Paulas Nachrichten

Paula will doch lieber kein Clown sein

09.03.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

war das schön warm diese Woche! Meine Laune war super. Ich habe den Andreas besucht. Natürlich habe ich ihn voll angestrahlt. Er hat gemeint: „He, Paula, freust du dich schon auf den Wintereinbruch?“

Das habe ich gar nicht verstanden. Deshalb habe ich gesagt: „Winter? Du willst mich bestimmt nur ärgern! Jetzt kommt doch kein Winter mehr!“

„Doch, doch“, hat der Andreas erwidert. „Du solltest wieder deine Winterkleider auspacken. Nach dem Wochenende wird’s wieder kalt. Und es wird wieder schneien. Ich würde dich doch nicht belügen. Die Leute würden dich bei schönem und warmem Wetter mit deinen Winterklamotten doch auslachen wie einen Clown. Das will ich doch nicht!“

Dann habe ich ihm das eben geglaubt. „Aber vielleicht wäre das ja auch schön. Die Clowns freuen sich doch, wenn die Leute über sie lachen. Ich bringe die Leute ja auch gerne zum lachen“, habe ich gesagt.

„Das ist ja in Ordnung, Paula. Aber das Wort Clown kann man schon ein bisschen böse meinen. Ich kann dir mal ein Beispiel sagen: Ein deutscher Politiker hat vor kurzem zwei italienische Politiker als Clowns bezeichnet. Dafür hat er Ärger bekommen.“

„Echt? Freuen die sich nicht, wenn man über sie lacht?“, wollte ich wissen.

Der Andreas hat gemeint: „Naja, du freust dich ja auch nicht immer, wenn man über dich lacht. Außerdem bedeutet das englische Wort Clown auch ,Tölpel‘. Das englische Wort kommt vom Römerwort ,colonus‘. Das heißt auch ,Tölpel‘. Also, das hat die Typen wirklich beleidigt. Die wollen ja eigentlich ernste Politiker sein. Beleidigt waren aber auch die Leute, die sie gewählt haben. Die haben gesagt: ,Wir machen doch keine Clowns zu Politikern.‘“

Ich habe eine Weile überlegt. Dann habe ich gefragt: „Warum hat der deutsche Politiker das dann gesagt?“

Jetzt musste der Andreas eine Weile überlegen. Dann hat er weiter erklärt: „Naja, das sind schon ein bisschen komische Politiker. Der eine war schon einmal Chef in Italien. Da hat er viele seltsame Sachen gemacht. Er hat auch manchmal Ärger mit der Polizei. Eigentlich hätte er auch schon ins Gefängnis müssen.“

Das fand ich blöd. Deshalb habe ich gesagt: „Dann müssten ja eher die Clowns beleidigt sein. Der darf doch nicht zu einem Gauner Clown sagen.“

Der Andreas musste lächeln. Und er sagte: „Da hast du recht. Der andere wiederum ist wirklich ein Spaßmacher und Schauspieler.“

Das habe ich nun überhaupt nicht verstanden. Ich habe geschnattert: „Ja, und warum regt der sich dann auf?“

Der Andreas hat geantwortet: „Das ist so: Der deutsche Politiker hat halt gemeint, die treten als Politiker wie Clowns auf. Man kann also über sie als Politiker lachen. Das ist das Problem.“

Das habe ich schon wieder nicht verstanden. Also habe ich weitergeschnattert: „Ja aber wenn doch der eine ein Gauner und der andere ein Spaßmacher ist, dann sind die doch auch keine guten Politiker, oder? Warum kriegt der deutsche Politiker dann Ärger? Dann muss man ja wirklich über sie lachen.“

Der Andreas musste tief schnaufen. Dann hat er weitererzählt: „Manche Leute sagen: Der deutsche Politiker hätte das nicht sagen dürfen. Auch wenn es stimmt.“

„Was? Hätte er dann sagen sollen, dass die toll sind? Obwohl er weiß, dass das gar nicht stimmt? Das wäre dann doch gelogen“, habe ich mich aufgeregt.

„Ja, Paula“, hat der Andreas gemeint. „Er hätte aber auch gar nichts über die Typen sagen müssen. Er hätte ihnen zumindest keinen Namen wie Clown geben müssen. Dann hätte er auch nicht lügen müssen. Er hätte einfach das, was er für die Wahrheit hält, nicht gesagt.“

„Das ist aber schwer zu verstehen“, habe ich gestöhnt. „Dabei soll man doch immer ehrlich sein.“

„Naja, Paula“, hat der Andreas gemeint, „Bist du wirklich immer ehrlich? Manchmal ist man nicht ehrlich, weil man jemanden gerne hat. Ich sage dir ein Beispiel: Stelle dir vor, ich zeige dir eines von meinen Urlaubsbildern. Ich finde es ganz toll, weil ich eine schöne Erinnerung damit verbinde. Du findest es gar nicht so toll, weil es dir nichts bedeutet. Sagst du dann zu mir: ,Das ist ja ein blödes Bild!‘?“

„Natürlich sage ich das nicht“, habe ich schnell gesagt. „Ich will dich doch nicht beleidigen.“

„Siehst du, Paula, die Menschen sagen nicht immer die Wahrheit. Aber dabei lügen sie nicht unbedingt. Und manchmal, liebe Paula, durften nur Narren die Wahrheit sagen.“

Dann ist der Andreas verschwunden und mit einer kleinen Puppe wieder gekommen. Die sah lustig und lieb aus. Der Andreas hat gemeint: „Siehst du, so waren vor langer Zeit die Narren angezogen. Die waren die Clowns der Ritterzeit. Ein Narr hat oft auch bei den Königen gearbeitet. Und der durfte denen dann mal so richtig die Meinung sagen. Den nahm man nicht ganz ernst. Schließlich war er ja ein Narr, ein Spaßmacher. Der hatte Narrenfreiheit. Das Wort benützen wir heute noch. Denn der durfte ungestraft Sachen sagen, für die andere Ärger bekommen haben.“

Das fand ich lustig. Ich habe gesagt: „Dann sollte der deutsche Politiker einen Narren mit Kappe und Glocken nach Italien schicken. Der Narr könnte dann die italienischen Politiker ,Clown‘ nennen. Und niemand dürfte ihn schimpfen.“

Der Andreas hat gemeint: „Tolle Idee, Paula! Willst du den Job des Narren übernehmen?“

Das wollte ich dann doch lieber nicht. Ich bleibe lieber eure Zeitungsente, liebe Kinder! Eure Paula

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