Paulas Nachrichten

Paula will auch eine Sandburg bauen

22.08.2015, — Artikel ausdrucken E-Mail verschicken

Hallo, liebe Kinder,

in dieser Woche bin ich zum Andreas gekommen. Der saß mit einem Buch mit lauter Landkarten mit Straßen drauf auf seinem kuscheligen Sofa. Draußen hat es nämlich geregnet.

„Na, was machst du denn da?“, habe ich zu ihm gesagt. „Ist in dem komischen Buch der Wetterbericht drinnen?“

Der Andreas hat mich komisch angeguckt. Dann hat er das Buch ganz komisch angeguckt. Er hat darin rumgeblättert. Und wieder geguckt. Und noch einmal geblättert. Und noch einmal reingeguckt. Dann hat er gesagt: „Nee, Paula. Da ist kein Wetterbericht drin. Das ist ein Atlas.“

„Ach“, habe ich gesagt. „Ein Atlas. Mhm. Und was ist ein Atlas? Hat der nichts mit dem Wetter zu tun?“

„Na ja“, hat der Andreas gesagt. „Das kann man so und so sehen. Also die Wettervorhersage ist nicht drin. Aber viele, viele Länder. Und da gibt es in so einem Atlas natürlich auch Länder mit gutem Wetter. Klar.“

„Komisches Wort. Warum heißt denn das Kartenbuch so seltsam? Das kommt doch bestimmt von den alten Römern oder so“, habe ich geschnattert.

„Gar nicht so schlecht, Paula. Das ,Oder so‘ ist aber richtig. Der Name kommt nämlich von den alten Griechen“, hat der Andreas geantwortet.

„Ah, der Atlas war bestimmt so ein alter Gott oder so was. Und der hat bestimmt immer den Weg gewusst. Deshalb haben sie das Kartenbuch nach ihm benannt“, habe ich weitergeschnattert.

Dann habe ich den Andreas ganz stolz angelächelt. Aber der Andreas hat mit dem Kopf geschüttelt und gemeint: „Nein, Paula. Der Atlas war eher ein Götterriese. Und der hat mit seiner ganzen Götterfamilie Ärger mit einer anderen Götterfamilie bekommen. Die haben sich um die Macht gestritten. Und die Familie vom Atlas hat verloren. Deshalb musste er am Ende der Erde stehen und den Himmel halten. Das sagt das eine Märchen. Es gibt ein anderes. Demnach wurde er in ein Gebirge in Afrika versteinert. Das heißt heute noch so wie er.“

„Ah“, habe ich gesagt. „Dann ist das klar. Wenn der den Himmel hält oder ein Gebirge ist, kann man ein Landkartenbuch nach ihm benennen.“

Jetzt hat der Andreas wieder mit dem Kopf geschüttelt! Ich habe ihn fragend angesehen und er hat gemeint: „Nein, das Buch ist nicht nach ihm benannt. Das Atlas-Gebirge und der Atlantik sind nach ihm benannt. Das ist das große Meer zwischen Amerika und Europa. Aber das Buch ist nach einem afrikanischen Märchenkönig benannt. Der hieß nämlich auch Atlas und hat hinter dem Gebirge geherrscht. Der soll sich sehr gut mit der Erde und den Sternen und so ausgekannt haben. Deshalb hat ein deutscher Kartenzeichner kurz nach der Ritterzeit sein Kartenbuch so genannt.“

„Ach so“, habe ich gemeint. „Und wohin schickt dich der Königriesenkartenzeichner Atlas jetzt in den Urlaub? Oder bleibst du hier? Das glaube ich gar nicht. Du reist doch immer herum!“

Der Andreas hat gelächelt. Und gemeint: „Ja, ich werde wohl ein bisschen nach Italien fahren.“

„Ans Meer?“, habe ich ganz aufgeregt geschnattert.

„Nein“, hat der Andreas gemeint. „In die Berge. Du weißt doch: Ich wandere sehr gern. Ich liege nicht so gerne nur am Strand herum. Da müsste ich dann dauernd Sandburgen bauen.“

„Sandburgen? Du bist doch kein Ritter. Und Sand bröckelt doch sowieso immer gleich zusammen.“

Der Andreas hat gesagt: „Komm, ich zeige dir mal ein Bild von einer Sandburg.“

Dann hat er seinen Computer angemacht und mir eine wunderschöne Burg aus Sand gezeigt.

Ich habe ganz aufgeregt geschnattert: „Das ist ja Wahnsinn! Und die hast du gebaut?“

„Na klar“, hat er zuerst gesagt. Dann hat er aber gelächelt und gemeint: „Das war geschwindelt, Paula. Die hat jemand anderes gebaut. So toll könnte ich das nicht.“

„Ah“, habe ich gemeint. „Und hat der Typ dann Klebstoff dazu genommen?“

„Nein, Paula“, hat der Andreas geantwortet. „Dazu braucht man nur Wasser. Feuchter Sand klebt zusammen. Da entstehen nämlich so kleine Brücken zwischen den einzelnen Sandkörnern. Das nennt man auch Oberflächenspannung. Das funktioniert wie bei den Seifenblasen. Du darfst nur nicht zu viel Wasser nehmen. Sonst macht das die Brücken zwischen den Sandkörnern kaputt.“

„Das ist ja toll“, habe ich gemeint. „Aber hier am Neckar hat es gar nicht so viel Sand.“

„Tja“, hat der Andreas gemeint, „das stimmt. Am Meer hat es mehr. Sand ist nämlich zerriebenes Gestein. Das entsteht durch Wind und Wetter. Die Flüsse bringen das ins Meer. Und dort spülen es die Wellen ans Land. Das dauert aber sehr, sehr lange.“

„Na ja“, habe ich gemeint. „So lange will ich ja nicht Ferien machen. Ich muss doch für die Kinder wieder berichten. Und du kommst gefälligst auch bald wieder heim!“

Der Andreas hat denn auch brav mit dem Kopf genickt. Also, bis dann, liebe Kinder! Eure Paula

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