, liebe Paula“, hat er zurückgemault, „ich bin schon verheiratet. Ich habe mich für die zukünftigen Bürgermeister und unsere Leser so angezogen.“

„Bürgermeister?“, habe ich geschnattert, „was haben die gewonnen? Warum sind die denn die Meister der Bürger?“

Der Andreas hat seine Augenbraue nach oben gezogen und mich fragend angeschaut. Dann hat er geantwortet: „Gewonnen? Ach so meinst du das. Nein, nein. Die sind keine Sportler. Die haben keine Meisterschaft gewonnen. Die wollen eine Wahl gewinnen. Und zwar in Beuren. Das sind fünf Männer. Jeder will Bürgermeister werden. Dann wäre er der Chef von dem Dorf. Die Bürger können einen wählen. Und die fünf erzählen den Bürgern heute etwas. Damit die wissen, wen sie wählen wollen. Und mein Kollege und ich stellen ihnen Fragen dazu. Komm’ doch einfach mit, Paula. Dann kannst du dir mal anschauen.“

Ich bin dann mit ihm und seinem Kollegen mit dem Auto in das kleine Dorf Beuren gefahren. Ich habe mir gleich überlegt: „Aha. Also der Bürgermeister wird gewählt. Dann ist er der Chef von dem Dorf. Und von den Bürgern auch. Deshalb heißt er Bürgermeister. Er ist dann Meister von den Bürgern. Gell?“

Der Andreas hat auch kurz überlegt. Dann hat er gemeint: „Naja, ungefähr ist das so. Ich erkläre dir das genau. Wir haben ja Zeit auf der Fahrt. Also: Das Wort Bürger kommt vom Wort Burg. Ein Bürger war in der Ritterzeit ein Burgbewohner. Und um die Burgen haben sich oft Städte und Dörfer gebildet. Und dann hat man die Bewohner einfach auch Bürger genannt. Heute heißen alle Bewohner von einem Land auch so.

Das Wort Meister kommt vom Römerwort Magister. Ein Meister ist jemand, der etwas leitet oder auf etwas aufpasst. Also: Der Bürgermeister leitet die Bürgerschaft in einem Dorf oder einer Stadt. Das ist noch heute so. Dabei ist er aber nicht unbedingt der Chef der Bürger. Er ist eher für die Bürger da. Er ist der Chef der Verwaltung. Und er ist der Vorsitzende des Gemeinderats. In den Gemeinderat werden Bürger hineingewählt. Und die beschließen dann verschiedene Sachen. Zum Beispiel sind die für die Schule verantwortlich, für die Straßen, für die Leitungen für das Wasser und so weiter. Er sitzt im Rathaus. Dort bekommt man zum Beispiel auch seinen Ausweis. Von allen Rathausmitarbeitern ist er der Chef. Der Bürgermeister gibt die Richtung vor. Und er vertritt das ganze Dorf. Und er muss das Geld der Gemeinde verwalten und überlegen, für was man es ausgibt.“

„Das wäre ja auch mal ein ganz interessanter Beruf“, habe ich mir überlegt.

Der Andreas hat aber gemeint: „Ja, Paula. Man muss mindestens 25 Jahre alt sein. Da bist du noch zu jung. Hm, und ob Zeitungsenten überhaupt gewählt werden können . . .“

Pah, habe ich mir gedacht, mich kennen so viele Leute! Da würden mich bestimmt viele wählen. Mich haben dann in Beuren bei der Veranstaltung mit den fünf Vielleicht-Bürgermeistern tatsächlich viele erkannt und lieb begrüßt. Ich habe dann aber genau zugehört und gemerkt: So ein Bürgermeister muss sehr, sehr viel arbeiten. Und er muss sich um alle Menschen und viele Dinge kümmern. Da ist er immer viel unterwegs. Noch mehr als ein Reporter oder eine Zeitungsente. Deshalb habe ich zum Andreas gesagt: „Naja, leider bin ich ja zu jung für den Bürgermeister-Beruf. Da bleibe ich eben Zeitungsente.“ Eure Paula

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Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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