Paulas Nachrichten

Paula will doch kein eitler Pfau sein

30.04.2016, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

gestern bin ich zum Andreas in die Redaktion gewatschelt. Der Andreas hat mich begrüßt. Er hat gesagt: „Hallo, liebe Paula! Schön, dass du kommst! Wir wollten sowieso ein Bild von dir, meinem Kollegen und mir machen. Das brauchen wir für unsere Sonderausgabe mit den Artikeln von den Kindern aus unserem Schulprojekt!“

„Ah“, habe ich gemeint, „muss das jetzt gleich sein? Äh, na gut, also, dann gehe ich nur nochmal schnell raus – und dann komme ich wieder – und dann können wir das Bild machen!“

Der Andreas hat gelächelt und gemeint: „Ah, musst du jetzt für kleine Entenmädels?“

Ich war schon unterwegs. Aber ich bin gleich wieder stehengeblieben. Ich habe gefragt: „Wie? Kleine Entenmädels?“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt, „man sagt doch bei uns Menschenmännern: ,Ich muss mal für kleine Jungs‘. Damit meint man ja: ,Ich muss mal pinkeln.‘ Man will halt das Wort ,pinkeln‘ dann nicht sagen. Das klingt ja nicht so vornehm. Dann sagt man lieber ,für kleine Jungs müssen‘.“

„Ach so“, habe ich gesagt, „nee, also für kleine Jungs muss ich nicht. Und auch nicht für kleine Entenmädels.“

Jetzt hat der Andreas noch mehr gelächelt. Er hat gesagt: „Ah ja, dann ist unser Entenmädel doch eitel wie ein Pfau!“

Das habe ich auch nicht so richtig verstanden. Ich habe also geguckt wie ein Auto. Und ich habe gefragt: „Hä? Eitel?“

„Ja“, hat der Andreas geantwortet, „eitel. Du bist eitel. Du sollst fotografiert werden. Deshalb gehst du erst einmal in den Spiegel gucken. Du willst nämlich auf dem Bild gut aussehen. Dabei hast du doch sicher schon in den Spiegel geguckt heute morgen. Und du weißt wie du aussiehst. Aber du willst unbedingt noch einmal in den Spiegel gucken! Weil du eitel bist wie ein Pfau.“

„Na ja, äh, also gut“, habe ich gestottert, „dann bin ich halt eitel. Ich will schon gut aussehen auf dem Bild. Das gebe ich ja zu.“

Das mit den Pfauen habe ich nicht so richtig verstanden. Denn der Andreas hat ja zu mir gesagt: „Unser Entenmädel ist eitel wie ein Pfau“. Und ich habe die Geschichte von den Pfauen gestern in unserer Zeitung gelesen. Das sind ganz schöne Vögel. Und es gibt ein Pfauenpaar in Altenriet. Das ist ein kleines Dorf in der Nähe. Das ist schon etwas Besonderes. Sonst leben die Pfauen nämlich hier bei uns nur in Gehegen oder im Zoo. So richtig wild kommen die eigentlich nur weit weg von hier vor. Zum Beispiel in Asien oder Indien. Die Pfauen sehen richtig toll aus. Die haben ganz bunte Federn. Und die können die aufstellen wie ein Rad.

Also habe ich den Andreas gefragt: „Äh, aber warum sind die Pfauen auch eitel? Sind die vor dem Fotografieren für das Bild in unserer Zeitung heute auch erst einmal auf die Toilette zum Spiegelgucken gegangen?“

„Nein, nein“, hat der Andreas geantwortet. „Ich glaube nicht. Das ist eben so ein Sprichwort. Das kommt daher: Die Pfauenmänner können ja ein wunderbares Rad machen mit ihren Federn. Und dann stolzieren sie ganz langsam an den Weibchen vorbei. Denn die sollen die ja toll finden. Sonst würden die Pfauenfrauen ja mit ihnen keine Pfauenbabys in die Welt setzen wollen. Das sieht dann richtig eitel und stolz aus.“

„Ah ja“, habe ich gemeint, „ist ja klar. In den Spiegel brauchen die wirklich nicht gucken. Die kennen ja ihre wunderschönen, bunten Federn genau! Auf die kann man richtig neidisch sein . . .“

„Na ja, eigentlich brauchst du gar nicht neidisch zu sein. Die Federn von den Pfauen sind nämlich gar nicht bunt. Die sind eigentlich ganz grau. Die haben aber an ihren Federn minikleine Kammern voller Luft. Das eigentlich weiße Licht wird von denen gespiegelt. Aber nur bestimmte Farben kommen da zurück. Deshalb sehen die so bunt aus. Das ist wie bei den Seifenblasen. Die schimmern auch in verschiedenen Farben.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „aber schön ist das trotzdem.“

„Ach, sei nicht neidisch, Paula“, hat der Andreas gesagt. „Mit deinem Zeitungsgefieder und den orangenen Füßen und dem Schnabel siehst du richtig toll aus. Und wenn du doch mal bunte Federn willst . . . warte mal . . .“

Dann hat er aus seiner Schublade einen bunten Indianer-Federschmuck geholt. „Guck mal, den wollte ich dir eigentlich schon zu Fasching schenken. Aber du wolltest ja nicht zur Party!“

„Na gut“, habe ich gemeint, „dann probiere ich das mal an.“

Ich habe damit in den Spiegel geguckt. Das sah schon ganz gut aus. Aber für das Bild mit dem Andreas und seinem Kollegen werde ich es wieder ausziehen. Denn ich bin ja eine schlaue Zeitungsente und kein eitler Pfau! Eure Paula

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