Paulas Nachrichten

Paula will auch Modell-Ente sein

06.05.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gekommen. Er war nicht da.

Auf seinem Schreibtisch lag etwas sehr Interessantes. Es war ein gaaaaaaaaaaaanz dickes, großes, schweres Buch. Darauf geschrieben stand „Art of duckomenta“. Das habe ich nicht verstanden. Aber das Buch war voller wunderbarer Bilder. Da waren nur Enten zu sehen. Manchmal waren sie seltsam. Manchmal komisch. Manche Bilder sind mir ein bisschen bekannt vorgekommen. Aber nicht genauso mit den Enten darauf.

Dann ist der Andreas irgendwann vom Termin gekommen. Deshalb bin ich ein bisschen erschrocken. Denn eigentlich habe ich nur in das Buch geguckt.

Der Andreas hat gesagt: „He, Paula, suchst du ein Bild von dir?“

„Äh, na ja“, habe ich etwas stotternd geschnattert, „da sind ja viele Entenbilder drin. Aber ein Bild von mir habe ich jetzt nicht gefunden. Ist denn eins drin?“

„Ich glaube nicht, Paula“, hat der Andreas geantwortet, „ich wollte dich nur ein bisschen ärgern.“

„Ach so“, habe ich gemeint, „schade. Denn das sind ja richtig tolle Bilder!“

„Tja“, hat der Andreas gesagt, „das ist eben die ,Art of duckomenta‘.“

„Ja, ja“, habe ich gesagt, „das steht ja auch auf dem Buch vorne drauf. Aber was soll das denn heißen?“

„Das ist englisch, Paula“, hat der Andreas geantwortet. ,Art‘ heißt einfach Kunst. Das kommt vom Römerwort ,ars‘. Das heißt auch Kunst. Ja, und ,duckomenta‘ ist ein Kunstwort.“

„Kunstwort? Ich verstehe immer nur Kunst!“, habe ich geschnattert.

„Stimmt“, hat der Andreas gesagt und wieder gelacht. „Kunstwort bedeutet: Das Wort gibt’s eigentlich gar nicht. Man hat es aus anderen Wörtern zusammengebastelt. Kennst du das Wort ,duck‘ ?“

„Äh, ja“, habe ich gemeint, „das schreibt man d-u-c-k. Aber es klingt wie Dack. Das ist doch der Familienname von meinem Entenkumpel Donald. Über den gibt es viele lustige Bücher und Heftchen.“

„Richtig“, hat der Andreas gesagt, „Donald Duck. Der kommt aus Amerika. Deshalb heißt sein Familienname Duck auf Deutsch einfach Ente. Also, steht das duck in duckomenta einfach für Ente. Aber das ganze Wort erinnert an das Wort ,documenta‘.“

Ich habe den Andreas wie ein Auto angeguckt. Denn ich habe das nicht verstanden. Ich habe gesagt: „Ah, und documenta ist auch ein Römerwort, oder?“

Der Andreas musste lächeln. Dann hat er gesagt: „Nein, das ist auch ein Kunstwort. Aber du brauchst nicht loszuschnattern. Ich erkläre es dir: Die documenta ist eine große Kunstausstellung. Die gibt es alle fünf Jahre in Kassel. Mit dieser Ausstellung wird der Stand der modernen Kunst dokumentiert. Das bedeutet: Man zeigt, was es in der Kunst alles gibt. Man fasst es zusammen und hält es sozusagen für alle fest. Der Name von dem Buch macht daraus einen Spaß. Die Enten werden einfach in die berühmten Kunstwerke eingebaut.“

„Hm“, habe ich überlegt, „schade, mich haben sie als Modell-Ente nicht genommen.“

„Na ja, wer weiß“, hat der Andreas geheimnisvoll gesagt. Am nächsten Tag hat er mir ein Bild gezeigt. Das hat sein Kollege gemacht. Der hat sich ein Bild aus dem Buch ausgesucht und es mit mir nachgemacht. Er hat das aber aus anderen Bildern zusammengebastelt. Ihr werdet es nicht glauben: Die Freiheitsstatue in Amerika sah aus wie ich! Eure Paula

Paulas Nachrichten