Paulas Nachrichten

Paula will das Rad nicht neu erfinden

28.09.2013, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

diese Woche war es ja richtig warm. An einem Mittag bin ich zum Andreas gekommen. Ich habe geklingelt. Seine Frau hat mich reingelassen und gesagt: „Hallo, Paula, der Andreas ist auf der Terrasse.“

Also bin ich hingewatschelt. Er saß auf seiner Bank in der Sonne und hat gedöst. Das fand ich toll. Ich bin ganz leise weitergewatschelt. Ganz nah zu ihm hin. Und dann habe ich ganz laut geschnattert: „Sonnenbrand! Du bekommst einen Sonnenbrand auf der Glatze!“

Der Andreas hat sich richtig erschrocken. Er ist plötzlich ganz gerade dagesessen und hat geschimpft: „He, hast du ein Rad ab? Du kannst mich doch nicht so erschrecken! Und eine Glatze habe ich auch nicht.“

Dann hat mir das schon leidgetan. Ich habe gesagt: „Entschuldigung! Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern. Aber warum soll ich ein Rad abhaben? Ich bin doch keine Spielzeugente zum Ziehen! Ich bin eine echte Zeitungsente und habe Beine, mit denen ich watscheln kann!“

„Ist schon gut“, hat der Andreas gesagt, „ich habe mich schon wieder beruhigt. Das mit dem ,Rad ab‘ ist ein Spruch. Du kannst dir vorstellen: Wenn an einem Auto ein Rad fehlt, ist es ganz schön kaputt. Deshalb sagt man das so. Das bedeutet so viel wie: ,Spinnst du?‘“

Das fand ich eigentlich lustig. Ich habe gesagt: „Guter Spruch! So einen muss ich mir auch mal einfallen lassen!“

Der Andreas hat geantwortet: „Na ja, man kann auch gute Sprüche von anderen nehmen. Man kann das Rad ja nicht immer neu erfinden.“

Jetzt habe ich ihn aber angeschaut wie ein großes, großes Auto eben mit großen, großen Rädern. Ich habe gefragt: „Das Rad erfinden? Aber Räder gibt es doch schon!“

Der Andreas hat kurz die Augen verdreht. Dann hat er aber gelächelt und gemeint: „Natürlich gibt es die schon! Das ist doch auch nur ein Spruch.“

„Ach so“, habe ich gemeint. Natürlich ist mir eine Frage eingefallen: „Äh, und wie heißt der Erfinder vom Rad dann?“

Der Andreas musste kurz überlegen. Dann hat er gemeint: „Na ja, einen Namen kennt man nicht. Das ist schon so lange her. Früher hat man geglaubt, das erste Rad habe es vor beinahe 5000 Jahren in Mesopotamien gegeben.“

„In Popowo?“, habe ich geschnattert. „In M-e-s-o-p-o-t-a-m-i-e-n“, hat der Andreas geantwortet. „Das ist das Zweistromland.“

„Stromland?“, habe ich wieder geschnattert, „hatten die schon Strom?“

„Aber Paula“, hat der Andreas geantwortet, „natürlich hatten die keinen Strom. Strom sagt man auch zu Flüssen. Und das Land lag zwischen zwei großen Flüssen. Dem Euphrat und dem Tigris. Und nein, Paula, der Fluss heißt nicht so, weil da dauernd Tiger darin planschen.“

„Ha, ha, ha“, habe ich ein bisschen genervt gesagt. „Das habe ich mir schon gedacht. Ja, und haben die das Rad jetzt dort erfunden?“

Der Andreas hat erklärt: „Na ja, von ihnen gibt es Darstellungen von Pferdewagen für den Krieg. Die haben Holzräder mit einer drehbaren Mitte, einer Nabe. Und einem Metallring drumrum. So eines steht auch in der Nürtinger Altstadt!“

„Echt?“, habe ich mich gewundert, „die haben ein altes Mesopodings-Rad hier? Das ist doch bestimmt wertvoll!“

Der Andreas hat mir gesagt: „Nein, nein, das ist nicht so alt. Solche Räder wurden eben auch bei uns sehr lange gebaut. Man konnte erst andere Räder bauen, als man den Gummi für die Reifen erfunden hat. Das war so vor 200 Jahren. Wir wissen aber auch seit ein paar Jahren: Im heutigen Russland und auch bei uns in Norddeutschland haben die beinahe zur gleichen Zeit wie die Leute in Mesopotamien schon Räder gebaut. Es gibt da in einer Grabanlage in Norddeutschland Spuren von einem Karren. Die sieht man heute noch.“

„Ach so“, habe ich mir überlegt. „Haben die dann die Räder verteilt oder haben die überall auf der Welt zugleich das Rad erfunden?“, wollte ich wissen.

„Hm“, hat der Andreas gemeint. „Das weiß man nicht so genau. Aber überall wurde das Rad nicht erfunden. In Mittelamerika zum Beispiel nicht. Die Inkas dort waren schon sehr früh sehr schlau. Aber Räder haben sie nicht benützt. Sie haben in sehr hohen Bergen gewohnt. Und da hätte man keinen Karren mit Rädern über ihre Pfade und Treppen ziehen können. Also, die Menschen haben nur das Rad für sich erfunden, wenn sie es gebrauchen konnten.“

Das fand ich schlau. Und ich habe gemeint: „Tja, dann würden meine Entenkumpels auch keines erfinden. Die können ja fliegen und schwimmen. Da brauchen sie auch kein Rad!“ Eure Paula

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Paula möchte auch ein Denkmal für sich

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche hat ja sogar manchmal die Sonne gescheint. Deshalb wollte ich wieder einmal bei meinen Entenkumpels am Neckar vorbeigucken. Besonders gerne gehe ich da runter zur Steinachmündung. Ich bin ganz lustig da runter gewatschelt. Ich habe ein lustiges Liedchen…

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