Paulas Nachrichten

Paula will die Gegenfüßer schlafen lassen

07.01.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

am letzten Samstag bin ich mittags zum Andreas gekommen. Die Schlafmütze saß noch beim Frühstück. Zuerst wollte ich ja schnattern, also mit ihm schimpfen. Aber das habe ich mir schnell anders überlegt. Es gab nämlich noch leckere Bretzeln zum späten Frühstück. Und ich habe natürlich eine abbekommen. Mit Butter. Mmmmhhhhh!

Dann musste ich aber doch losschnattern. Denn eigentlich liest man ja zum Frühstück brav die Zeitung. Aber der Andreas hat diesmal auf sein Handy geglotzt. Also habe ich geschnattert: „He, leg ’ mal das Handy weg! Du kannst dich ja mit mir unterhalten. Und wegen mir aus ab und zu in die Zeitung gucken!“

Der Andreas hat erst noch ein bisschen auf seinem Handy rumgetippt. Dann hat er mich angeschaut und gemeint: „Äh, was? Ah, ja, klar. Du hast natürlich recht. Normal mache ich auch gar nicht beim Essen mit dem Handy rum. Und auch nicht, wenn Besuch da ist. Das war jetzt eine Ausnahme. Mir hat ein Freund ein gutes neues Jahr gewünscht! Dem musste ich gleichmal antworten!“

Zuerst habe ich auf die Uhr geguckt. Es war kurz nach 12 Uhr mittags. Klar, draußen hat ja auch die Sonne gescheint. Zumindest so ein bisschen. So wie das im Winter so ist. Also habe ich weitergeschnattert: „Warum das denn? Das neue Jahr fängt doch nicht um 12 Uhr mittags an. Das fängt doch erst um 12 Uhr nachts an. Da haben wir doch noch Zeit!“

„Klar“, hat der Andreas geantwortet, „wir haben schon noch Zeit! Aber mein Freund nicht! Bei dem hat das Jahr schon angefangen! Der ist nämlich nicht zu Hause. Der ist im Sommerurlaub!“

Da habe ich wieder rausgeguckt. Es hat zwar noch nicht geschneit. Aber es sah richtig kalt aus draußen. Also habe ich wieder geschnattert: „Im Sommerurlaub? Jetzt? Da sollte er mal lieber Skifahren gehen, oder? Oder warte mal . . .“

Mir war da nämlich was eingefallen. Der Andreas hatte mir das mal erklärt. Ich habe also gesagt: „Hm, wenn bei uns Winter ist, ist woanders auf der Erde Sommer, oder? Vielleicht weiß ich das noch richtig. Wart’ mal! Also, die Erde ist eine Kugel. Die Kugel dreht sich. Aber nicht gerade. Sondern so ein bisschen krumm. Deshalb sind manche Orte der Sonne ein bisschen näher als andere. Da ist dann Sommer. Und woanders ist dann Winter. So war das! Ich bin ja schon eine schlaue Ente!“

„Klar, eine sehr schlaue Ente!“, hat mich der Andreas gelobt. Ich habe gemeint: „Ah ja, und wo macht dein Freund jetzt im Winter Sommerurlaub?“

„Bei den Antipoden“, hat der Andreas gesagt und gegrinst.

„Andiwo ist der? Haben die was mit dir zu tun?“, habe ich gemeint und geglotzt wie das riesengroße Auto.

„Nicht Antiwo, ,Paula, Antipo: Antipoden! Das sind Gegenfüßer“, hat der Andreas gesagt.

Das habe ich wieder nicht verstanden. Das fand ich noch komischer. Ich habe geschnattert: „Gegenfüßler? Sind die so etwas wie Tausendfüßler? Bei so komischen Kriechtieren macht der Urlaub?“

Der Andreas musste lachen. Dann hat er mir erklärt: „Mit den Tausendfüßlern haben die nichts zu tun. Na ja, vielleicht gibt’s da auch welche. Pass’ mal auf, das ist ein Römerwort. Das haben die von den alten Griechen übernommen. Bei denen heißt ,Anti‘ einfach ,gegen‘. Und ,pous‘ heißt ,Fuß‘. Also Gegenfüßer.“

„Haben die ihre Füße verkehrt rum? Laufen die dann immer rückwärts?“, wollte ich wissen.

Der Andreas musste wieder lachen und hat gemeint: „Dann würden die ja watscheln wie Enten!“

Ich wollte schon schnattern. Aber der Andreas hat weiter erzählt: „Nein, nein, also die Erde ist ja eine Kugel. Wir stehen genau drauf, weil uns die Kugel ja anzieht wie ein Magnet. Und genau auf der anderen Seite stehen auch Typen. Die strecken uns deshalb ihre Füße entgegen. Da ist mein Freund gerade mit seiner Frau. Das musst du dir auf einem Globus mal angucken. Der ist in Neuseeland. Das ist eine Insel ganz im Osten und Süden. Auf dem Globus findet man das gar nicht gleich. So weit unten ist das. Das ist richtig versteckt.“

„Ach, und die Gegendingser feiern auf ihrer versteckten Insel einfach mal früher Silvester?“, wollte ich wissen.

„Na, die feiern nicht einfach so. Die sind ja auch viel weiter im Osten. Da geht die Sonne also viel früher auf. Denn unsere Kugelerde dreht sich ja. Die sind schon zwölf Stunden voraus. Also hat bei denen schon das neue Jahr angefangen. Deshalb habe ich ihm schon ein gutes neues Jahr gewünscht!“

„Ah“, habe ich gemeint, „die haben es gut! Dann haben die das Geballere schon alles hinter sich!“

Ich kann nämlich die ganze Raketenschießerei an Silvester nicht so leiden. Das ist so laut und stinkig. Und gefährlich ist es für mein schönes Gefieder auch.

Ich habe dann aber später trotzdem auch gefeiert. Da haben die Antidingser in Neuseeland sicher schon geschlafen. Zum Glück ist das so weit weg. Sonst hätte sie unser Geknalle noch beim Frühstück gestört! Eure Paula

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