Paulas Nachrichten

Paula will auch einem Kind etwas schenken

18.11.2017, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich durch die Stadt gewatschelt. Langsam wird es ja richtig kalt. Aber so richtig Winter ist es noch nicht. Das finde ich blöd. Deshalb gucke ich mit meinen großen runden Entenäuglein manchmal richtig traurig. Oder auch grätig. Ich habe dann in der Stadt den Andreas getroffen. Er hat mich begrüßt. Ich habe halt einfach „Morgen“ gesagt.

Deshalb hat der Andreas zu mir gesagt: „Na, komm’ Paula! Ich habe eine tolle Idee. Damit kann ich dich ein bisschen aufmuntern in der düsteren Jahreszeit. Wir lassen einfach einen Stern aufgehen!“

Das fand ich interessant. Aber ich konnte es nicht so richtig glauben. Also habe ich geschnattert: „Einen Stern aufgehen lassen? Am helllichten Tag? Wie soll denn das gehen?“

„Kein Problem. Ich zeige dir etwas, Paula“, hat der Andreas gesagt.

Wir sind zu einem Laden gegangen. Da haben viele Menschen eingekauft. Hmmmm, da gab’s auch leckeren Salat.

„Das ist der Tafelladen“, hat mir der Andreas erklärt.

Ich habe gefragt: „Tafelladen? Gibt es hier auch Schokotafeln zu kaufen?“

„Ja“, hat der Andreas geantwortet, „aber deshalb heißt der Laden nicht so. Eine Tafel ist nämlich nicht nur eine Schokoladentafel.“

„Ja, man kann in der Schule auch auf einer Tafel schreiben“, habe ich dazwischengeschnattert.

„Das stimmt schon“, hat der Andreas gemeint, „aber Tafel nennt man auch einen großen gedeckten Tisch. Der Laden hier ist ein ganz besondere Laden. Er will wie eine große gedeckte Tafel für arme Menschen sein. Die Waren hier sind nämlich viel billiger als in anderen Läden. Deshalb dürfen hier nicht alle einkaufen. Hier können zum Beispiel Menschen einkaufen, die keine Arbeit haben. Oder die ganz wenig verdienen oder ganz wenig Rente bekommen. Oder auch Menschen, die sich alleine um ihre Kinder kümmern müssen.“

„Das ist aber toll“, habe ich gemeint. „Und warum kann der Laden das Essen so billig verkaufen? Wollen die Verkäufer da nichts verdienen? Und die Hersteller von den Esswaren auch nicht?“

„Das ist eine kluge Frage“, hat der Andreas mich gelobt. „Die Menschen hier arbeiten freiwillig und ohne Lohn. Dazu sagt man: sie arbeiten ehrenamtlich. Und die Waren bekommen sie von anderen Läden und Geschäften geschenkt. Manchmal bekommen die Lebensmittel dort neue Verpackungen. Und dann wollen sie die mit den alten nicht mehr verkaufen. Oder sie haben zu viel für ihren Laden bestellt. Manchmal kommt neue Ware rein und deshalb muss die alte, noch nicht verkaufte Ware raus. Dann wird sie dem Tafelladen geschenkt. Die Verkäufer hier schauen sich die Lebensmittel zuerst an. Die müssen nämlich richtig gut sein. Wie in den anderen Läden. Und dann wird sie günstiger verkauft an die Menschen mit wenig Geld. Die bekommen vom Laden einen Ausweis. Damit das auch alles stimmt. Komm’, wir gucken uns das mal an.“

Wir sind in den Laden rein und er hat mich einer Frau dort vorgestellt. Die war sehr nett. Sie hat uns in ihr kleines Büro geführt. Sie hatte dort eine Kiste. Da waren lauter gelbe Sterne drin.

„Das sind über 350 Sterne, Paula“, hat sie mir erklärt. Die Frau hat die Sterne auf ihren Schreibtisch gelegt. Ich habe sie mir mal angeschaut. Auf den Sternen stand meistens etwas in Kinderschrift geschrieben. Da stand zum Beispiel „Riesenteddy“ darauf. Oder „Rennbahn“ oder „Lego“. Auf den meisten standen aber Kleider.

„Hm, das sieht ja aus wie eine Wunschliste“, habe ich gemeint.

„Du bist eine schlaue Zeitungsente“, hat die Frau ganz lieb gesagt. „Auf jedem Stern steht ein Kinderwunsch. Das sind ganz besondere Wünsche. Die kommen nämlich von den Kindern von unseren Kunden. Die Eltern von diesen Kindern sind also bedürftig. Das heißt: sie haben sehr wenig Geld und brauchen Unterstützung und Hilfe. Und ihre Kinder auch. So konnten sich diese Kinder mit dem Stern etwas wünschen. Oder die Eltern haben ihren Wunsch auf einen Stern geschrieben. Die Sterne sind schon im Tafelladen abgegeben worden.“

„Ah“, habe ich gemeint, „das finde ich toll. Dann können Christkind und Weihnachtsmann auch den bedürftigen Kindern ihre Wünsche erfüllen, gell?“

„Genau“, hat der Andreas gemeint, „oder liebe Menschen aus der Stadt holen sich nächste Woche so einen Stern im Café Regenbogen ab. Denn du weißt doch, Paula: Es ist zwar sehr schön, etwas geschenkt zu bekommen. Aber es ist noch viel schöner, jemandem mit einem Geschenk eine Freude zu machen. Gerade wenn der andere eigentlich nicht so viel hat. Dann können die lieben Menschen einem Kind einen ganz bestimmten Wunsch erfüllen. Sie können ihm den Wunsch kaufen und ihn schön einpacken und wieder abgeben. Das ist sehr schön.“

Ich habe kurz überlegt. Dann habe ich gesagt: „Hm, ich wollte schon immer mal eine Weihnachtsmann- oder Christkindzeitungsente sein und auch etwas verschenken. Ich werde mir auch einen Stern holen und einem Kind ein Geschenk machen!“ Eure Paula

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