Paulas Nachrichten

Paula will die Uhr nicht zurückstellen

29.10.2011, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am Freitag habe ich den Andreas besucht. Wir haben uns eine Weile unterhalten. Über alles Mögliche haben wir gesprochen. Dann wurde es draußen wunderschön. Der Nebel war weg. Also habe ich den Andreas gefragt: „Gehen wir ein bisschen spazieren?“

Der Andreas hat den Kopf geschüttelt und gemeint: „Nee, Paula, ich muss doch arbeiten. Ich wünsche dir viel Spaß. Und vergiss am Sonntag nicht, die Uhr zurückzustellen!“

Das habe ich nicht verstanden. Und deshalb habe ich geguckt wie ein Auto. „Die Uhr zurückstellen? Aber ich habe doch gar keine Uhr weggestellt! Also wie soll ich sie dann zurückstellen?“

Der Andreas hat mich angeguckt und die Augenbrauen hochgezogen. Das macht er manchmal. Vor allem, wenn ich etwas Einfaches nicht verstehe. Er hat geantwortet: „Aber Paula, du sollst doch nicht das Gerät Uhr zurückstellen. Du sollst die Uhrzeit zurückstellen. Die Sommerzeit endet doch in der Nacht von Samstag auf Sonntag.“

Das fand ich wieder komisch. Also habe ich geschnattert: „Die Sommerzeit endet? Also wenn du mich fragst, hat die schon lange geendet. Auch wenn es heute eigentlich schön warm ist.“

Wieder hat er die Augenbrauen nach oben gezogen. Und zwar noch höher als vorher. Und dann hat er gesagt: „Sommerzeit sagt man doch nur. In der schönen Jahreszeit, von Ende März bis Ende Oktober, ist Sommerzeit. Dann stellen wir die Uhrzeit eine Stunde vor. Dann haben wir mehr vom Tag. Und wenn es dann Herbst wird, stellen wir die Uhrzeit wieder zurück.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „die Sache mit der Sommerzeit und so. Das weiß ich doch schon. Sonst hätte ich jetzt wirklich deine Uhr genommen und weggestellt.“

Der Andreas hat nämlich viele Uhren. Am liebsten trägt er aber seine blaue, große Uhr. Die hat ihm seine Frau mal zum Geburtstag geschenkt. Und weil er die so gern hat, hat jetzt er mal zur Abwechslung geschnattert wie eine Ente: „Lass’ bloß die Finger von meiner Uhr! Da verstehe ich keinen Spaß!“

„Ist ja schon gut“, habe ich ihn beruhigt, „die ist mir sowieso viel zu schwer. Die kannst du behalten. Du kannst dich entspannen mit deinen Uhren. Was hättest du bloß gemacht, wenn du früher gelebt hättest? Als es noch gar keine Uhren gegeben hat?“

Der Andreas musste lächeln. Dann hat er gesagt: „Kein Problem, Paula. Uhren gibt es schon seit ganz langer Zeit. Die alten Ägypter hatten schon welche.“

Ich habe mit dem Kopf genickt und gemeint: „Ach ja, das waren die Schlaumeier, die die riesigen Pyramiden gebaut haben. Und die hatten auch schon Uhren? Solche wie du hast?“

„Natürlich nicht, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Das waren sogenannte Schattenuhren. Die hatten einen Balken mit Markierungen drauf. Und oben drüber war ein kleinerer Balken. Der hat einen Schatten geworfen. Je nachdem, wo die Sonne stand, hat sich der Schatten über die Markierungen bewegt.“

Ich musste überlegen. Dann habe ich gesagt: „Das ist ja ganz schön schlau gewesen von den Ägyptern. Aber was haben sie nachts gemacht?“

„Gute Frage“, hat der Andreas mich gelobt. „Da konnte man natürlich die Schattenuhren und auch später die anderen Sonnenuhren nicht verwenden. Deshalb haben sie die Wasseruhren erfunden.“

„Wasser? Das hört sich gefährlich an. Heute gehen Uhren oft kaputt, wenn man sie ins Wasser wirft“, habe ich gesagt.

„Das stimmt“, hat mir der Andreas recht gegeben. „Aber die hießen auch aus einem anderen Grund Wasseruhr. Die brauchten nämlich Wasser, um zu funktionieren. Dabei ließ man Wasser gleichmäßig aus einem Gefäß rauslaufen. Man wusste: Soundso viel Wasser braucht soundso lange, um rauszulaufen. Am Wasserstand konnte man dann die Uhrzeit ablesen. Ganz ohne Sonne. “

„Hm, solche Uhren konnte man aber natürlich nicht am Handgelenk tragen“, habe ich gemeint.

„Richtig“, hat der Andreas gesagt. „Solche Uhren gab’s erst viel später. In der Ritterzeit hat man schon bessere Uhren gebaut. Die funktionierten schon mit Rädern, die ineinandergreifen. Später dann hat man bessere Materialien gefunden und bessere Werkzeuge für die Uhrmacher gebaut. Damit konnten die dann immer kleinere Uhren bauen.“

Mich hat jetzt nur noch eines gewundert. Und das habe ich dem Andreas gleich gesagt: „Das war interessant. Toll ist, dass diesmal gar nicht die alten Römer in deiner Erklärung vorkamen. Wahrscheinlich hatten die keine Uhren.“

Der Andreas musste lachen. Er hat den Kopf geschüttelt und gesagt: „Da liegst du falsch. Die haben auch ganz tolle Sonnen- und Wasseruhren gehabt. Und weißt du was? Sie haben der Uhr sogar ihren Namen gegeben. Das alte deutsche Wort ,ur‘ kommt nämlich vom Römerwort ,hora‘. Und das heißt einfach Stunde.“

„Na gut“, habe ich gesagt. „Ohne deine Römer wärst du ja unglücklich.“ Und das wollen wir ja wirklich nicht, gell, liebe Kinder? Eure Paula

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